Wer kennt schon das zweitgrößte Sportevent nach den Olympischen Spielen? Die Universiade. Das sind quasi die Olympischen Spiele für die Studierenden. Der Badminton-Spieler Max Schwenger aus Niederndorf war einer der 13 300 Aktiven bei der diesjährigen Universiade, die in der russischen Stadt Kazan stattfand. Nach der sensationellen Bronzemedaille letztes Jahr bei der WM der Studierenden wurde Max vom ADH (Allgemeinen Deutscher Hochschulbund) für die Universiade nominiert. Er spielte im Mannschafts- sowie im Individualwettbewerb im Herrendoppel und auch im Mixed.
Max hatte ja schon einige Großereignisse besucht, aber was in Kazan geboten wurde, stellte alles in den Schatten, was er bis dahin erlebt hatte: "Riesig. Freundlich. Überwältigend", lautete sein erstes Fazit.

Der Mannschaftswettbewerb begann erst ein paar Tage nach Schwengers Anreise, so blieb dann noch genügend Zeit, um sich für die ersten Matches vorzubereiten. Dann ging es endlich los. Deutschland hatte mit drei Spielen ein knallhartes Programm. Morgens und mittags konnte das Team zwei sichere 5:0-Siege gegen die USA und Macao einfahren. Am Abend ging es dann gegen Japan um den Gruppensieg. Leider musste sich Deutschland hier 4:1 geschlagen geben. Mit seiner persönlichen Leistung war Schwenger zufrieden, und er war auch glücklich darüber, dass er das knappe Doppel mit seinem Partner Andi Heinz hatte gewinnen können.

Bestes Teamergebnis aller Zeiten

Tags darauf bekamen es die Deutschen mit Großbritannien zu tun. Nach guter Leistung entschieden sie die Partie mit 3:1 für sich und erzielten somit das beste Teamergebnis bei einer Universiade im Badminton aller Zeiten. Dann kam das erste Highlight des Tages: das Viertelfinale gegen China. Unter den Augen von vielen anderen deutschen Sportlern aus dem ADH-Team lieferten die Deutschen eine gute Leistung ab. Die Stimmung war überwältigend. Deshalb ärgerte Max sich auch ein wenig, dass er nicht selber auf den Court durfte, da das Spiel nach 0:3 nicht mehr weitergespielt wurde. Aber China war einfach eine Nummer zu groß.
Am Abend folgte dann ein weiterer Höhepunkt, die Eröffnungsfeier: So etwas hatte Max noch nicht erlebt. Ein gigantisches Stadion mit 45 000 Sitzplätzen, das restlos ausverkauft war, und Menschen, die einem alle zujubelten. Neben der gigantischen Feier an sich gab es noch eine Botschaft aus dem All. Dies alles beobachtet von Russlands Präsidenten Putin. Nachdem dann das Universiade-Feuer entzündet worden war, ging es für alle ins Bett.
Nach weiteren Plazierungsspielen am nächsten Tag, die leider nicht gewonnen wurden, landete die Deutsche Mannschaft auf Platz 8 im Mannschaftswettbewerb. Anschließend ging es zur Deutschen Botschaft zum Empfang.
Nach einem Ruhetag ging es weiter mit dem Individualturnier und somit um die Wurst. Das große Ziel: eine der heiß begehrten Medaillen. Im Mixed musste Max sich relativ schnell von diesem Vorhaben verabschieden, da er mit seiner Partnerin Fabienne Deprez aus Ansbach bereits in Runde 1 gegen Chinas Top-Paar in zwei Sätzen unterlag. Das Spiel war aus seiner Sicht ganz okay, China aber einfach besser.
Im Doppel mit seinem Partner Andi Heinz sah das schon ganz anders aus. Nach der Studi-WM-Medaille im letzten Jahr hatten sie hohe Erwartungen. Dank des guten Setzplatzes und einer guten Auslosung hatten die beiden in den ersten Runde machbare Gegner und besiegten diese auch souverän. Dann ging es ums Ganze: Viertelfinale gegen Malaysia. Den ersten Satz gewannen Schwenger und Heinz trotz Startschwierigkeiten mit 24:22. Obwohl sie im zweiten Satz besser wurden und ihre Teamkollegen sie kräftig anfeuerten, reichte es nicht. Sie unterlagen mit 21:19.

Chance auf Medaille vertan

Im dritten Satz lief bei beiden dann nicht mehr viel zusammen und sie schafften es nicht, die Taktik ihres Trainers umzusetzen. Zudem wurden die beiden Malaysier immer besser und gewannen. Nach dem Spiel war Max sehr enttäuscht, da seine Leistung nicht sehr gut war. Außerdem verpasste er so eine Medaille und ein Halbfinale gegen die Weltranglistenersten Lee Yong Dae/Ko Sung Hyun.
In seiner restlichen Zeit in Kazan besuchte der Niedern-dorfer weitere Sportveranstaltungen wie Beachvolleyball, Basketball, Schwimmen, Tennis und Turnen. Hier gab er alles und versuchte, die Mannschaftskollegen nach vorne zu jubeln. Zudem lernte er sehr viele neue Leute kennen, mit denen er noch die ein oder andere lustige Stunde verbrachte.
Dann war die Russland-Reise auch schon vorbei. Max fiel es nicht leicht, so ein Paradies zu verlassen. Die Rückreise war anstrengend, da er nur nachts unterwegs war. Aber irgendwann war er dann doch in Saarbrücken angekommen und konnte sich erst einmal richtig ausschlafen.
"Die Universiade war ein unvergessliches Erlebnis und hat mich zusätzlich motiviert für die WM in China", erklärte Schwenger, der sich bereits gestern wieder auf den Weg nach Asien machte, denn die Weltmeisterschaft beginnt schon nächste Woche. Die wenigen Tage zwischen den Events nutzte Schwenger, um intensiv zu trainieren.