Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Leichtathleten der Turnerschaft Herzogenaurach an den letzten beiden Tagen. Bei den Bayerischen Block- und Mehrkampf-Meisterschaften der Schüler ging es mal auf, mal ab, Tiefs und Hochs wechselten sich ab, auf die Flaute folgte oft Sturm. Zum Nachteil der Neunkämpfer der Altersklasse M15. Der teils böige Wind machte ihnen derart zu schaffen, dass im Weitsprung alle unter ihren Möglichkeiten blieben.
Im Großen und Ganzen war Trainer Peter Müller, der wie viele der rund 90 Helfer vor Ort Trauerflor für den kürzlich verstorbenen Michael Katzschmann trug, aber mit den gezeigten Leistungen seiner sieben Schützlinge absolut zufrieden. "Vieles war wirklich gut, bei anderen Dingen gibt es noch Luft nach oben. Aber so ist das eben im Mehrkampf." Natürlich seien die Sportler nie zufrieden und hofften immer darauf, gleich einen großen Sprung nach vorn machen zu können. Das sei nicht in allen Disziplinen möglich, denn "jeder hat seine Stärken und Schwächen", weiß Müller.

Es fehlen wichtige Sekunden


So wie Nico Kaufmair, der gleich feststellte: "Stabhochsprung ist nicht so mein Ding." Dafür lief es für den Neunkämpfer in den Wurfdisziplinen umso besser. 14,45 Meter im Kugelstoßen, waren ein ganz schönes Pfund und spätestens als er sich nach dem Diskuswurf auf Platz 3 des Gesamtklassements vorgeschoben hatte, war klar, dass er den guten Eindruck, den er im Training hinterlassen hatte, würde bestätigen können. Kaufmair setzte vor allem noch auf den Speerwurf als Punktelieferanten. "50 Meter sind möglich" gab sich der 15-Jährige optimistisch. Doch über 42,40 Meter kam er nicht hinaus und musste sich mit Rang 4 begnügen, weil vor allem über die 1000 Meter, die auch nicht gerade zu seinen Paradedisziplinen gehören,schließlich wichtige Sekunden fehlten.

Ziel knapp verpasst


Auch seine Mannschaftskollegen Thomas Krome, Marc Hosseus, Bastian Dittrich und Falk Töpperwien hatten starke Momente. So wusste Krome in den Laufdisziplinen wie immer zu überzeugen, Töpperwien machte seine Sache vor allem im Kugelstoßen ordentlich. Einzig Marc Hosseus blickte etwas missmutig drein. "Der ganze Wettkampf ist blöd gelaufen." Ganz so dramatisch sah es Trainer Müller nicht, aber es hätte mehr sein können. So scheiterte Hosseus im Stabhochsprung an dem selbst gesteckten Ziel, 2,90 Meter Höhe zu überwinden, und musste sich mit zehn Zentimetern weniger zufrieden geben. Dabei hatte er Glück, dass sein Stab nicht die Latte abräumte. Trainer Müller gab jedem der Neunkämpfer immer wieder nützliche Tipps zeigte sich zuversichtlich, dass es in der Teamwertung zu Silber reichen könnte und behielt Recht.

Zwei neue Bestmarken


Niklas Wiesener (M14) wurde von Müller im Block Sprint/Sprung an den Start geschickt - hauptsächlich um Erfahrung zu sammeln. Doch er schlug sich über 80 Meter Hürden wacker und über 1,49 Meter im Hochsprung freuten sich Sportler und Trainer gleichermaßen. Ein gutes Wochenende erwischte auch Isabel Kraus (W15), die jüngst im Training noch etwas geschwächelt hatte. Als einzige Herzogenauracherin im insgesamt rund 300 Sportler starken Teilnehmerfeld musste sie sich gegen viel Konkurrenz behaupten. Im 100-Meter-Sprint und im Kugelstoßen stellte die Siebenkämpferin jeweils neue persönliche Bestleistungen auf und wusste auch bei den Hürden und im Hochsprung zu überzeugen. "Ich hoffe, dass sie heute mal die Fünf-Meter-Marke knackt", wünschte sich Peter Müller vor dem Weitsprung. Doch mehr als 4,69 Meter sprangen nicht heraus.
Leider passen musste Alina Mönius vom TSV Höchstadt, die sich im Schulsport eine Bänderverletzung zugezogen hatte und deshalb kurzfristig absagte.