Trotz der frühen Führung durch Jari Neugebauer hat der Höchstadter EC eine Niederlage kassiert. In der Oberliga Süd verloren die Alligators beim Deggendorfer SC mit 2:5 (1:2, 0:3, 1:0) und verpassten den sechsten Sieg nacheinander trotz ordentlicher Leistung klar.

Eishockey-Oberliga Süd, Männer

Deggendorfer SC - Höchstadter EC 5:2

Ohne Jiri Mikesz, Domantas Cypas, Thilo Grau und Alexander Diel, dafür mit dem neuverpflichteten Dominik Zbaranski in der dritten Angriffsreihe spielten die Alligators in der Deggendorfer "Festung an der Trat". Auch die Hausherrent präsentierten einen Neuzugang: Der neue Mentaltrainer Chris Heid verfolgte die Partie an der Deggendorfer Bande neben Cheftrainer Henry Thom.

Mit dem 4:5 in Höchstadt vom vergangenen Sonntag im Hinterkopf machte Deggendorf früh Druck, der DSC schien auf Revanche aus zu sein. Doch die Alligators überstanden den frühen Sturmlauf der Gastgeber schadlos, fanden bald ins Spiel - und gingen in Führung: Jari Neugebauer brach einen Angriff vermeintlich ab, zog dann aber über links wieder ins Angriffsdrittel und traf flach ins lange Eck zum 1:0 für Höchstadt (6.).

Deggendorf nutzt die Höchstadter Fehler

Lange hatte die HEC-Führung aber nicht Bestand, denn zwei Minuten später nutzte Deggendorf ein Missverständnis in Höchstadts Defensive aus: Elia Ostwald passte zu David Seidl hinter das Tor, alle Alligators rechneten mit einem weiteren Pass in den Slot. Doch stattdessen nutzte Seidl die Lücke, zog vor das Tor und traf aus der Drehung oben rechts (8.).

Aus einem Höchstadter Fehler im Aufbau resultierte dann das 2:1 für den DSC: Andrew Schembri bekam am HEC-Drittel die Scheibe aufgelegt, zog den Sprint an und legte vor dem Tor quer für René Röthke, der cool vollstreckte (12.).

Mittlerweile hatte sich ein lebhaftes, temporeiches Spiel entwickelt, in dem die Höchstadter aus ihrer ersten Überzahlsituation kein Kapital schlugen. Kurz vor dem Drittelende hatte Niklas Jentsch aber den Ausgleich auf dem Schläger: Stark vom Maxim Kryvorutskyy eingesetzt tauchte Jentsch vor DSC-Goalie Niklas Deske auf, zielte aber knapp am Tor vorbei (17.). Auf der Gegenseite zwang Seidl Alligators-Torwart Benjamin Dirksen zu einer Glanzparade (18.), auch den Schlagschuss von David Kuchejda (19.) parierte Dirksen.

63 Sekunden vor der Pause schepperte es am - aber nicht im - Deggendorfer Tor: Anton Seewald traf aus halbrechter Position den Innenpfosten. Pech für die Gäste, Glück für den DSC, der die knappe Führung in die erste Pause mitnahm.

Starke Deggendorfer finden die Lücken

Auch im zweiten Drittel erwischte Deggendorf den besseren Start, kam zu Chancen und bald zur ersten Überzahlsituation. Kryvorutskyy musste wegen Stockschlags auf die Strafbank und der DSC nutzte diese Gelegenheit: Kuchejda passte links zu Thomas Greilinger, der im Slot mit einer Körpertäuschung Felix Ribarik auswackelte und trocken rechts einschoss (25.).

Dann durften die Alligators wieder in Überzahl ran: Andrew Schembri musste wegen Hakens raus, sofort fand Höchstadt in die Formation und hätte fast verkürzt. Deske parierte jedoch einen Hieb von Milan Kostourek großartig (27.), anschließend blieb Höchstadt ungefährlich.

Als Deggendorf gerade wieder vollzählig war, schlug der DSC erneut zu. Tadas Kumeliauskas zog über rechts das Tempo an und legte vor dem Tor für Kuchejda auf, der locker einschob (29.). Den Alligators entglitt die Partie in dieser Phase, Deggendorf blieb gefährlich und wirkte besser, Höchstadt leistete sich zu viele Fehler.

Glücklose Alligators werden eiskalt ausgekontert

Im Verlauf des zweiten Drittels hätten die Alligators mehrfach ins Spiel zurückfinden können. Mikhail Guft-Sokolov setzte einen Abpraller nach Schuss von Dimitri Litesov hauchdünn neben das freie Tor (31.), Milan Kostourek scheiterte abermals am bärenstarken Goalie Deske (35.). Doch statt des Anschlusstreffers musste Höchstadt die Verletzung von Neugebauer verkraften, der beim Konterversuch in Unterzahl nach Kontakt mit Ostwald ins Deggendorfer Tor rauschte.

Ostwald musste auf die Strafbank, ihm folgte Marcel Pfänder, der mit der Entscheidung unzufrieden war. Statt Unter- spielte Höchstadt die letzte Minute des zweiten Drittels mit vier gegen drei. Doch Torgefahr konnte der HEC nicht entwickeln - sondern kassierte stattdessen das 1:5. Kumeliauskas konterte über links und spielte Doppelpass mit Greilinger, ehe der Lette einschob (39.).

Deggendorf lässt Höchstadt kommen

Neugebauer kehrte nach dem Zusammenprall mit dem Pfosten im Schlussdrittel aufs Eis zurück. Das Comeback gelang den Alligators zwar nicht, doch dass die Moral im Team stimmte. Gegen nun tiefer stehende Gastgeber diktierte Höchstadt den Schlussabschnitt, blieb im Abschluss aber glücklos. Jentsch (42.) verpasste aus spitzem Winkel das leere Tor und aus einer 90-sekündigen doppelten Überzahl schlug Höchstadt ebenfalls kein Kapital (45.).

Der Deggendorfer Sieg geriet in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr, stattdessen hagelte es Zeitstrafen auf beiden Seiten. So bekamen die Special Teams beider Mannschaften viel Spielpraxis, das letzte Tor des Abends fiel aber bei Gleichzahl auf dem Eis: Niklas Jentsch, der zuvor erneut am Aluminium scheiterte, tunnelte Deske zum 2:5-Endstand (59.).