Von Erlangen aus fliegt der Steilpass in den Landkreis, wo Dario Cedrone den Ball aufnimmt. Der Italiener hat am Donnerstagabend ausgelassen gefeiert, Doch er glaubt nicht, dass die Azzurri am Ende auch den EM-Pokal in Händen halten werden. Vorausgesetzt, Spanien schafft es, sein gewohnt starkes Spiel aufzuziehen. Cedrones Fokus liegt aber sowieso schon auf anderen Dingen. Als Coach des TSV Röttenbach II bereitet er sich auf die kommende Saison vor. Ende der Woche bittet er sein Team wieder zum Training.

Wer hat Sie angespielt?
Cedrone: Tobi Goldammer. Ich kenne ihn und seine komplette Familie schon seit 15 Jahren und unsere Familien sind auch sehr gut miteinander befreundet. Ich habe Tobis Werdegang immer verfolgt und er ist ein absolut feiner Kerl. Leider hatte er immer wieder mit seinem Verletzungspech zu kämpfen, denn sonst könnte er sicherlich höherklassig spielen.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?
Meine ersten Punktspiele habe ich mit zehn Jahren für Siemens Erlangen gemacht. In der Jugend bin ich dann noch für den Baiersdorfer SV aufgelaufen. Danach stand ich dann für Siemens Erlangen wieder zwischen den Pfosten. Leider musste ich wegen einer langwierigen Rückenverletzung dann schon mit 19 Jahren aufhören. Also habe ich mich auf meine Trainerlaufbahn konzentriert. Nachdem ich bei Erlangen-Bruck und beim FC Herzogenaurach diverse Jugendmannschaften trainiert hatte, übernahm ich bei der DJK Erlangen und in Ebermannstadt die Ersten Herrenmannschaften. Nun gehe ich in mein drittes Jahr beim TSV Röttenbach, dessen Reservemannschaft ich übernommen hatte.

Was erwarten Sie von diesem Wochenende?
Wir sind noch nicht in der aktiven Vorbereitung, da unsere Runde eh' erst etwas später beginnen wird. Für mich persönlich fängt aber schon die eigene Planung der Trainingseinheiten an, da es Ende nächster Woche wieder losgehen soll. Außerdem freue ich mich natürlich auf das Europameisterschaftsfinale.

Wie sieht Ihr EM-Tipp aus?
Als Italiener freue ich mich natürlich für meine Mannschaft. Das Erreichen des Halbfinals war schon ein großer Erfolg für uns. Die Nationalelf befindet sich derzeit im Umbruch und ist daher sehr abhängig von Mittelfeldchef Andrea Pirlo. Das hat auch mittlerweile jeder gemerkt. Ich denke, dass letztlich aber wieder Spanien das Rennen machen wird. Wenn sie ihr normales Spiel aufziehen, bezwingen sie uns. Und auch die Deutschen würden den Kürzeren ziehen. Gerade, wenn die Spanier ihre unberechenbaren Pässe durch die Gassen und Schnittstellen spielen, wird es gefährlich.

An wen passen Sie weiter?

Ich spiele Achim Scharr vom TSV Ebermannstadt an. Wir kennen uns schon seit 1998 und waren früher Arbeitskollegen. Dann habe ich ihn beim TSV trainiert. Er war bisher der trainingsfleißigste Spieler, der je unter mir gespielt hat. Achim ist ein super Typ und hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Allerdings kenne ich auch keinen Spieler, der sich so unnötige Gelbe Karten eingefangen hat wie er. Denn gerade für seine Grätschen ist Achim sehr bekannt.