Kurz vor Abflug des deutschen Teams zur Sommer-Universiade nach Taipeh (Hauptstadt Taiwans) informierte der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) über die bevorstehende Spitzensportveranstaltung für Studenten. Mit rund 13 000 Teilnehmern aus 150 Nationen findet die 29. Sommer-Universiade - die weltweit größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen - vom 19. bis 30. August statt. Neben den 14 Kernsportarten haben die Organisatoren sieben optionale Disziplinen ins Programm aufgenommen. Erstmalig wird außerdem Billard als Demosport Teil der seit 1959 alle zwei Jahre stattfindenden Wettkämpfe sein.


14 Franken im deutschen Team

126 Athleten in 14 Sportarten - darunter 14 junge Frauen und Männer, die aus Franken kommen oder an fränkischen Hochschulen studieren, sowie knapp 60 Offizielle stellen die deutsche Universiade-Delegation. "Wir haben ein sehr junges, aussichtsreiches Team zusammengestellt. Alle Athleten haben die Chance auf eine Platzierung unter den besten Acht", erklärte adh-Sportdirektor Thorsten Hütsch. Als besonders aussichtsreich bewertet Hütsch die Medaillenchancen in Judo, Leichtathletik, Schwimmen und Taekwondo.

Delegationsleiterin Katrin Werkmann ergänzte: "Wir stehen, was unsere Nominierungskriterien angeht, in enger Abstimmung mit den jeweiligen Disziplinchefs sowie den nationalen Fachverbänden. Damit stellen wir sicher, dass unser Team international konkurrenzfähig ist." Gleichzeitig betonte Werkmann, dass bei der Universiade jedoch nicht primär Medaillen gezählt werden. Wesentlich für den adh sei es, dass die Aktiven ihre persönlichen Leistungspotenziale ausschöpfen und Nachwuchsathleten durch einen derart hochklassigen Wettbewerb nachhaltige Förderung erfahren. Mit ihrem besonderen Flair, dem internationalen Austausch und den kulturellen Aspekten sei die Universiade aber auch für etablierte Sportler eine reizvolle Veranstaltung.

Voller Vorfreude blickt auch der Höchstadter Martin Grau auf seine zweite Universiade-Teilnahme. Der Student für Internationales Management an der Hochschule Ansbach gewann 2015 Gold über 3000 Meter Hindernis und ist auch für dieses Jahr hochmotiviert. "Ich habe mich schon die ganze Saison über auf die Universiade vorbereitet und freue mich, dass es mit einer Teilnahme klappt. Die Chance auf eine Medaille oder sogar die Titelverteidigung ist da. Mal sehen, wie es in Taipeh läuft", berichtet Grau, der am Donnerstag mit dem Flugzeug Richtung Südostasien aufbrach.


8:30 Minuten sind möglich

Sein Minimalziel sei das Erreichen des Finales. "Alles Weitere hängt auch von der Teilnehmerliste ab", sagt er. Diese werde erst kurz vor den Vorläufen veröffentlicht. Grau wisse aus Trainingswerten und -programm, dass sein aktuelles Niveau bei Zeiten um die 8:30 Minuten liege. "Allerdings kann ich nicht richtig einschätzen, wie mich das Klima beeinflusst. 35 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit sind nicht gerade optimal", erklärt der 25-Jährige schmunzelnd. Letztlich zähle aber nicht unbedingt die Zeit, sondern die Platzierung. Schließlich fänden die Konkurrenten dieselben Bedingungen vor.

Dafür, dass der Höchstadter für Taiwan nominiert wurde, sei er sehr dankbar. "Was den Ausschlag gegeben hat, kann ich nicht sagen. Ich weiß aber, dass sich der DLV und der adh für mich eingesetzt haben. Einen Titelverteidiger, der die Norm - wenn auch knapp - erfüllt hat, zu Hause zu lassen, wäre für beide Seiten schade gewesen", sagt Grau selbstbewusst.

Auch die Taekwondoka Anna-Lena Frömming (Uni Erlangen-Nürnberg) war 2015 in Südkorea schon dabei und hat sich eine Medaille als Ziel gesetzt. "Ich bin im Moment gut drauf, da ist alles möglich." Außerdem stünden die Chancen im Teamwettbewerb sehr gut, da das deutsche Team stark aufgestellt sei. Vor einigen Wochen ging die Fechterin Anna Limbach (Uni zu Köln) bei der WM an den Start. Dort belegte sie Platz 5. In Taipeh erwartet die deutsche Meisterin der vergangenen drei Jahre noch mehr: "Bei der Universiade möchte ich einen Schritt weiter gehen und um Medaillen kämpfen."


Im Fernsehen auf Eurosport

Auch in diesem Jahr übertragen der internationale TV-Sender Eurosport und sein Ableger Eurosport 2 die Veranstaltung immer wieder live. rup/red