Wer regelmäßig bei Laufveranstaltungen in der Region startet, der begegnet interessanten Menschen. Der Querläufer Jochen Brosig trifft sich mit einigen dieser ganz unterschiedlichen Laufsportler auf deren Lieblingsrunde. Hans-Peter Schneider engagiert sich als BLV-Laufwart seit Jahren - besonders für den Bayern-Lauf-Cup. Dieser bestand aus zehn Veranstaltungen bei denen an Hand der Platzierung Punkte für die Endwertung gesammelt werden konnten. Besonders in Nordbayern war die Cupserie sehr beliebt. Viele Freundschaften hatten sich aus den konkurrierenden Sportlern entwickelt.

Wann hast Du den ersten BLV-Lauf-Cup durchgeführt und warum soll jetzt Schluss sein?
Hans-Peter Schneider: 2003 habe ich das Thema übernommen. Den Cup gibt es ja nahezu unverändert seit mehreren Jahrzehnten. Wir nehmen uns dieses Jahr eine kreative Pause, um das Konzept zu überdenken.
Zum Beispiel soll die Jugend verstärkt in die Wertung eingebunden werden.

Alle zwei Jahre wurde den Altersklassensieger der Cupwertung ein Sportwochenende in Lindberg bei Zwiesel angeboten. Ein erholsames Aktivwochenende unter Gleichgesinnten mit Sport, Spiel und Spaß. Die Anreise erfolgte freitags. Nach der Begrüßung durch Willi Wahl und Hans-Peter Schneider wurden die Aktiven auf eine Fackelwanderung um den Ort geführt. Eine Vorstellungsrunde nach dem gemeinsamen Abendessen und gemütliches Beisammensein rundeten den ersten Abend ab. Dass dabei reichlich Läuferlatein ausgetauscht wurde, kann man sich denken.

Was gibt Dir der Laufsport?
Anfangs war Laufen für mich Stressabbau. Es gab viel Verantwortung für Mitarbeiter, Produktion und Projekte. Ohne Laufen wäre ich wahrscheinlich gesundheitlich auf der Strecke geblieben. Mittlerweile steht der Spaß am Umgang mit Laufkollegen und gerade auch mit Anfängern an erster Stelle.

Außer dem Lauf-Cup zeichnet Schneider als BLV-Laufwart für die Koordination aller bayerischen Lauftermine verantwortlich. Hier gibt es viel zu beachten. Es gibt zum Beispiel eine sogenannte Abstandsregelung. Innerhalb einer 50-Kilometer-Luftlinien-Grenze dürfen am selben Termin keine weiteren Läufe stattfinden. Dazu hat er sich - lange bevor das Internet nachzog - ein eigenes Computer-Programm erstellt, womit er die Abstände mehrerer Läufe am gleichen Termin ermitteln kann. Die Gesamtplanung alleine erstreckt sich über vier Wochen Vollzeit. Des Weiteren stehen Besuche bei Meisterschaften auf dem Programm. Hans-Peter Schneider erstellt die Ergebnislisten bei Meisterschaften für Laufkalender und Internet, Durchführung von Workshops und Terminbörsen, er führt Laufstatistiken von Meisterschaften, Cup und er nimmt an vielen Sitzungen teil. Das sind nur ein Teil seiner vielfältigen Aufgaben die er ehrenamtlich ausübt.

Das hört sich alles sehr zeitaufwendig an. Bleibt da noch Zeit fürs Laufen oder andere Hobbies?
Auf der Laufstrecke bin ich nur noch viermal in der Woche. Weiteren Ausgleich finde ich in Haus und Garten oder beim aktiven Einsatz im Turnerheim des TS Herzogenaurach. Dann sind da noch Motorradfahren, PC-Kram und Entwicklung von Elektronik für Zeitnahme und deren Programme.

Für den Samstag in Lindberg hatten Hans-Peter Schneider und Willi Wahl eine Wanderung vorbereitet. Es war aber auch möglich, die Langlaufski anzuschnallen oder auf dem Arber der Abfahrt zu frönen. Einige Unverwüstliche nutzten die Zeit für einen lockeren Dauerlauf durch den Nationalpark Bayerischer Wald. Kein Teilnehmer sollte in ein festes Programm gezwungen werden. Jeder konnte auswählen, was ihm Spaß macht. Am späten Nachmittag traf man sich wieder, um gemeinsam beim Kaffee zu plauschen oder in der Sauna zu entspannen. Gemeinsam bestaunten die Sportler einen Film über das "Abenteuer Wüstenreise". Bevor man bis spät in die Nacht zusammen saß, sorgte ein Ratespiel für Heiterkeit.

Wie sieht die Zukunft des BLV-Lauf-Cup aus?
Wir benötigen Unterstützung bei der Koordination. Ziel ist es, den Cup wieder interessant zu machen und die Teilnehmerzahl wieder zu steigern. Ein neues Konzept muss entworfen werden.

Für den Abreisetag war eine gemeinsame Führung durch den Nationalpark vorgesehen. Unter fachkundiger Begleitung eines Nationalpark-Förster ging es zum "Haus zur Wildnis". Hier hatten die Teilnehmer ausgiebig Zeit zum Verweilen. Nach einer Stärkung ging es wieder zurück ins Hotel Riesberghof. Dort verabschiedeten sich die Aktiven in der Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des BLV-Lauf-Cup in 2016.

Run happy and smile!
Euer Querläufer