Zehnter Heimsieg im elften Oberliga-Heimspiel für die Alligators: Mit 6:2 (3:0, 1:1, 2:1) gewinnt Höchstadt gegen den EHF Passau, dessen Trainer einen bitteren Abend bei seinen Höchstadter Ex-Kollegen erlebte.

Oberliga Süd, Männer

Höchstadter EC - Black Hawks Passau 6:2

168 Spiele bestritt Ales Kreuzer für die Alligators - am Sonntag kehrte er in den Aischgrund zurück: Als Trainer der Passau Black Hawks, die beim HEC ihr erstes Oberligaspiel seit zwei Wochen bestritten. Dabei mussten die Gäste verletzungsbedingt auf neun Spieler verzichten, dafür war Neuzugang Niklas Pill (Landshut) gleich dabei.

Bei den Alligators gab es im Vergleich zum 2:5 in Deggendorf am Freitag mehrere Veränderungen: Die Förderlizenzspieler Luca Dennerlein, Philip Endres und Georg Maul rückten ins Aufgebot, zudem kehrte Domantas Cypas nach Verletzungspause zurück. Der lettische Kontingentspieler nahm den Platz des Kanadiers Jake Fardoe ein.

Auch taktisch stellte Mikhail Nemirovsky um: Die eigentliche zweite Angriffsreihe um Niklas Jentsch durfte beginnen, die "Paradereihe" um Milan Kostourek rückte ins zweite Glied. Die Maßnahme zahlte sich aus, die Anfangsphase gehörte klar dem HEC, der Passau gleich im eigenen Drittel einschnürte. Gästekeeper Daniel Filimonow verhinderte jedoch mit starken Paraden die frühe Höchstadter Führung.

HEC-Dreierpack binnen drei Minuten

Die erste Unterzahl nach Strafe gegen Felix Ribarik (7.) verteidigte Höchstadt konsequent, wenig später durfte der HEC selbst im Powerplay ran. Patrick Geiger hakte gegen Kostourek nach und im Gegensatz zum Deggendorf-Spiel nutzte Höchstadt die Gelegenheit. Kostourek wurde von Seewald rechts im Drittel freigespielt, sein Flachschuss zischte zum 1:0 ins Netz (11.). Der HEC legte gleich nach: Dimitri Litesov machte über rechts Tempo und zog ab, Filimonow ließ die Scheibe passieren (12.). Und zwei Minuten später erzielte Kostourek im Nachstochern sogar das 3:0 (14.).

Für Passau ging es in dieser Phase zu schnell, Kreuzer reagierte mit einer Auszeit. Doch Höchstadt blieb am Drücker und hätte nachlegen können. Mit mehreren Glanzparaden verhinderte Filimonow aber eine deutlichere Führung.

Das zweite Drittel gestaltete sich zunächst ähnlich. Die Alligators schnürten Passau ein, Neugebauer (22., Pfosten) und Thilo Grau (23.) verpassten das schnelle 4:0. In der Folge schafften es die Gäste aber, den Offensivdrang der Mittelfranken zu stören. Stück für Stück erkämpfte sich Passau Spielanteile - und belohnte sich: Jeffrey Smith steckte zu Liam Blackburn durch und der Topscorer des EHF vollstreckte sicher (31.).

Plötzlich geriet der HEC unter Druck. Cypas musste nach einem Check gegen Smith auf die Strafbank - zum Unverständnis des Passauers, der wie Cypas kein Foul gesehen hatte. Doch die Alligators machten hinten dicht, erst mit Ablaufen der Uhr musste Goalie Benjamin Dirksen eingreifen.

Phantom-Tor für die Alligators

Dann wurde es kurios: Höchstadts Neugebauer zog stark vor Filimonow auf und legte den Puck am Keeper vorbei, die Scheibe rutschte von Pfosten zu Pfosten, aber nicht über die Torlinie. Doch die Unparteiischen sahen das anders und gaben trotz wütender Passauer Proteste das Tor (37.). Eine klare Fehlentscheidung, von der sich das Gespann trotz Einwirkens der "Sprade TV"-Kommentatoren Lukas Meyer und Mike Endt nicht abbringen ließ.

Im Schlussdrittel verhinderte Höchstadt das Comeback der Gäste. Blackburn verwandelte zwar einen Penalty wunderschön zum 2:4 (45.), doch Anton Sewald konterte nach Neugebauer-Pass (47.). Und Kostourek zauberte das halbe Dutzend voll: Ein hohes Anspiel von Seewald holte der Torjäger höchst sehenswert herunter, legte den Puck an Filimonow vorbei und traf zum 6:2 (48.).

Mit diesem Doppelschlag entschieden die Alligators die Begegnung, in der Schlussphase bekamen die Nürnberger Förderlizenzspieler viel Eiszeit. Tore filen aber keine mehr.