Für die Regionalliga-Basketballer der Turnerschaft Herzogenaurach spitzt sich die Situation zu. Nach der bitteren Niederlage gegen die Baskets Zwickau, die somit auch den direkten Vergleich für sich entschieden haben, beträgt der Abstand der Longhorns zum rettenden Ufer (Rang 11) bereits drei Siege. Als Tabellen-13. sind die Mittelfranken ein potenzieller Absteiger. Potenziell deshalb, weil sich - je nachdem, wie viele Teams aus der ProB herunterkommen - erst nach der Saison entscheidet, ob es in der Regionalliga einen, zwei oder gar drei Absteiger gibt.


TS Herzogenaurach - Baskets Zwickau 84:87

Im ersten Viertel lief es dabei für die TSH noch sehr gut. Sie spielte wie aus einem Guss und setzten sich gleich auf 11:7 ab. Dabei setzte sich insbesondere Kevin Wysocki in Szene, der neun seiner 26 Punkte erzielte und aus allen Lagen traf. Doch Zwickau etablierte einen offenen Rhytmus und produzierte ebenfalls Punkte am Fließband. Centerspieler Andreas Endig machte mit seinen körperlich deutlich schwächeren Gegnern, was er wollte. Es ging heiter hin und her, beide Teams punkteten nach Belieben. Zur Viertelpause führten die Gastgeber mit 27:24.

Im zweiten Durchgang lief es zunächst weiter rund für die TSH. Mike Kaiser und Nils Haßfurther trafen aus der Distanz, Herzogenaurach baute den Vorsprung aus. Doch nach einer Auszeit der Zwickauer drehte der Wind: Angeführt von Centerspieler Mario Nagler (120 Kilo bei 2,05 Metern Körpergröße) rissen die Gäste das Ruder an sich. Die Sachsen verkürzten Punkt um Punkt und schafften bis zur Pause den Ausgleich (47:47).


Viel zu viele Fehlwürfe

Das hinterließ Wirkung bei den Longhorns, die im dritten Viertel komplett den Faden verloren. Sie verlegten sich auf Fernwürfe, die nur selten ihr Ziel fanden, und ermöglichten Zwickau eine ganze Reihe von Fast-Break-Chancen, die die Gäste zu nutzen wussten. Vor allem der pfeilschnelle Hendrik Bellscheidt war hier nicht zu stoppen. Bei der TSH sorgte Kevin Wysocki für Schadensbegrenzung, doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Sachsen auf 69:58 davonzogen.

Der Schlussabschnitt war hart umkämpft, selbst das Publikum im Herzogenauracher Hexenkessel lief zu Höchstform auf. Die Longhorns bliesen erfolgreich zur Aufholjagd, kamen wieder bis auf 76:79 heran (36.). Der starke Verdran Nakic ballerte aus allen Lagen und traf traumwandlerisch sicher. Doch auch die Zwickauer gaben keinen Deut nach und kamen durch ihre Centerspieler Mario Nagler und Andreas Endig konstant zu Punkten. Letztendlich versuchten die Aurachstädter alles, konnten aber das Spiel nicht mehr drehen und verloren schließlich knapp und unglücklich mit 84:87.


Nachteile unter dem Korb

"Wir haben heute alles probiert, aber in den entscheidenden Situationen hat uns das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Da wir deutliche Nachteile unter dem Korb hatten, mussten wir uns auf unsere Außenspieler verlassen, die leider einen Dreier zu wenig trafen", analysierte TSH-Coach Benedikt Aumeier, der physisch starke Zwickauer gesehen hatte, die sich immer wieder zweite und dritte Wurfchancen erarbeiteten. "Dadurch liefen unsere Abwehrbemühungen bisweilen ins Leere. Trotz der harten Niederlage müssen wir konzentriert weiterarbeiten und darauf warten, dass sich unsere Trainingsleistung endlich im Spiel niederschlägt und wir vielleicht doch noch den Umschwung schaffen."

TS Herzogenaurach: Meredith (3), Gahlert, Ngom (8), Übbing (5), Nakic (12), Kaiser (14), Wysocki (26), Feuerpfeil, Ghotra (5), Haßfurther (11)