Statt dem erhofften und so bitter nötigen Sieg gab es für die Regionalliga-Basketballer der Turnerschaft Herzogenaurach eine der wohl bittersten Niederlagen in dieser Saison. Mit 73:85 verloren die Longhorns gegen die TenneT young heroes Bayreuth und müssen nun ernsthaft befürchten, doch noch auf den letzten Tabellenplatz abzurutschen.
Die Wagnerstädter sind zwar aktuell noch das Schlusslicht, haben aber nur noch einen Sieg weniger als die TSH auf dem Konto. Besonders problematisch ist dabei, dass die Longhorns durch die Pleite mit zwölf Punkten Unterschied auch den direkten Vergleich verloren haben und so bei Punktgleichstand hinter den Oberfranken stehen würden.


TS Herzogenaurach - BBC Bayreuth II 73:85

Die Longhorns bekamen vom Kooperationspartner in Nürnberg doch nicht die erhoffte Hilfe, weil man übereingekommen war, dass die höhere Liga vorgeht. Also trat das Team von Trainer Benedikt Aumeier dezimiert an und tat sich schwer, seinen Rhythmus zu finden. Während die Bayreuther geistig hellwach und aggressiv auftraten, wirkten die Herzogenauracher phlegmatisch. Dementsprechend langsam war der Spielaufbau der TSH, die so beim Abschluss immer wieder unter Zeitdruck kam. Folglich gab es eine ganze Reihe an Fehlwürfen, die die Gäste blitzschnell in Fast-Breaks umwandelten.
Punkt um Punkt zogen die Wagnerstädter davon und das Herzogenauracher Publikum rieb sich verwundert die Augen, als es nach zehn Minuten auf die Anzeige starrten. 9:32 war da zu lesen - ein verbissener Kampf um den Klassenerhalt sieht anders aus. Viel zu zahm wirkten die Aurachstädter, viel zu vorsichtig gingen sie ihre Aktionen an. Doch nach der kurzen Pause kam Herzogenaurach endlich besser ins Spiel, vor allem in der Verteidigung war eine starke Verbesserung erkennbar. Der bedingungslose Kampf rückte nun ins Zentrum der Bemühungen, und die Bayreuther taten sich gegen die Zonenverteidigung der TSH extrem schwer. Offensiv übernahm für die Longhorns nun Tobias Übbing die Verantwortung, rackerte unter dem Korb unermüdlich und war erfolgreich. So gestaltete sich dieses Viertel ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die TSH, und so stand es zur Halbzeit 25:46.


Gastgeber kämpfen sich zurück

In der Halbzeitpause tankten die Longhorns mächtig Selbstvertrauen und sie spielten fortan wie aus einem Guss. Vedran Nakic und Mike Kaiser übernahmen die Punkteproduktion für die ihrigen und verkürzten damit den Rückstand sukzessive. Auf der Gegenseite hielt Julian Seither mit Engagement am Zonenrand die Fahnen des BBC hoch. Mit Wucht und Power schob er seine deutlich schwächeren Gegner nach Belieben durch die Zone. Häufig wussten sich die Herzogenauracher dann nur mit einem Foul zu helfen, da er aber acht von acht Freiwürfen traf, hatte dieses Mittel wenig Erfolg. Doch die TSH hatte das Momentum auf ihrer Seite, und vor dem Schlussabschnitt war sie beim Stand von 54:64 wieder im Rennen.
Auch im letzten Viertel behielten die Aurachstädter das Zepter in ihrer Hand und fanden in Ben Gahlert und Tim Handt Punktegaranten. So verkürzten sie nach drei Minuten auf fünf Punkte, und die Halle brannte. Nach ein paar fragwürdigen Entscheidungen beschwerte sich Mike Kaiser bei den Schiedsrichtern, welche ihm zwei technische Fouls gaben und des Feldes verwiesen. Durch diesen Verlust und die daraus resultierenden Freiwürfe geriet Herzogenaurach wieder deutlicher ins Hintertreffen und schaffte es trotz aller Bemühungen danach nicht mehr zu verkürzen.
"Uns haben die ersten Minuten das Spiel gekostet. Wir waren so gut wie nicht existent, und Bayreuth hat alles getroffen. So etwas passiert jungen Mannschaften manchmal, jedoch soll dies nicht als Ausrede gelten. Wir werden uns mit dem Spiel intensiv auseinandersetzen und versuchen, es das nächste Mal besser zu machen", erklärte Longhorns-Trainer Benedikt Aumeier sichtlich enttäuscht.
TSH: Williamson, Feuerpfeil (5), Ghotra, Nakic (14), Kaiser (14), Handt (10), Gahlert (14), Übbing (16)