Die bittere 2:5-Heimpleite der Höchstadt Alligators gegen Erding war eine Enttäuschung zu viel: Der akut abstiegsgefährdete Höchstadter EC hat Martin Sekera von seinen Aufgaben als Trainer des Oberligisten entbunden. Neuer Cheftrainer ist Mikhail Nemirovsky, der bislang als Spieler zum Einsatz kam.

Lange Zeit stärkte der HEC Sekera trotz einer sehr enttäuschender Vorrunde demonstrativ den Rücken. Der 47-Jährige wusste um die finanzielle Situation der Alligators. Dennoch übernahm Sekera im vergangenen Sommer das Traineramt und stellt sich der schwierige Aufgabe. "Wir mussten unsere Ausgaben reduzieren und einen Umbruch durchführen", erklärt HEC-Sportvorstand Jörg Schobert. Nur vier von 32 Hauptrundenspielen gewannen die Mittelfranken und mussten als Schlusslicht in die Verzahnungsrunde von Ober- und Bayernliga. "Wir haben zur Verzahnungsrunde personell nachgelegt und auf die Trendwende gehofft", sagt Schobert. Doch die Nachverpflichtungen brachten nur mäßigen Erfolg. Mit drei Heimsiegen und drei Auswärtsniederlagen ging der HEC ins Hinrunden-Finale gegen den TSV Erding. Nach dem 2:5 am vergangenen Freitag kippte die Stimmung, die Fans hatten genug gesehen: Lautstarke Schmähgesänge schallten durch das Höchstadter Eisstadion. "Wir mussten handeln und wollen mit dem Trainerwechsel einen neuen Impuls setzen", meint Schobert.

Diesen soll nun Mikhail Nemirovsky bringen, der ab sofort das Kommando auf der Alligators-Bank übernimmt. Der 45-Jährige wurde im November von Bayernligist Bad Kissingen nachverpflichtet, überzeugte aber sportlich nicht: Gegen Erding verbannte Sekera den Deutsch-Ukrainer aus Leistungsgründen auf die Tribüne. "Dass seine Leistungen auf dem Eis vielleicht nicht gepasst haben, ändert nichts an seinen Qualitäten als Trainer", sagt Schobert dazu. Nach einer Analyse der Situation schauten sich die Verantwortlichen des HEC nach möglichen Kandidaten um. Die Wahl fiel auf Nemirovsky, der bei den Kissinger Wölfen fünf Jahre als Spielertrainer aktiv war. "Wir haben uns für eine interne Lösung entschieden. Ich bin sicher, dass Nemo der Mannschaft wieder mentale Stabilität vermittelt", sagt Schobert.

Sein Debüt auf der Trainerbank gibt Nemirovsky am Freitag (20 Uhr) beim Tabellendritten TEV Miesbach. Verzichten muss der neue Coach dabei auf den gesperrten Pascal Kröber und den verletzten Jari Neugebauer. Das erste Heimspiel unter seiner Leitung bestreitet Höchstadt gegen Spitzenreiter Passau (Sonntag, 18 Uhr). "Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen", fordert Schobert. kow