Eine Expedition in unbekanntes Gebiet ist es nicht. Jedenfalls nicht für alle. Obwohl der SC Adelsdorf in knapp drei Wochen mit seiner ersten Tischtennis-Mannschaft erstmals in der Landesliga Nord/Ost aufschlagen wird, haben gleich mehrere Spieler dort oder in einer höheren Klasse bereits ihre Erfahrungen gesammelt. "Während meiner 15 Jahre in Herzogenaurach habe ich sieben in der Landesliga verbracht", sagt Mannschaftsführer Jürgen Zöbelein und fügt schnell hinzu: "Das war allerdings in den 80er und Mitte der 90er Jahre."

Zwar hat der Aufsteiger mit Szillard Csölle einen ehemaligen Profispieler in seinen Reihen und Patrick Müller spielte bereits in der Bayernliga, dennoch dürfte der Klassenerhalt eine harte Aufgabe werden. "Vom Papier her gibt es nicht viele Mannschaften, die unter uns stehen, und dass wir die Liga halten, ist sicherlich nicht sonderlich realistisch. Dennoch gehen wir es offensiv an", sagt der 52-Jährige, der in dieser Woche mit seinem Team in die Vorbereitung startete.


Nur ein Neuzugang

Nicht mehr mit dabei ist Ramin Hamadi, der in der vergangenen Saison an Position 2 dazu beitrug, dass Adelsdorf über die Relegation gegen den FC Eschenau (9:6) der Sprung in die Landesliga gelang. Er wechselt aus beruflichen Gründen zurück nach Nordrhein-Westfalen, wo er in der NRW-Liga wieder für seinen Heimatverein TTC Waldniel spielen wird.

Die entstandene Lücke soll der aufgerückte Simon Porsch zu schließen versuchen, während Daniel Glaas, der von der TS/BSG Herzogenaurach kam, den fehlenden Platz im Kader besetzt. "Simon wird im oberen Paarkreuz ordentlich gefordert sein und auch für Daniel ist es eine Herausforderung", vermutet Zöbelein. "Aber ich traue ihnen zu zu überraschen. Wir würden es nicht versuchen, wenn wir nicht an uns glauben würden." Zusammen mit Glaas wird der Mannschaftsführer das mittlere Paarkreuz bilden. Unverändert bleiben lediglich die Positionen 5 und 6, an denen auch weiterhin Volker Krumbeck und Müller spielen. Ebenso kämpferisch wie zuversichtlich gibt sich auch Abteilungsleiter Norbert Geier, der auf die Eichhörnchen-Taktik setzt und jeden Punkt mitnehmen möchte, der nur auch nur ansatzweise in Reichweite erscheint.

"Wir wollen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", sagt der 56-Jährige. "Ich hoffe, dass der eine oder andere Gegner auch mal mit Ersatz antritt und auch so noch einmal die Chance auf einen Zähler entsteht. Gerade für Simon dürfte es vorne wohl des Öfteren Prügel geben, aber darauf ist er vorbereitet. Er ist ein großes Talent und kann für uns noch ziemlich wichtig werden", sagt Geier. Gleich im ersten Spiel beim Aufstiegsfavoriten SpVgg Erlangen (Samstag, 26. September, 18.30 Uhr) werde der SCA jedoch sehen, wo er steht.


Aufstellung entscheidet

Die Taktik, mit der in der Landesliga die für den Klassenerhalt nötigen Punkte zusammengeklaubt werden sollen, ist denkbar einfach. "Wir haben mit Szillard einen Riesen-Einser, der wohl wenig bis nichts abgeben wird", erklärt Zöbelein. Auf diese fest eingeplanten Zähler gelte es dann aufzubauen.

Geht es nach der Q-TTR-Liste, die die Spielstärke eines jeden Akteurs mit einer Punktzahl bemisst und nach der die Mannschaften aufgestellt werden, dürfte sich im Tabellenkeller ein Duell mit dem Mitaufsteiger DJK Ettmannsdorf entwickeln. "Die sind unsere Kategorie", sagt Zöbelein. Es komme aber immer auch darauf an, mit welcher Aufstellung die Teams antreten. Die alltäglichen Personalprobleme können auch auf dem Papier bereits entschieden scheinende Spiele noch einmal spannend werden lassen. Besonders schwierig dürfte es gegen den TSV Dinkelsbühl, den SV Weiherhof oder die DJK Sparta Nürnberg II werden, die Adelsdorfs Mannschaftsführer neben Erlangen zu den großen Aufstiegsfavoriten zählt.

War die Relegation in der vergangenen Saison schon eine sehenswerte Leistung, wäre ein achter Platz in dieser Spielzeit eine noch größere Überraschung. Schließlich würde dieser dazu berechtigen, erneut in Entscheidungsspielen um einen Platz in der Landesliga zu kämpfen. Von einer Expedition in unbekanntes Gebiet wäre dann wohl schon lange nicht mehr die Rede.