Die Höchstadt Alligators haben ihre erste Heimniederlage der Saison kassiert. Der Eishockey-Oberligist hielt gegen die ambitionierten Selber Wölfe zwar lange gut mit. Zwei Unachtsamkeiten im letzten Drittel führten aber zur 1:5 (1:1, 0:1, 0:3)-Niederlage des HEC.

Oberliga Süd

Höchstadt Alligators - Selber Wölfe 1:5

Mit nur fünf Verteidigern gingen die Alligators ins Spiel gegen die starken Selber, bei denen Ex-Alligator Max Otte im dritten Verteidiger-Paar dabei war. Denn der kürzlich verpflichtete Markus Babinsky, der beim Debüt in Deggendorf am Freitag einen guten Eindruck machte, war beruflich verhindert und Max Cejka fehlte verletzungsbedingt. Bei den Wölfen rückte Goalie Michel Weidekamp ins Tor. Viel zu tun bekam der Ersatz des bislang überragenden Florian Mnich im Selber Gehäuse nicht: Höchstadt stand sehr kompakt und ließ Selb kommen, machte aus sich bietenden Räumen für Konter aber zu wenig. Auch Benjamin Dirksen erlebte eine ruhige Anfangsphase. Der Tabellenzweite nahm sich im Spielaufbau Zeit, um Lücken in der tief stehenden Höchstadter Formation zu finden, blieb aber harmlos.

Höchstadter Führung hält nicht lange

Einen ersten Teilerfolg verbuchte der HEC, als Höchstadts Alexander Diel wegen Beinstellens zwei Minuten zuschauen musste. Die Wölfe, die im Saisonverlauf fast jedes vierte Überzahlspiel in Tore ummünzen, kamen zu keiner klaren Torchance (10.). Auf der Gegenseite meldete Höchstadt erstmals Ansprüche an: Domantas Cypas zog von der blauen Linie ab, zielte jedoch knapp rechts vorbei. Den Abpraller hätte Thilo Grau fast im Tor untergebracht, wurde aber noch entscheidend gestört (12.). Ein Klasse-Konter der Alligators brachte dann die Führung für den HEC: Jari Neugebauer eroberte die Scheibe in der neutralen Zone und sprintete los, nach Ablage auf den nachrückenden Vitalij Aab passte der Routinier stark zurück zu Neugebauer - das 1:0 (13.). Doch die Wölfe antworteten 78 Sekunden später im Stile einer Spitzenmannschaft: Ein Steilpass von Mauriz Silbermann setzte Jan Hammerbauer in Szene, der frei vor Dirksen platziert zum Ausgleich traf (14.).

Dennis Schiener hatte 80 Sekunden vor dem Drittelende die Gästeführung auf dem Schläger: Der Flügelstürmer wurde von der Alligators-Defensive im Slot vergessen, Dirksen parierte aber stark und so ging es mit einem bis dahin verdienten 1:1 in die erste Pause - für Höchstadt ein weiterer Teilerfolg.

Selb kommt mit Wut im Bauch

Die Gäste kamen deutlich druckvoller aus der Kabine und schlugen sofort zu: Brad Snetsinger setzte sich links durch und zog vors Tor, seinen starken Pass nutzte Steven Deeg zum 2:1 für Selb (22.). Mit hohem Pressing setzten die Wölfe den HEC nun unter Druck und verdienten sich die Führung in der Folge. Mehrmals war Dirksen gefordert, verhinderte mit starken Paraden aber weitere Gegentore. Als bei den Wölfen kurzzeitig sechs Mann auf dem Eis waren, durfte Höchstadt erstmals in Überzahl ran (25.). Die Alligators fanden gleich in ihre Formation, blieben gegen auf Konter lauernde Selber aber ohne Torschuss. Kurz darauf hakte Benedikt Böhringer gegen Jiri Mikesz nach. Wieder Überzahl für Höchstadt - wieder keine Torgefahr (28.).

Immerhin unterbanden die Alligators durch die lange Überzahl den Selber Offensivdrang: Fortan gestaltete sich das Geschehen ausgeglichener, auch wenn Höchstadt die Torchancen fehlten. Das galt aber ebenso für die Wölfe, die in zweiminütiger Überzahl nach Zeitstrafe gegen Diel keinen Torschuss abgaben (33.).

Alligators nutzen doppelte Überzahl nicht

Wegen Hakens musste anschließend Selbs Silbermann raus, zum dritten Mal durften sich die Höchstadter Überzahlformationen versuchen. Und das für 27 Sekunden sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis, denn wegen Spielverzögerung musste auch Deeg auf die Strafbank. Der Ertrag blieb mau: Der HEC ließ die Scheibe um den Slot kreisen, fand aber keine Lücke (38.). Einmal mehr zeigte sich, dass die Special Teams Höchstadts Schwachstelle sind. Dennoch war vor dem Schlussdrittel für die Alligators noch alles drin.

Höchstadter Zuschauerrekord bei "Sprade-TV", Wölfe schlagen doppelt zu

812 Zuschauer bei "Sprade-TV" - bester Saisonwert des HEC - sahen im Schlussdrittel die dritte Strafe gegen Diel. Wegen Stockschlags musste der Youngster raus und Selb drängte nun auf das dritte Tor. Eine Einzelleistung von Sam Verelst führte dann auch zur Vorentscheidung: Nachdem Höchstadt sich gut befreit hatte, skatete der Flügelstürmer aus dem eigenen Drittel über die ganze Eisfläche, wurde nur halbherzig angegriffen und erzielte das 3:1 für die Wölfe (44.).

Ein bitteres, weil unnötiges Gegentor für den Höchstadter EC, der sich davon nicht mehr erholte. Stattdessen wurde Oberliga-Topscorer Nicholas Miglio von Landon Gare mit einem tollen Pass auf die Reise geschickt. Der US-Amerikaner in Diensten der Gäste war zu schnell für alle Höchstadter, zog vor Dirksen auf und traf über die Fanghand zum 4:1 (45.).

Thilo Grau hatte in der 51. Minute nach tollem Zuspiel von Aab den Anschlusstreffer auf dem Schläger, scheiterte aber an Weidekamp. Geändert hätte das Tor aber wohl wenig: Zu abgeklärt wirkten die Gäste, die einen Gang herunterschalteten und nicht mehr allzu viel im Spiel nach vorne investierten. Dennoch traf Benedikt Böhringer 95 Sekunden vor Spielende noch zum 5:1 und setzte damit den Schlusspunkt für die Wölfe, die durch den zehnten Sieg im zwölften Spiel den zweiten Tabellenplatz hinter Regensburg festigten. Die Alligators bleiben nach der vierten Saisonniederlage weiter Zehnter.