Über 600 erwartungsvolle Zuschauer hatten sich von der Bundesliga-Begegnung der Herzogenauracher Handballerinnen gegen den souveränen Spitzenreiter HC Leipzig ein Handball-Highlight erwartet und wurden nicht enttäuscht. Zwar unterlagen die Gastgeberinnen am Ende etwas zu hoch mit 25:31 (13:18), doch boten sie über weite Strecken durchaus Paroli. Besonders zu erwähnen ist, dass sich beide Teams mit großem Erfolg bemühten, Handball im Sinne des Wortes zu spielen. Überhärte war auf beiden Seiten verpönt, und dass der Tabellenführer seiner Favoritenrolle gerecht wurde, lag primär daran, dass er mit seinem professionellen Aufwand gerade in den entscheidenden Phasen weniger Fehler beging.

3. Liga Ost

TS Herzogenaurach - HC Leipzig 25:31

Die TSH ging mit 2:0 in Front und blieb bis zur 10. Minute absolut auf Augenhöhe (6:6). In der tollen Atmosphäre zeigten die Gäste aber zunehmend, warum sie bislang ohne jeden Punktverlust die Liga dominieren. So erhöhte der HC von Minute zu Minute zunächst den zählbaren Abstand zur TSH und nachfolgend automatisch auch das eigene Selbstbewusstsein. Der Halbzeitstand gibt in etwa das wieder, was sich auf dem Spielfeld zugetragen hatte. Zu sicher und perfekt war Leipzigs Auftritt in Herzogenaurach. Selbst ein Zwischenspurt mit der Verbesserung von 14:20 auf 20:24 in der 43. Minute brachte die Gäste nicht wirklich in Verlegenheit.

Nina Bestle zeigt gute Leistung

Auf TSH-Seite zeigte Nina Bestle ihre wohl beste Leistung dieser Saison, auch Laura Wedrich und Saskia Probst überzeigten mit großartigen Aktionen. Kristin Lang nutzte die wenigen Möglichkeiten am Kreis eindrucksvoll und gemeinsam mit Tanja Küffner gelang auch das schönste Tor, als die Linkshänderin im Fallen von der Eckfahne mit einem Kempa-Pass Lang zum Sprungwurftreffer verhalf. Dass Trainer René Friedrich auch in dieser schweren Begegnung allen Protagonistinnen die Chance gab, an dem Erlebnis teilzuhaben, ist der Motivation für die Rückrunde ganz bestimmt zuträglich. In einer durchgängig fairen Begegnung hatten die beiden Schiedsrichter es nicht schwer und passten sich dem hohen Niveau der Begegnung an. "Mit der Einstellung war ich absolut zufrieden", sagte Friedrich. "Letztlich waren es technische Kleinigkeiten, die entschieden haben, das wurde von Leipzig sofort bestraft. Dennoch gehen wir zuversichtlich in die Rückrunde."

TSH: Ebersberger, Gerling - Stephan (1), Egle, Wedrich (9/4), Bestle (2), Brockschmidt, Probst (5/1), Schneidereit (1), Lang (3), Theobald, Mittelheisser, Küffner (2), Neumann (2)