In einem niveauvollen Bezirksoberliga-Derby gegen den TV Erlangen-Bruck III hat die HSG Erlangen/Niederlindach lange eine solide Abwehrleistung gezeigt. Dass die Hausherren in der Erlanger Halle am Europakanal dennoch zum dritten Mal in Folge sieglos blieben, lag am eigenen Angriffsverhalten. Zudem musste die ohnehin ersatzgeschwächte Mannschaft im Laufe der Partie zwei weitere Ausfälle verkraften.

Bezirksoberliga Ostbayern, Männer: HSG Erlangen/Niederlindach - TV Erlangen-Bruck III 18:23

Nachdem die HSG vor zwei Wochen nur ein unbefriedigendes Unentschieden gegen den direkten Tabellennachbarn aus Sulzbach/Rosenberg erspielt hatte, war Zeit, um sich von Blessuren zu erholen und offene Baustellen zu bearbeiten. Trainer Klaus Watzinger musste den Kader erneut mit Spielern aus der zweiten Mannschaft auffüllen. So ersetzten Christian Rowold und Matthias Dubiel Max Willert, Benedikt Laubmann und Dennis Gilg. Mittelmann Max Erhardt meldete sich nach längerer Verletzungspause zurück. Der Niederlindacher "Lieblingsgegner" rekrutierte sogar Ex-Zweitligaspieler Georg Münch, um seine Niederlagenserie gegen die HSG zu beenden.

In den ersten zehn Minuten beschnupperten sich die Teams. Anschließend folgte ein 4:0-Lauf der Gastgeber zum 7:4, ehe der TV-Trainer eine Auszeit nahm. Es dauerte fünf Minuten, bis die Worte von Eldridge Herzberger fruchteten. Zwar überzeugte die HSG weiter mit Defensivarbeit und zwang die Brucker häufig zu bedrängten Abschlüssen, doch das Angriffsspiel kam über die gesamte Partie nicht in Fahrt. Schritt für Schritt näherten sich die Gäste und erzielten kurz vor der Pause den Ausgleich (9:9). Der starke Robin Schmieding brachte die Hausherren aber noch mit einem Vorsprung in die Kabine.

Coach fordert Cleverness

Watzinger lobte die Abwehrarbeit seiner Jungs, ermutigte jedoch zu mehr Cleverness und Geduld im Angriff. Allerdings setzten sie die Forderungen des Trainers in der zweiten Halbzeit weitgehend nicht um, zumal der dezimierte Kader kräftesparende Maßnahmen erforderte. Der TV legte innerhalb von sechs Minuten einen 5:0-Lauf hin. Nun erwachte die HSG aus ihrem Pausenschlaf und hielt das Ergebnis eine Viertelstunde lang konstant.

Dann erspielten sich die Gastgeber wieder schnelle und druckvolle Tore, Anton Käppner zwischen den Pfosten war ein starker Rückhalt. Nachdem Torgarant Lukas Stübinger mit einer streng ausgelegten, aber nachvollziehbaren roten Karte des Feldes verwiesen wurde, musste Rückraumshooter Marco Loncar mit einer Platzwunde im Gesicht ins Krankenhaus. Die verbliebenen Heimakteure zeigten Kampfgeist und verkürzten dank Schmieding, Ben Sackmann und Erhardt auf 17:19, ehe drei schnelle Tore der Brucker das Spiel endgültig entschieden.

In einem schön anzuschauenden Derby, das alles zu bieten hatte, musste sich die HSG der dritten Mannschaft von "Brooklyn United" vollkommen zurecht geschlagen geben. An den Abwehrreihen und Torhütern lag es nicht. Das Problem des unstrukturierten Angriffs und die hohe Zahl der Fehlwürfe müssen in den Trainingseinheiten analysiert und behoben werden. Am Sonntag ist die Watzinger-Sieben ab 15 Uhr in der Forchheimer Realschulhalle bei Kellerkind SV Buckenhofen zu Gast. HSG Erlangen/Niederlindach: Hückel, Käppner - Dubiel, Erhardt (3), Gumbert (1), Hauer, Loncar (2), Rowold, Sackmann (3), Schmieding (6/2 Siebenmeter), J. Stübinger, L. Stübinger (3)