Die letzte Hürde entwickelte sich zur Favoritenfalle. Über die 2000 Meter Hindernis wurden Yannik Dudda von der LG Kurpfalz bei den deutschen Jugendmeisterschaften der U18 in Jena (Thüringen) im Vorfeld die größten Chancen eingeräumt, am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Lange Zeit deutete auch alles auf exakt diesen Ausgang hin, doch ein kurzer Blick über die Schulter brachte den Favoriten erst aus dem Rhytmus und schließlich um den Sieg.

Denn anstatt dem Ziel entgegen zu sprinten, lag Dudda plötzlich mit dem Rücken auf der blauen Tartanbahn des traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfelds. Auf den Beinen hielt sich dagegen sein Verfolger Niklas Buchholz vom TSV Hemhofen, der vorbeizog und seinen ersten deutschen Meistertitel feiern durfte.
"Zwar hatten wir auf einen Platz unter den ersten Drei gehofft, doch eigentlich war der Start für ihn nur die Zugabe für eine schon vorher erfolgreiche Saison", sagte seine Mutter und Betreuerin Susette Buchholz. Kein Wunder: Drei Goldmedaillen bei bayerischen Meisterschaften über die 2000 Meter Hindernis, 400 Meter Hürden und 800 Meter standen zuvor zu Buche.

Dicht auf den Fersen

Das Rennen hätte für den 17-Jährigen, der mit der zweitbesten 2000-Meter-Zeit der Saison an den Start ging, ohnehin kaum besser laufen können. Gleich zu Beginn profitierte er vom niedrigen Tempo der Konkurrenz. Dudda zog schließlich an und lief einen kleinen Vorsprung heraus. Dicht auf den Fersen war jedhoch eine Vierergruppe, aus der sich Buchholz auf der letzten Runde löste und immer weiter aufschloss. "Es wäre wohl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinausgelaufen", vermutete Susette Buchholz. Wieviel Glück ihr Sohn im entscheidenden Moment hatte, zeigte sich nur wenige Sekunden später, als einem weiteren Läufer der Verfolgergruppe die schwarz-weiße Hürde zum Verhängnis wurde. Dudda rappelte sich schnell wieder auf, weshalb er nur rund drei Sekunden hinter Buchholz (6:05,31 Minuten) ins Ziel lief.

Starke Konkurrenz

Zwölf Sekunden später war auch für Theo Schnell (TSV Burghaslach) das Rennen beendet. Dem 17-Jährigen gelang es in der letzten Runde nicht mehr, die Lücke zur Spitzengruppe zu schließen und wurde wenige Meter vor dem Ziel noch überspurtet, sodass er mit einer Zeit von 6:17,51 Minuten mit dem elften Platz Vorlieb nehmen musste.

Bei den zeitgleich ausgetragenen deutschen Staffelmeisterschaften verpasste der LSC Höchstadt den erhofften Bronze-Rang nur knapp. Die erlaufenen 7:11,29 Minuten über die 3x1000 Meter waren dennoch Vereinsrekord. "Wir sind daher absolut zufrieden. Die anderen Teams sind dann halt dieses eine Stück besser individuell besetzt", sagte Martin Grau, der im Finale gleich einen 20-Meter-Rückstand zulaufen musste. "Auf den letzten Metern hatte ich dann nicht mehr die nötige Kraft."

Marco Kürzdöfer hatte zu Beginn zwar einen beachtlichen Vorsprung erlaufen, der jedoch schnell aufgebraucht war, da Top-Teams wie Bayer Leverkusen oder die LG Braunschweig ihre Schnellsten an zweiter Position laufen ließen und Bastian Grau einige Meter abnahmen.