Jubelszenen, Umarmungen und Standing Ovations. Die 1.-Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach haben ihren zweiten Saisonsieg eingefahren. In der Sporthalle des Gymnasiums besiegte die Mannschaft von Mario Dugandzic München Basket und zieht in der Tabelle am Gegner vorbei auf Rang 12.


TS Herzogenaurach - München Basket 82:71

Die Aurachstädter haben nach dem hart umkämpften Sieg wieder Tuchfühlung zum Mittelfeld und können erst einmal kurz durchatmen. "Endlich haben wir mal ein knappes Spiel nach Hause gebracht", sagte Dugandzic erleichtert, der den Erfolg an zwei Dingen festmachte: "Einerseits haben die Baskets nicht die individuelle Klasse einer Mannschaft wie Ansbach oder Schwabing.
Andererseits haben unser Jungs schon in den ersten sieben Saisonspielen deutlich an Erfahrung gewonnen und vermeiden mehr und mehr die einfachen Fehler."

Das erste Viertel startete extrem ausgeglichen. Beide Teams fanden schnell ihren offensiven Rhythmus und so entwickelte sich ein sehr unterhaltsames Spiel. Für die Herzogenauracher punktete der starke und wieselflinke Nelson Weidemann immer wieder, auf der Gegenseite hielt Sebastian Ebertz mit allein acht seiner 18 Punkte dagegen. Über das gesamte erste Viertel spielten beide Teams aber vor allem einen ansehnlichen Teambasketball, in dem alle Spieler ihren Beitrag zu einem Spektakel leisteten. Die TSH hatte mit 29:26 knapp die Nase vorn.

Im zweiten Abschnitt ging es ähnlich weiter, wobei die Punktausbeute etwas sank. Dies lag auf Seiten der Aurachstädter vor allem daran, dass sie sich immer wieder leichte Fehler erlaubten. Das hielt die Gäste im Spiel, da sie durch die Ballgewinne immer wieder zu leichten Fast-Break-Punkten kamen. Zum anderen lag es daran, dass die Münchner auch Schwierigkeiten gegen die aggressive Verteidigung der Herzogenauracher hatten und so im Halbfeldspiel wenig zustande brachten. In der Offensive übernahmen für die Longhorns die Routiniers Mike Kaiser und Monty Rogers die Verantwortung und ermöglichten eine 48:46-Halbzeitführung.


Zwölf Rebounds in 15 Minuten

Im dritten Viertel blieb es spannend. Der Fokus richtete sich vermehrt auf den Kampf und die Defensive. Es fielen deutlich weniger Punkte und es wurde um jeden Ball gekämpft. Hier tat sich Willy Inkulu hervor, der in 15 Minuten Spielzeit sagenhafte zwölf Rebounds sowie acht Punkte einsammelte und wichtige Akzente setzte. Zudem forcierte der erneut starke Braslav Turic seine Anstrengungen und setzte sich immer wieder unter dem Korb durch. Doch so schnell wollten sich die Gäste nicht geschlagen geben und fanden in Felix Schuck und Stefan Arenz ihre Punktegaranten, die das Ergebnis vor dem Schlussabschnitt auf 66:63 stellten.

Wer nun Sorge hatte, dass die Longhorns erneut kurz vor Ende ein Spiel aus der Hand geben würden, sah sich getäuscht, denn sie verteidigten und kämpften wie die wilden Stiere und erstickten die Offensivbemühungen der Landeshauptstädter fast gänzlich. Diesen gelangen in den letzten zehn Minuten nur mickrige acht Pünktchen, während die TSH 16 auflegte. Man merkte, dass insbesondere das Zusammenspiel von Kaiser und Weidemann mittlerweile funktioniert, denn wann immer einer der beiden kurz schwächelte, übernahm der andere und hielt die TSH, die auch in der Höhe verdient gewann, konstant auf Touren.


Vorfreude auf Heimspiele

Nach vielen knappen Niederlagen durften die Longhorns-Fans endlich den zweiten Saisonsieg bejubeln und werden sich auf die kommenden Heimspiele der TSH freuen. "Unser Zusammenspiel funktioniert besser, da wir nun wissen, wer in welcher Situation den Ball braucht und wie wir dies auch bei hohem Verteidigungsdruck gewähren können. Insgesamt sind wir extrem froh, uns und unsere Fans für unsere harte Arbeit belohnt zu haben", sagte Dugandzic.
TSH: Kaiser (18), Inkulu (8), Turic (13), Rogers (15), Weidemann (21), Teka, Ghotra (2), Person, Kamdem, Übbing, Handt.