Für die 1.-Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach war es mal wieder einer dieser Abende, an dem man wirklich alles probiert hatte, am Ende aber doch alles vergebens war: Die Longhorns verloren nach einem zähen Kampf denkbar knapp mit 76:79 gegen die Cypex Bayreuth und liegen damit auf dem sechsten Tabellenrang.

Das erste Viertel lief extrem schlecht aus Herzogenauracher Sicht: Zwar hatte man immer wieder gute und offene Würfe, aber sie fielen einfach nicht rein. Auf Seiten des Tabellen-Neunten wurde vor allem der starke Centerspieler Julius Seither (17 Punkte) häufig gut in Szene gesetzt. Bei Herzogenaurach besonders der wieder einsatzbereite Monty Rogers die Seinigen im Spiel - und so stand es nach den ersten zehn Minuten 15:23 für die Wagnerstädter.

Im zweiten Viertel sollte sich das Spiel nun komplett drehen: Der longhornsche Angriffsmotor lief auch Hochtouren, insbesondere Toni Donhauser explodierte nun
förmlich, traf einen Dreier und legte gleich zwei Zweier nach - und die TSH verkürzte den Rückstand auf 32:30. Und der Offensivdrang war weiterhin nicht zu zügeln: Markus Person und Mike Kaiser zogen mit viel Elan zum Korb und netzten dort ein, bei den Bayreuthern hielt lediglich der 2,10 Meter große Center Christoph Jungbauer dagegen. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Longhorns zur Halbzeit dann mit 43:39 führten.

Nach der Pause ging es zunächst genauso gut weiter, nach zwei weiteren Spielminuten führte die TSH mit 49:41. Jetzt sollte Folgenschweres passieren: Der vermeintlich wichtigste Bayreuther, Christoph Jungbauer, verletzte sich schwer. Ihm sprang die Kniescheibe raus. Die Wagnerstädter entwickelten eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität, während die Longhorns sich wohl in falscher Sicherheit wähnten. Ergebnis dieses kleinen Spielchens war, dass auf Herzogenauracher Seite fast gar nichts mehr ging, auf Bayreuther dafür aber fast alles. So konnten die Gäste bis zur Viertelpause mit 57:60 in Führung gehen.

Kein Glück aus der Distanz

Aber jetzt fingen sich die Herzogenauracher wieder, kamen durch Toni Donhauser und Ali Awarke wieder zu Punkten und gestalteten das Spiel ausgeglichen - konnten aber nie in Führung gehen. Immer wieder gab es Situationen, in denen man glaubte, jetzt könnte sich das Spiel drehen, aber die Wagnerstädter hatten immer die richtige Antwort parat. So etwa auch beim Stand von 73:75 für die Gäste. Die Herzogenauracher hatten den Ball, kamen zu einem relativ freien Dreier, aber vergaben diesen. Auf der Gegenseite traf Tim Brauner einen extrem schweren, da gut verteidigten Dreier, und die Bayreuther lagen mit 78:73 in Front - bei noch 23 Sekunden auf der Uhr. Mike Kaiser schnappte sich den Ball, rannte über das Feld und verwandelte sofort einen Dreipunktwurf. Es stand 76:78. Die Longhorns foulten sofort, sodass Julius Seither zwei Freiwürfe bekam, jedoch nur den zweiten traf. So hatten die Herzogenauracher beim Stand von 79:76 den Ball und spielten sich noch einen freien Dreier heraus. Er sah gut aus, sprang in letzter Sekunde aber doch noch raus - und die Longhorns standen mit traurigen Gesichtern in der Halle.

" Irgendwie sind wir heute nie so richtig ins Spiel gekommen. Wir haben zwar alles probiert, aber nur im zweiten Viertel kamen wir mal so richtig ins Laufen. Ansonsten mussten wir für jeden Korb hart kämpfen. Insgesamt hatten wir aber genug offene Würfe, um das Spiel gewinnen zu können, aber es sollte einfach nicht sein. Hätten wir allein schon eine vernünftige Freiwurfquote gehabt, hätte es ausgereicht. Da wir nun endlich wieder gesund sind, rechne ich mit einer deutlichen Leistungssteigerung schon im nächsten Spiel", sagte Longhorns-Trainer Peter Simon.