Es sollte einfach nicht sein. Das Projekt Wiederaufstieg - es scheiterte auf der Zielgeraden. Nach dem Abstieg aus der Kreisliga hatte der SC Adelsdorf ein paar Spiele gebraucht, um wieder in Tritt zu kommen. Dann allerdings setzten sich die Gelb-Schwarzen oben in der Tabelle fest, erkämpften sich in der Rückrunde Platz 2 und gaben diesen bis zum Ende nicht mehr her. In der Relegation machten die Adelsdorfer zunächst erfolgreich weiter, waren im ersten Duell der SpVgg Erlangen II spielerisch eine Klasse überlegen und gewannen klar mit 4:0. Doch dann wendete sich das Blatt. Gegen den Türkischen SK Röthenbach reichte selbst eine doppelte Überzahl während der gesamten Verlängerung nicht, um den Platz als Sieger zu verlassen. Im Elfmeterschießen folgte das Aus.

Ein einfaches Erfolgsrezept


"Wir haben den Ball einfach nicht rein gebracht. Pfosten, Latte, es war alles dabei. Letztlich hatten wir unfassbares Pech", fasst Florian Weller zusammen, dessen Tor zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung nicht reichte. Bis dato war dem 21-jährigen Stürmer eigentlich alles gelungen. Die starke Offensivabteilung um Kapitän Christoph Rösch setzte den Mann mit der Rückennummer 6, der nach anfänglicher Torflaute zu Beginn der Saison von Trainer Otmar Bayer aus dem defensiven Mittelfeld in die Spitze beordert worden war, oft gekonnt in Szene. 23 Treffer und damit der Titel des Top-Torschützen in der Kreisklasse 2 Erlangen/Pegnitzgrund waren die Folge für Weller. "Ich denk' nicht viel nach, sondern hau' einfach drauf", verrät der Maurer-Lehrling sein Erfolgsgeheimnis. Besonders im Heimspiel gegen Kersbach, als Weller beim 5:1 vier mal traf, ging dieses Rezept auf.

Dass am Ende nicht der ganz große Wurf gelang, war für den 21-Jährigen und sein Team bitter und es dauerte ein paar Tage, die Niederlage abzuschütteln. Zumal der SCA wirklich alles gegeben hatte. Weller selbst lief in den letzten Saisonspielen mit gebrochenem Zeh auf. Doch das wurde nicht belohnt.

"Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und an unserer Konstanz arbeiten", sagt der Stürmer. Gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner habe manchmal der letzte Wille gefehlt, weshalb ein paar Punkte liegen blieben, die für den direkten Aufstieg hätten reichen können. Das Zeug für die Kreisliga habe der SCA jedenfalls. "Wir sind eine junge Truppe mit einem tollen Zusammenhalt und haben spielerisch ein gutes Niveau", erläutert Weller die Stärken der Mannschaft.

Das Talent sticht heraus


Deshalb wagen die Aischgründer in der kommenden Saison einen neuen Versuch. Kein leichtes Unterfangen; schließlich ist die neu eingeteilte Kreisklasse 1 stark besetzt - ausnahmslos mit Teams aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. "Ich möchte in meiner Fußball-Karriere wenigstens ein mal aufsteigen", wünscht sich der 21-Jährige. Denn trotz oft bester Voraussetzungen blieb ihm dies in seiner noch jungen Laufbahn bisher verwehrt.

Mit fünf Jahren fing der Flo, wie ihn Freunde nennen, beim SCA mit dem Kicken an - genauso wie die Nachbarskinder. Der junge Weller hatte Talent, auch auf der Position des Liberos, die er viele Jahre bekleidete. Bei einem Sichtungstag wurden die Stützpunkt-Trainer auf ihn aufmerksam, weshalb er ab der D-Jugend einmal wöchentlich zusätzlich gefördert wurde. "Gut war auch, dass ich immer bei den Älteren aushelfen durfte", erzählt Weller.

In der B-Jugend versetzte ihn Trainer Wolfgang Lausen dann ins defensive Mittelfeld. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch andere Vereine auf den Fußballer aufmerksam, unter anderem der Baiersdorfer SV. Doch erst im zweiten A-Jugend-Jahr wagte er einen Wechsel - zum TSV Hirschaid in die Landesliga. "Das war eine gewaltige Umstellung und manchmal ernüchternd. In einem Spiel führten wir zur Pause mit 2:1, verloren aber noch mit 10:2", erinnert sich Florian, der gleichzeitig auch bei den Herren des TSV mittrainierte und es dann auch auf Anhieb in den Bezirksoberliga-Kader schaffte. Doch die erste Saison bei den Senioren endete mit dem Abstieg. "Mir war dann die Fahrerei zu viel, meine Kumpels waren beim SCA und es war dann ja auch nur noch eine Klasse Unterschied", erklärt Weller die Gründe für seine Rückkehr nach Adelsdorf.

Ziemlich viel Chaos


Doch zunächst konnte er den Aischgründern, die im Herbst 2010 in der Kreisliga vorne mitmischten, nicht helfen. Ein Muskelbündelriss setzte ihn mehrere Monate außer Gefecht. "Dann hatten wir eine schlechte Winter-Vorbereitung, dazu gab es ein Trainer-Hickhack und ziemlich viel Chaos. Dass wir am Ende in die Kreisklasse abstiegen, ist aber trotzdem eigentlich unerklärlich", rekapituliert Weller die Ereignisse. Inzwischen ist der SCA wieder in ruhigeren Fahrwassern und Weller, für den Fußball einen sehr hohen Stellenwert hat, gibt sich angriffslustig: "Wenn wir noch einen Tick besser werden, dann schaffen wir es nach oben."