Denn den Longhorns ging in dieser Partie einfach die nötige Portion Leidenschaft ab, die für ein Basketballspiel nötig ist. Und auch die 300 Zuschauer in der halle machten nicht genug Lärm, um die herzogenauracher aus ihrer lethargie zu holen. Insgesamt kann werden, dass sowohl die Würzburger Mannschaft als auch das Würzburger Publikum mehr Disziplin an den Tag legte, als die TSH.

Takeoff Würzburg Baskets - TS Herzogenaurach 94:78

Im ersten Viertel sah das Ganze aber eigentlich noch recht gut aus. Die Longhorns starteten ordentlich, der beste Herzogenauracher, Toni Donhauser, hielt seine farben mit drei Dreiern im ersten Viertel im Spiel. Denn auch die Mainfranken punkteten fleißig, insbesondere Paul Brotherson (29 Zähler) stand Donhauser in nichts nach und erzielte seinerseits zwei Dreier und noch drei Zweipunktwürfe.
So stand es nach fünf Minuten 12:11 für die Gastgeber. Jetzt mischten sich auch andere Spieler in das Scoring ein, namentlich der kämpferische Markus Person und Ali Awarke. Dennoch blieben die Würzburger dran und lagen zur Viertelpause nur 20:21 hinten.
Im zweiten Durchgang fiel die Vorentscheidung: Denn irgendwie verloren die Aurachstädter vollends den Faden. Die hängenden Schultern und Köpfe sprachen Bände und die Mainfranken nutzten dies gnadenlos aus. Paul Brotherson traf weiterhin aus allen Lagen und bewies sein Ausnahmekönnen mit einer perfekten Wurfquote bis zur Halbzeitpause, und das Kraftpaket Felix Hoffmann(23) wuchtete einfach alles, was ihm zur Verfügung stand in Richtung Korb und rammte alles, was ihm Weg stand, weg. So erzielten Gastgeber 34 Punkte, die mutlosen Herzogenauracher nur 14. Halbzeitstand: 54:35.

Aufholjagd für die Ehre

In der zweiten Hälfte bewiesen die Longhorns, dass sie Basketball spielen können. Mike Kaiser und Monty Rogers übernahmen nun mehr Verantwortung in der Offensive, während hinten Adrian Dlugosch, Julian Patton und Ali Awarke die Rebounds sicherten und die Zone dicht machten. So verkürzten die Herzogenauracher zunächst auf 58:43. Doch Würzburg zog wieder an. Der zwei Meter große Max Ugrai (13) wühlte sich unter dem Korb zum Erfolg, Dampframme Felix Hoffmann demonstrierte, dass Basketball kein körperloser Sport ist und zeigte den Schuhstädtern, wohin sie in Sachen Einstellung wieder kommen müssen. Vor dem letzten Viertel lag Würzburg wieder deutlich mit 76:52 in Front.
Das Spiel war gelaufen, aber man muss den Longhorns zumindest lassen, dass sie nun alles gaben. Hinten wurde entschlossener agiert und die Trefferquote stieg. Benno Schüpferling und Toni Donhauser trafen ihre Dreier und sieben Minuten vor Schluss waren die TSHler noch mal auf zwölf Punkte dran (82:70). Doch dann folgten einige unnötige Fehler, die der Tabellenzweite um den überragenden Paul Brotherson auszunutzen wusste und am Ende hochverdient mit 94:78 gewann.

Analysieren und Konsequenzen ziehen

"Es war heute einfach eine durchgehend seltsame Stimmung in der Halle und in unserer Mannschaft. So etwas passiert im Sport immer wieder, auch Bayern München verliert mal gegen nen Zweitligsten", erklärten die TSH-Trainer Angelos Plantzas und Peter Simon nach der Partie. Sie kündigten, die Partie genau zu analysieren und Konsequenzen zu ziehen. "Nächste Woche steht gegen Treuchtlingen das nächste wichtige Spiel an, und wir sind uns sicher, bis dahin wieder die richtige Einstellung zu haben. Dafür müssen wir aber wieder hart arbeiten. Unsere Mannschaft hat schon häufig Charakter bewiesen und das wird sie auch diesmal tun", betonte Plantzas.