Da die Mannschaft des scheidenden Trainers Hans-Jürgen Kästl den direkten Vergleich mit Verfolger Bergtheim gewonnen hat, könnte dieser selbst bei vier Erfolgen in seinen ausstehenden Partien maximal nach Punkten gleichziehen, was nicht reichen würde, um die TSH von Platz 1 und dem Aufstieg in die 3. Liga zu verdrängen. Sollte Bergtheim am Samstag gegen die HSG Fichtelgebirge nicht gewinnen, dürfte der Spitzenreiter schon vor dem Anpfiff in Rimpar am Sonntag um 16 Uhr jubeln.


SG DJK Rimpar - TS Herzogenaurach

Die Gäste wollen gleich den ersten Matchball verwerten. Allerdings sind die Unterfranken in eigener Halle fast nicht zu bezwingen. Auch die bisherige Bilanz zwischen den beiden Teams - zwei Rimparer Siege, ein Herzogenauracher Erfolg - sollte eine Warnung sein. Selbst der 27:22-Hinrundensieg gegen die nur mit acht Feldspielerinnen angereiste DJK war bis zwölf Minuten vor Abpfiff nicht abzusehen. Bis dahin hatten Saskia Probst und Co. erhebliche Probleme mit der grenzwertig rustikalen Spielweise ihres Gegners, dessen massive 6:0-Abwehr viele Durchbruchsversuche der TSH im Keim erstickte.

Nicht umsonst hat Rimpar nach der Turnerschaft die wenigsten Gegentore der Spielklasse kassiert. Außerdem standen sich damals die zwei wohl besten Torfrauen der Bayernliga gegenüber: Während TS-Keeperin Martina Ebersberger vor allem in der ersten Halbzeit ihre Mannschaft im Spiel hielt, steigerte sich auf der anderen Seite Stephanie Piske von Minute zu Minute und brachte die TSH-Joungster in Verlegenheit.


Team mit Zweitliga-Erfahrung

Offensiv bauen die Unterfränkinnen auf die zweitliga-erfahrene Rückraumschützin Juliane Wenke. Nachdem diese fast nach Belieben getroffen hatte, stellte Kästl Probst als Sonderbewacherin dagegen, was nur teilweise erfolgreich war. Einerseits ging dadurch der Offensivinstinkt der Herzogenauracherin verloren, zum anderen hatte der geöffnete Abwehrverbund dann große Probleme, die gezielt in diese Lücken stoßenden Rückraumakteure Knorz und Scheller an deren Tordrang zu hindern.

Steffi Mittasch und Tanja Küffner hatte die DJK wohl weniger auf dem Schirm, doch beide Hinspiel-Leistungsträger fehlen am Sonntag. Zumindest sind gegenüber dem jüngsten Erfolg gegen Dietmannsried keine weiteren Ausfälle hinzugekommen. Zudem strotzen die Gäste vor Selbstvertrauen und steigerten sich stetig. In der Hinrunde verlor die TSH beispielsweise in eigener Halle gegen Würm-Mitte, um wenige Monate später in der "Höhle des Löwen" mit 41:34 zu gewinnen.

"Gerade in der Abwehr wartet auf uns Schwerstarbeit. Wir müssen die Rückraumkanoniere Wenke, Knorz und Scheller dazu bringen, dass sie nur aus der Bedrängnis werfen können", sagt Kästl.