Langsam wird es unheimlich: Der Höchstadter EC fegt auch den SC Riessersee vom Eis. Die Alligators bezwingen den Tabellenvierten zuhause mit 7:3 (1:0, 3:1, 3:2). und träumt mehr denn je von den Play-offs.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC - SC Riessersee 7:3

Mit einem Neuzugang gingen die Alligators ins Spiel: Artjom Alexandrov, in der Vorsaison beim Nord-Oberligisten Herner EV aktiv, hat einen Try-out-Vertrag bei den Alligators unterschrieben und rückte für Thilo Grau in die dritte Angriffsreihe. In Abwesenheit der Nürnberger Förderlizenzspieler kehrte auch Jake Fardoe in den Kader zurück, der Domantas Cypas ersetzte. Bei den Gästen aus Garmisch hielten die Verletzungssorgen an: Schon beim 1:3 gegen Peiting am vergangenen Sonntag fehlten Riessersee neun Spieler, immerhin war die Paradereihe um Ulrich Maurer und den Finnen Eetu-Ville Arkiomaa dabei.

Zurück im Höchstadter Team war auch Maxim Kryvrorutskyy und der Youngster war es, der nach gemächlicher Anfangsphase die erste Chance hatte. Nach Querpass von Vitalij Aab kam Kryvorutskyy zum Abschluss, Michael Böhm im Gästetor parierte (6.). Die Szene markierte den Startschuss für eine wilde Phase, in der beide Teams zu guten Chancen kam. Niklas Jentsch (9., Pfosten), Fardoe (10.) und Anton Seewald (11.) vergaben für Höchstadt . Auf der Gegenseite rettete HEC-Goalie Benjamin Dirksen gegen SCR-Topscorer Maurer (10.), Benjamin Kronawitter schoss aus dem Slot links vorbei (11.).

Wenig Struktur, doch der Höchstadter EC trifft

In der Folge blieb das Spiel hektisch, das Tempospiel überwog, Positionsangriffe waren selten. Die Alligators machten aber den etwas besseren Eindruck - und belohnten sich: In einer Höchstadter Drangphase führte Anton Seewald die Scheibe links neben dem Tor. Seinen Pass zu Martin Vojcak an die blaue Linie spielte der Kapitän umgehend in den Slot, wo Kostourek Goalie Böhm zum 1:0 umkurvte (16.). Riessersee drängte auf die schnelle Antwort, doch Höchstadt rettete den knappen Vorsprung in die erste Pause.

Die Gäste hielten den Druck auch zu Beginn des zweiten Drittels hoch. Sofort schnürte Riessersee den HEC im eigenen Drittel ein - umso mehr, als Nick Dolezal auf die Strafbank musste. Der SCR nutzte die Überzahl sofort: Maurer legte passte an den Bullykreis, Robin Soudek nahm die Scheibe direkt und traf oben links zum 1:1 (23.).

Alligators schlagen eiskalt zurück

Höchstadts Antwort kam prompt: Jentsch tankte sich rechts durch und sah den freien Dimitri Litesov, der aus dem Slot über die Fanghand von Böhm ins linke Eck traf - 2:1 (24.). Und als Kostourek es mit dem Bauerntrick probierte, staubte Seewald ab (25.). Anschließend bot sich dem HEC die erste Überzahlsituation, mit doppeltem Pressing schaffte es Riessersee aber, die Mittelfranken nie in ihre Formation finden zu lassen. Dennoch nahm der Alligators-Doppelschlag den Gästen ihren Schwung. Höchstadt schaffte es wieder besser, die Paradereihe des SCR zu verteidigen - und schlug vorne erneut eiskalt zu: Fardoe schickte Jentsch steil, dessen Ablage Litesov flach rechts zum 4:1 einschweißte (34.).

Bei den Gästen kochte nun der Frust hoch: Maurer checkte Kostourek in die Bande, der Höchstadter Angreifer musste sich behandeln lassen. Zum Ende der folgenden Zeitstrafe kehrte der Knipser aber zurück aufs Eis und wurde mit einem langen Pass sofort in Szene gesetzt. Beim Zug zum Tor wurde Kostourek aber gefoult - Penalty für Höchstadt . Der 38-Jährige vergab die große Chance aufs 5:1 jedoch, Böhm ließ sich nicht überlisten (37.). Mit Wut im Bauch kam Maurer aufs Eis zurück und riss sein Team mit. Riessersee bestimmte die verbleibenden Minuten, traf das Tor aber nicht. Positiv war auch die Strafenbilanz der Alligators , die bis zum Schlussabschnitt lediglich eine Zeitstrafe kassierten.

Riessersee drückt, Höchstadt macht den Deckel drauf

Auch den Schlussabschnitt dominierte anfangs der SCR, der Höchstadt frühzeitig störte. Doch die Alligators ließen sich nicht beeindrucken, lauerten auf Konterangriffe - und bekamen den zweiten Penalty zugesprochen. Kryvorutskyy wurde beim Fastbreak kurz vor dem Tor irregulär gestoppt und durfte dafür frei aufs Gästetor zulaufen. Der Youngster nahm sich die Zeit, guckte Böhm aus und chippte die Scheibe mit der Rückhand zum 5:1 ins Tor - ein Traumtor (44.).

Der Treffer kam der Entscheidung gleich, zwar blieb Riessersee tonangebend und feuerte einen Schuss nach dem anderen auf das Höchstadter Tor ab. Das Glück war jedoch nicht auf Seiten des SCR, für den Arkiomaa am Pfosten scheiterte (46.). Stattdessen erhöhte Kryvorutskyy sogar noch: Nach Vorarbeit des Neuzugangs Alexandrov staubte der Augsburger Förderlizenzspieler ab und machte das halbe Dutzend voll (51.).

Doch damit nicht genug: Als Jentsch wegen Stockschlags auf der Strafbank saß, hebelten Neugebauer und Seewald Riessersee in Unterzahl zum 7:1 aus (53.). Soudek (55.) und Kronawitter (59.) betrieben danach noch Ergebniskosmetik.