BG Leitershofen/Stadtbergen - TS Herzogenaurach 72:63

Die Gäste gingen als klarer Außenseiter in die Partie, ließen sich dies aber nicht einen Moment anmerken. Lediglich die mangelnde Erfahrung verhinderte ein Erfolgserlebnis, ohne das die TSH auf den vorletzten Platz abrutscht, während sich der Augsburger Stadtteilverein in der Spitzengruppe etabliert.
Die Herzogenauracher, die ohne Monty Rogers auskommen mussten, da er sich beim Aufwärmen am Fuß verletzte, starteten verhalten und mit zu viel Respekt. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr, der starke Darius Harris (14 Punkte) wühlte sich unter dem Korb gegen seine körperlich schwächeren Gegenspieler immer wieder durch. Hier machte sich Rogers' Fehlen am deutlichsten bemerkbar.
Allerdings legten die Longhorns nach vier Minuten beim Stand von 14:3 ihren Respekt ab.
Mike Kaiser übernahm Verantwortung und brachte die TSH in die Spur. So stand es zur Viertelpause 22:11. Longhorns-Trainer Mario Dugandzic fand in dieser offensichtlich die richtigen Worte, denn fortan waren die Herzogenauracher voll im Spiel. Der agile Braslav Turic zog mit Dampf zum Korb und vollstreckte hochprozentig.
Doch auch die Augsburger ließen sich nicht unterkriegen und schlugen mit Nedim Hadzovic (14 Punkte) und Emanuel Richter (11) zurück. Insbesondere der 2,05 Meter große Hadzovic bereitete den Gästen defensiv wie offensiv Probleme. Das zweite Viertel entschieden die TSHler dennoch mit 17:14 für sich.


Ghotra sorgt für etwas Spektakel

Und diesmal zeigten die Longhorns nach der Halbzeitpause keine Anlaufschwierigkeiten. Vor allem Pal Ghotra zeichnete - teilweise spektakulär - für die Punkteproduktion verantwortlich. Auf Seiten der Fuggerstädter kam Till Knopke (10) besser ins Spiel, die Leitershofener legten ihr Offensivspiel sehr variabel an, attackierten stets die Schwachstelle des Gegners. So punkteten fünf BG-Spieler zweistellig, das dritte Viertel ging aber erneut an die Aurachstädter, die vor dem Schlussabschnitt auf 45:49 verkürzten.
Dort machte sich die mangelnde Erfahrung und die kürzere Bank der Herzogenauracher bemerkbar. Während die Augsburger noch einen Zahn zulegten, erlaubten sich die Mittelfranken unnötige Ballverluste, die den Gastgebern Fast-Break-Punkte ermöglichten. Kaiser und Nelson Weidemann hielten die TSH zwar im Spiel, aber die Augsburger setzten sich sukzessive ab. Trotz der 63:72-Niederlage können die Herzogenauracher stolz auf ihre Leistung sein, vor allem im Vergleich zu den bisherigen Auswärtsspielen.
"Hätte Monty Rogers mitgespielt, hätte es zu einem Sieg reichen können", sagte Dugandzic. "So mussten wir dem Kräfteverschleiß Tribut zollen und konnten uns gegen den letzten Augsburger Ansturm nicht mehr wehren", analysierte der Übungsleiter.
"Aber wir haben gegen eine Spitzenmannschaft erneut eine gute Leistung gezeigt. Jetzt müssen wir es schaffen, diese Leistung über wenigstens 38 Minuten zu halten. Wir müssen die Phasen von etwa zehn Minuten, die uns jedes Mal den Sieg gekostet haben, vermeiden oder schneller aus ihnen herauskommen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt", erklärte der Trainer der TSH.