Irgendwie wirken die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach derzeit wie ein Organismus, der erkrankt, sobald er an einer anderen Stelle wieder geheilt ist. Denn jedes Mal, wenn ein verletzter Spieler wieder auf dem Platz stehen kann, können sich die Longhorns schon fast darauf einstellen, dass ein anderer den Weg ins Krankenlager antreten muss. So auch in dieser Woche. Mike Kaiser kehrte nach zweimonatiger Verletzungspause wieder zurück und erzielte gleich 13 Punkte, im Gegenzug fiel die bisherige Lebensversicherung Ryan DeMichael mit einer Grippe aus - ein Verlust, den die TSH beim Keller-Konkurrenten nicht kompensieren konnte.

SB DJK Rosenheim - TS Herzogenaurach 84:50

Da Monty Rogers und Adrian Dlugosch schon seit geraumer Zeit fehlen, musste Herzogenaurach ohne etatmäßigen Center-Spieler auskommen.
"Glücklicherweise kommen jetzt die Faschingsferien und wir haben zwei Wochen Zeit, wieder in Form zu kommen und uns als Team wiederzufinden", sagte Longhorns-Trainer Angelos Plantzas. "Wir haken die bisherige Saison jetzt ab, starten für die letzten acht Spiele nochmal von Neuem und werden alles dafür tun, die Liga zu halten."

Rosenheim übernahm von Beginn an das Kommando, dominierte durch Marco Lachmann die Zone unter dem Korb. Der 2,08 Meter große Spieler tobte sich dort nach Belieben aus und holte alleine im ersten Viertel acht seiner insgesamt 19 Punkte. Unterstützung fand er in dem alles überragenden Jguwon Hogges, der die Fabelstatistik von 23 Punkten, neun Rebounds und sechs Assists auflegte. Die TSH wehrte sich nach bestem Bemühen, Mike Kaiser und Jan Koranda trafen solide aus der Mitteldistanz, was aber an der Führung der Gastgeber nach dem ersten Viertel nichts änderte (23:14).

Entscheidung im dritten Viertel

Auch im zweiten Abschnitt veränderte sich an der Art des Spiels nichts. Aufgrund des nicht vorhandenen Center-Spiels musste sich die TSH zu sehr auf die Würfe von außerhalb der Zone verlassen - die das Ziel verfehlten. Da aber dementsprechend auch kein Herzogenauracher Spieler für den Rebound zur Verfügung stand, taten sich die Rosenheimer leicht, die Abpraller einzusammeln und daraus ihre Schnellangriffe zu starten. Nur Toni Donhauser und Benno Schüpfling gelang es in dieser Phase, ab und an zu punkten. Die Konsequenz daraus war, dass das Spiel zur Halbzeit beim Stand von 25:45 im Grunde schon entschieden war.

Doch spätestens nach dem dritten Viertel sahen wohl auch die größten Optimisten ein, dass nicht mehr viel für die Longhorns zu holen sein dürfte. Denn die mit nur acht Spielern angereiste TSH konnte das Tempo der Rosenheimer nicht mehr mitgehen. Lediglich fünf Zähler gelangen Herzogenaurach bis zum Viertel-Ende noch - deutlich zu wenig, um noch irgendetwas am Spielausgang ändern zu können. Das vierte Viertel verstrich dann ohne weitere Höhepunkte, beide Mannschaften hatte sich mehr oder weniger auf einen Waffenstillstand geeinigt und so siegte der Tabellenzwölfte aus Rosenheim am Ende auch in der Höhe verdient.

Die Longhorns müssen nun aufpassen, nicht in akute Abstiegsgefahr zu geraten, da sie mit einer Bilanz von 6:12 Siegen auf dem elften und damit viertletzten Rang liegen. Plantzas richtete kurz nach der Schlusssirene seinen Blick bereits auf die anstehenden Aufgaben: "Vielleicht kann Adrian Dlugosch demnächst wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Markus Person könnte auch bis zum Heimspiel gegen Nördlingen wieder zurückkommen und somit sind die Zukunftsaussichten wieder deutlich besser."

TS Herzogenaurach: Hüttel, Patton (2), Kaiser (13), F. Simon, Koranda (15), Ort (1), Buniatian, Donhauser (11), Schüpferling (8)