Vanessa Gumprecht war völlig überrascht, als sie am Montag vom Rückzug des FSV Großenseebach aus der Frauen-Fußball-Bezirksoberliga erfuhr. "Wir wussten zwar, dass unser Relegationsspiel hinfällig ist, wenn ein zusätzlicher Platz frei wird, doch am Freitag hieß es noch, dass Großenseebach gemeldet hat", erzählt die Spielerin und Spielleiterin des TSV Frauenaurach. Anstatt sich auf das entscheidende Spiel gegen den SV Sulzkirchen vorzubereiten, haben Gumprecht und ihre Teamkolleginnen Sommerpause.


Wolf geht in die Bayernliga

"Wir haben leider nicht mehr genug Spielerinnen, um eine Mannschaft zu stellen", sagt FSV-Co-Trainer Andreas Linzmayer. Silke Schreier (Kreuzbandriss) und Mara Lechner-Schmidt (Knorpelschaden) kurieren noch ihre Verletzungen aus. Lisa Spangel, Lisa Plura, Rebekka Lang und Nadine Grosser treten aus privaten Gründen kürzer. Schon während der Saison hatten sich drei Spielerinnen verabschiedet.

Hannah Rohdjeß wird nach bestandenem Abitur einige Monate in Thailand verbringen und Vanessa Wolf versucht sich künftig beim Bayernliga-Aufsteiger SV Leerstetten. "Die anderen Mädels hätten weitergespielt, aber der Kader wäre einfach zu dünn gewesen", begründet der Erlanger, der sich bei seinen jahrelangen Helfern Dominik Herold, Gerhard Grün und Helmut Spangel bedankt.


Erst Aufstieg, dann Rückschlag

Denn auch aus der Seebacher Jugend kommen heuer keine Akteure nach. Durfte sich der 37-Jährige gerade noch über den Aufstieg mit dem FC Stöckach in der A-Klasse 5 ER/PEG freuen, folgt nun ein sportlicher Rückschlag. "Nach 16 Jahren ist auch mal Zeit für eine Pause", findet Linzmayer, der die Gelegenheit für einen Trainer-Fortbildung nutzen will.

Gumprecht bedauert die Entscheidung. "Wir haben immer auf das Derby hingefiebert", sagt die 32-Jährige. Angesichts der Großenseebacher Erfolge - vor Kurzem gewann die Mannschaft den Bezirkspokal - hatte sie nicht damit gerechnet. "Es ist schade, dass sich immer mehr Teams auflösen."


Relegationsspiel war überflüssig

Eigentlich hätte Frauenaurach mit den beiden Bezirksliga-Vizemeistern um den Platz in der BOL spielen müssen. Da keine Mannschaft aus dem Bezirk Mittelfranken aus der Landesliga Nord abgestiegen war und Großenseebach wegfällt, dürfen sowohl der TSV als auch Hüttenbach und Sulzkirchen - das Relegationsspiel hatte Hüttenbach im Elfmeterschießen gewonnen - in der höchsten Spielklasse des Bezirks antreten.