Im Spitzenspiel der Handball-Bezirksklasse West zwischen der HSG Erlangen/Niederlindach II und dem HV Herzogenaurach ging es für die beiden Mannschaften um alles oder nichts. Ein Sieg der Herzogenauracher oder ein Unentschieden hätten unausweichlich zum Aufstieg des HVH geführt, bei einer Niederlage hätte das für die Konkurrenten aus Niederlindach den Aufstieg bedeutet. Die beiden HVH-Spielertrainer Rothe und Hentschke machten der Mannschaft vor Anpfiff klar, um was es in diesem Spiel geht, jedoch auch, wie wichtig es sei, nicht zu hektisch und übermotiviert in die Partie zu gehen. Die Voraussetzungen für das Spiel waren bestens. Nicht nur, dass man endlich in der Saison mal wieder auf den kompletten Kader zurückgreifen konnte, die vielen mitgereisten Zuschauer und Fans schufen auch eine großartige Atmosphäre in der Halle.

HSG Erlangen/Niederlindach II - HV Herzogenaurach 25:26


Das Spiel begann für den HVH optimal. Das erste Tor gelang zwar den Niederlindachern, doch die Abwehr der Herzogenauracher fand gut ins Spiel und im Angriff gelang zwar nicht alles, aber dennoch genug um die Abwehr der HSG vor große Probleme zu stellen. So wandelte man das 1:0 schnell in eine 1:5-Führung um und konnte den Fünf Tore Vorsprung zunächst halten. Dann aber stellte die HSG ihre Defensive um. Der Halblinke des HVH, Thomas Janson, wurde von nun an eng gedeckt und auch der Rest der Niederlindacher Abwehr agierte deutlich offensiver. Dadurch gelang es den Gastgebern, wieder bis auf ein Tor heran zu kommen. Kurz vor der Halbzeit fingen sich die Herzogenaurach Spieler jedoch wieder, und so wurden beim Stand von 13:16 die Seiten gewechselt.
Was sich in der zweiten Halbzeit abspielte war nun wahrlich nichts für schwache Nerven. Die ersten zehn Minuten verliefen praktisch so wie die erste Halbzeit aufgehört hatte. Herzogenaurach spielte zwar recht annehmbaren Handball, schaffte es aber nicht, gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber nie mehr als eine Drei-Tore-Führung erspielen. Ab der 38. Spielminute wurde es richtig spannend. Das war nicht nur den Niederlindachern zu verdanken, welche anscheinend die Chance auf den Sieg witterten. Herzogenaurach suchte sein Heil unverständlicherweise in Einzelaktionen und der Schiedsrichter sorgte mit einigen nicht nachvollziehbaren Zeitstrafen dafür, dass der HVH fast die Hälfte dieser entscheidenden Phase in Unterzahl bestreiten musste. Auch deswegen drehten die Gastgeber die Partie, glichen zunächst aus und erspielten sich einen Zwei-Tore-Vorsprung. Als es knapp fünf Minuten vor Schluss 24:22 stand, schien es so, als hätte die HSG alle Trümpfe in der Hand.

Ein Doppelschlag entscheidet die Partie


Die Spieler des HV Herzogenaurach besannen sich glücklicherweise noch früh genug auf ihre Stärken. In der Abwehr wurde wieder richtig gearbeitet, Torhüter Andreas Kanka vernagelte den Kasten und im Angriff zeigte Christian Hentschke einmal mehr, dass er dazu fähig ist, ein Spiel in entscheidenden Situationen zu lenken. Beim Stand von 25:24 führten die Hausherren zwar noch knapp vor Schluss, doch den Herzogenaurach gelangen in der Folgezeit zwei Torerfolge hintereinander. Das bedeutete den Endstand, weil es der HVH versäumte, nbachzulegen.
Durch den Aufstieg erhoffen sich die Verantwortlichen des HV Herzogenaurach, Wolfgang und Stefan Hentschke sowie Günther Bundgaard, endlich mehr Erfolg bei ihren Bemühungen, die Trainings- und Spielbedingungen der Mannschaft zu verbessern. "Mit dem Aufstieg hat die Mannschaft selbst den größten Teil dazu beigetragen, dass wir uns in einer besseren Verhandlungsposition gegenüber den offiziellen Stellen, möglichen Trainern und neuen Spielern befinden. Die Mannschaft hat dem HVH mit diesem Sieg einen riesigen Verdienst erwiesen", betonte Wolfgang Hentschke.