Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Leichtathleten des TSV Höchstadt bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Kandel. Während Martin Grau zum Saisonhöhepunkt mit Bestleistung über 3000 Meter Hindernis wie im letzten Jahr Silber holte, stürzten Marco Kürzdörfer und Bastian Grau in aussichtsreicher Position im 800- bzw. 1500-Meter-Finale. In der abschließenden 3x1000-Meter-Staffel reichten die Kräfte nur zu Platz 5.
Am ersten Tag der Meisterschaften in der Pfalz qualifizierte sich Marco Kürzdörfer in 1:53,02 Minuten über 800 Meter locker für den Endlauf. Tobias Budde scheiterte mit 35 Huntertstelsekunden nur knapp am Finale. Im Rennen der besten zehn Läufer lag Kürzdörfer dann 150 Meter vor dem Ziel auf Platz 5, als ihn Arthur Vogt von der LAC Quelle Fürth am Fuß touchierte und er ins Straucheln kam. Kürzdörfer konnte eine weitere Berührung nicht vermeiden und stürzte im vollem Lauf. Karl-Philip Heising fiel noch über den 20-jährigen Höchstadter. Mit Schürfwunden lief Kürzdörferer unter dem Applaus der Haupttribüne mit dem Uerdinger gemeinsam als Letzter ins Ziel.

Keine Chance zum Ausweichen


Bastian Grau, erst seit zwei Monaten zurück auf der Laufbahn, zeigte als Viertschnellster der beiden 1500-Meter-Vorläufe ein extrem starkes Rennen. Mit 3:50,90 Minuten verbesserte er seine persönliche Bestleitung um zwei Sekunden. Im Finale musste sich zeigen, ob seine Kräfte reichen würden. Kurz vor der 1000-Meter-Marke versuchte er sich nach vorne zu arbeiten, als Sebastian Schenk aus Jüteborg vor ihm stürzte. Weil er keine Chance zum Ausweichen hatte, ereilte den zweiten Höchstadter das Sturzpech. Trotzdem lief Grau das Rennen zu Ende - ebenfalls gezeichnet.
So mussten Martin Grau und Konstantin Wedel für das erste Erfolgserlebnis der Höchstadter Topläufer sorgen. Der Hindernis-Spezialist aus Biengarten zeigte sich im Vorfeld ein blendender Form, fing sich aber ausgerechnet zwei Tage vorher einen kräftigen Schnupfen ein. Für den WM-Teilnehmer Wedel ging es darum, Meldeplatz 4 zu bestätigen und nochmal eine gute Zeit anzubieten. Martin Grau überließ zuerst anderen die Führungsarbeit, doch nach 800 Metern setzte er sich an die Spitze und zog davon. Erst nach knapp zwei Kilometern lief Favorit Benedikt Karus wieder heran, überließ dem Sportsoldaten aber weiterhin die Führung.
Auf Zuruf von TSV-Trainer Markus Mönius, für eine gute Zeit beider Läufer selbst etwas für die Führung zu tun, ging der Schwarzwälder dann nach vorne. Grau klemmte sich an seine Fersen und ließ nicht abreißen. Erst auf der Zielgeraden spielte der Favorit mit einer Bestzeit von 8:37 Minute seine Stärke aus. Nur eine Sekunde später überquerte Martin Grau mit neuer persönlicher Bestleistung die Ziellinie. Konstantin Wedel hatte keine Chance, dem Führungstrio zu folgen, lag aber das ganze Rennen über weit vor den weiteren Verfolgern. Er musste das ganze Rennen alleine laufen, mit 9:10,69 Minuten lag eine neue Bestleistung in weiter Ferne, aber Platz 4 in Deutschland ist ein überragendes Ergebnis für den Quereinsteiger.
Gerade einmal eine Stunde nach dem Hindernisrennen mussten die beiden Läufer zusammen mit den restlichen Höchstadtern erneut antreten. Über 3x1000 Meter gingen insgesamt 16 Staffeln an den Start, darunter zwei TSV Teams. Da nach den Vorbelastungen keine Topzeit mehr zu erwarten war, ging es um eine Platzierung unter den ersten sechs Teams für Staffel I.

Kürzdörfers Taktik geht auf


Martin Grau ging das Rennen vorsichtig an, da er nicht wusste, ob seine Kraft reichen würde. Im Schlussspurt holte er aber noch mehrere Läufer auf und übergab an seinen Zwillingsbruder Bastian an Position 3. Der musste dann länger Führungsarbeit der Verfolger machen, war aber im Endeffekt mit einer Einzelzeit von 2:34 Minuten zu langsam. Marco Kürzdörfer hielt sich lange geschickt zurück und erkämpfte mit gehörig Wut im Bauch Gesamtplatz 5 in einer Zeit von 7:28,26 Minuten. Mit ihrer Zeit von Mönchengladbach wären sie überlegen deutscher Meister geworden. Team II mit Konstantin Wedel, Jan und Tobias Budde belegte Platz 13 in 7:49,52 Minuten.