Erstmals seit mehr als zwei Jahren gewinnen die Höchstadt Alligators ein Spiel gegen Memmingen. Der Eishockey-Oberligist schlug den ECDC im Prestigeduell am Montagabend verdient mit 4:2 (2:0, 0:0, 2:2) und feierte damit den vierten Heimsieg nacheinander.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC - Memmingen Indians 4:2

Begleitet von personellen Veränderungen gingen die Gäste aus dem Allgäu ins Spiel: Kontingentspieler Johan Schreiber hat seinen Vertrag am Wochenende aufgelöst, der Schwede wurde von Eigengewächs Donat Peter in der ersten Angriffsreihe ersetzt. Beim HEC spielte der aus Pfaffenhofen verpflichtete Jakob Fardoe anstelle des verletzten Domantas Cpyas im zweiten Abwehrpaar neben Felix Ribarik. Und Maxim Kryvorutskyy, der vom Nachwuchsteam des Augsburger Bundesligisten per Förderlizenz für Höchstadt aufläuft, vertrat den fehlenden Jiri Mikesz in der dritten Höchstadter Angriffsreihe.

Heiß umkämpft waren die Duelle zwischen dem HEC und dem ECDC in der Vergangenheit, das bessere Ende hatten meist die Indians für sich. Das Feuer früherer Tage war zunächst vor allem bei den Gästen zu sehen: Memmingen ging aggressiv in die Zweikämpfe, fuhr die Checks zu Ende und dominierte die Anfangsphase. Benjamin Dirksen im Höchstadter Tor war früh gefordert, verhinderte mit guten Paraden aber den Rückstand.

Offensiv kam von den Alligators zunächst wenig, Umschaltsituationen spielten die Gastgeber nicht gut aus, im Aufbau hatte Höchstadt Probleme mit dem Memminger Pressing. Doch als sich die Gäste einen Patzer erlaubten, war der HEC zur Stelle: Kryvorutskyy eroberte die Scheibe an Memmingens blauer Linie und passte sofort zu Vitalij Aab, der Lukas Steinhauer im Gästetor zum 1:0 überwand (19.).

Und die Alligators legten sogar noch vor der Drittelpause nach: Nach gewonnenem Bully passte Martin Vojcak von der blauen Linie rechts neben das Tor zu Milan Kostourek, dessen Ablage Anton Seewald zum 2:0 nutzte (20.).

Höchstadter Defensive steht gut

Mit Wut im Bauch starteten die Gäste ins zweite Drittel, der HEC ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Memmingen hatte mehr Spielanteile, die ganz großen Chancen fehlten den Indians aber. Das blieb auch so, als Höchstadts Martin Kokes die erste Zeitstrafe der Partie verbüßte (29.). Die Mittelfranken standen im eigenen Drittel stabil, boten Memmingen nur wenig Platz an - und schafften es so, dem Offensivdrang der Indians zu widerstehen.

Stattdessen hätte Höchstadt die Führung sogar ausbauen können: Einen der wenigen Konterangriffe fuhr Milan Kostourek zu Ende, frei vor Steinhauer scheiterte der Angreifer aber (35.). Dabei zog der Angreifer aber eine Zeitstrafe gegen die Gäste, wodurch die Alligators erstmal in Überzahl ran durften. Doch die Alligators blieben zu harmlos und gingen mit der 2:0-Führung ins Schlussdrittel.

Memmingen macht es nochmal spannend

Auch die letzten 20 Minuten spielten die Indians aggressiv und druckvoll, lange fehlte es den Gästen aber an Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Das änderte sich in der 49. Minute: Die Alligators ließen Memmingens Lion Stange zentral vor dem Tor viel Platz, rechts im Eck schlug sein Schuss ein.

Doch Höchstadt konterte sofort: Dimitri Litesov hielt die Scheibe hinter dem Memminger Tor, ehe er Niklas Jentsch einsetzte. Der Youngster schien den Pass zunächst zu vertändeln, bekam den Abpraller aber erneut vor die Kelle und schoss flach ein - 3:1 (51.).

In der Folge stemmten sich die Indians mit aller Macht gegen die Niederlage und machten die Partie tatsächlich nochmal spannend: Zunächst parierte Dirksen einen Memminger Schuss noch, den Abpraller brachte Marc Hofmann aber im HEC-Tor unter (55.). Weil Milan Pfalzer sich im Torjubel aber eine Unsportlichkeit gegenüber der Höchstadter Bank erlaubte, durften die Alligators direkt danach in Überzahl spielen. Weil sich währenddessen Jentsch und ECDC-Topscorer Linus Svedlund in die Haare bekamen, wurde es auf der Strafbank nun gemütlich.

Die Überzahl des HEC verpuffte ereignislos, doch weil Kostourek wenig später erneut gefoult wurde, bekamen die Gäste weitere zwei Strafminuten. Lange blieb Höchstadt aber nicht in Überzahl, denn Neugebauer bekam wegen Hakens und Beinstellen gleich 2+2 Strafminuten aufgebrummt.

Ein völlig kurioses Tor brachte schließlich die Entscheidung: Die Gäste nahmen den Torwart raus, verpatzten in Angriffsposition aber einen Rückpass an die blaue Linie. An allen vorbei rutschte die Scheibe über das ganze Eis - und zum 4:2-Endstand ins Gästetor, den offiziell Vitalij Aab erzielte (59.).