Erstmals ist der InFranken-Kick bei einem Fußballspiel der Frauen zu Gast. In der Bezirksliga Mittelfranken-Nord trifft der starke Aufsteiger DJK-FC Schlaifhausen auf die etablierten Kickerinnen des SC Gremsdorf, die bereits in ihre siebte Bezirksligasaison gehen. Die Gastgeberinnen stellen derzeit das am höchsten spielende Frauenteam des Landkreises Forchheim und scheinen schlagkräftig genug zu sein, diese Liga ohne Probleme zu halten.

Beide Teams rangieren im oberen Tabellendrittel und haben Rang 2 im Blick, vom möglichen Aufstieg wollen beide aber - zumindest öffentlich - nichts wissen. Vielmehr sieht man im TSV Falkenheim Nürnberg den klaren Titelfavoriten. "Falkenheim hält heuer niemand auf, die spielen in einer eigenen Liga", sagt SC-Spielleiter Rainer Knoll, der seit einer Woche in Doppelfunktion auch als Interimstrainer fungiert.


Bei den Gremsdorferinnen, die sich vor einigen Jahren den Beinamen "Bixn" verpassten - in Anlehnung an die fränkisch-abschätzige Bezeichnung für Mädchen - sickerte durch, dass Dominik Weißmeier dort nicht mehr länger Trainer ist. "Nach einem ordentlichen Jahr hat es mit ihm einfach nicht mehr gepasst. Es gab unterschiedliche Auffassungen und so haben wir das Gespräch gesucht", sagt Knoll, der das Team bereits in der Saison 2011/2012 trainierte.


Im Guten gegangen


Weißmeier gab zu, Fehler im zwischenmenschlichen Bereich gemacht zu haben, die das Vertrauen gestört hätten: "Mehr möchte ich hierzu aber nicht sagen, denn wir haben abgesprochen, dass diese Dinge in der Kabine bleiben. Aber ich wünsche meiner ehemaligen Mannschaft, von der ich im Guten gegangen bin, allen erdenklichen Erfolg. Am besten schon in Schlaifhausen."

Dort muss Knoll auf die Langzeitverletzte Jenny Schmitt verzichten: "Jenny ist eine echte Spielgestalterin, die wir sehr vermissen. Sie ist seit den Anfängen dabei." Bei der angeschlagenen Bianca Strunz könnte es bis Sonntag reichen und Theresa Lindner kehrt wohl in den Kader zurück, meint Knoll, der ansonsten keine Personalsorgen hat. Vor der Reise in die Fränkische Schweiz ist ihm aber nicht bange, obgleich er ein Spiel auf Augenhöhe erwartet: "Wir spielen auswärts sogar stärker als daheim, aber Schlaifhausen ist schon ein guter Aufsteiger." Im Winter trafen beide in einem Vorbereitungsspiel aufeinander, bei dem der SC mit 3:4 den Kürzeren zog: "Da haben wir gemischt gespielt mit der zweiten Garnitur, das ist kein Maßstab", sagt der 63-Jährige, der seit elf Jahren Funktionär bei den "Bixn" ist.

Genauso wie die Gremsdorfer peilt auch Schlaifhausens Trainer Kurt Finze einen Platz unter den ersten fünf Teams an, auch wenn er tiefstapelt: "Am Anfang in einer neuen Klasse muss man immer erst schauen wie alles läuft. Unser Start war gut, wir werden auch noch hier und da Lehrgeld bezahlen, aber ich denke, dass wir mindestens drei Mannschaften hinter uns lassen können." Damit spielt der 50-jährige Übungsleiter auf das 3:3-Remis aus der Vorwoche beim Vorletzten Losaurach an, der bis dahin noch keinen Zähler hatte.

Finze grantelt noch immer: "Wir lagen schon 3:1 vorne und haben dann unkonzentriert gewirkt. Vielleicht waren meine Spielerinnen zu siegessicher, aber ich denke, sie haben daraus ihre Lehren gezogen." Die 3:8-Pleite beim designierten Meister Falkenheim war eine völlig andere Partie: "Wir wurden dort in 30 Minuten überrollt und lagen hoffnungslos mit 0:5 hinten. Erst dann haben wir die Scheu abgelegt, kamen ins Spiel und holten - wenn man so mag - in der restlichen Stunde ein 3:3 heraus."


Viel Zulauf aus der Region

Mit Gremsdorf komme nun eine Mannschaft mit viel Erfahrung, die schon lange auf sehr hohem Niveau im Frauenfußball des Kreises agiert, aber schlagbar ist, vor allem zuhause: "Wir haben daheim erst ein Gegentor kassiert, da spielen meine Mädels ganz anders als in der Fremde. Die Auswärts-Torbilanz von 15:18 spricht Bände. Gremsdorf hat wie wir davon profitiert, dass sich in den letzten Jahren manche Frauenmannschaft auflöste und hat so den Kader aufstocken können. Ich sehe keinen Favoriten", sagt Finze.

Mit Steffi Ebenhack (ehemals Frank) sowie Katja Haskovic stehen derzeit zwei ehemalige Spielerinnen der SpVgg Hausen im Kader, Viktoria Kunze pausiert. Aus dem Fundus des SV Moggast, der sein Frauenteam 2013 abmeldete, kamen die Schwestern Christin und Katharina Stiller sowie Carmen Staeding und Tanja Weikert ans Walberla. Letztere wechselt sich mit Finzes Gattin Heike im Tor ab.

Zudem stieß vom SV Weilersbach noch Ina Kügel dazu, eine Allrounderin, wie Finze sagt: "Diese Auffrischung ist für einen Dorfverein wie uns ein Segen. Denn anders als bei den Herren ändert sich im Frauenbereich ein Kader sehr schnell. Sindy Genenncher und Christina Wagner befinden sich derzeit in der Babypause, Ramona Weisel fehlt uns aufgrund einer berufliche Weiterbildung."

Ebenfalls pausieren müssen Carina Pieger und Franzi Erlwein, die es derzeit beruflich ins Allgäu verschlagen hat, und auch bei Doro Pieger, die jetzt in Nürnberg lebt, geht der Beruf meist vor: "Alle Mädels würden aber einspringen, falls es eng zugeht", weiß Finze, der froh ist, einen breiten Kader zu haben, der Ausfälle auffangen kann.
Derzeit baut er bereits die drei 16-jährigen Nachwuchsspielerinnen Carina Nögel, Frederike Unruh und Luisa Wölfel, sowie die ein Jahr ältere Janine Stelzner ein: "Es sind noch vier Spiele bis zur Winterpause. Bis dahin möchte ich 20 Punkte auf dem Konto haben."