Eine ganz bittere Niederlage kassierten die Regionalliga-Basketballer der Turnerschaft Herzogenaurach beim BC Erfurt. Mit 58:103 unterlagen die Herzogenauracher in einer Partie, die eigentlich schon zur Halbzeitpause entschieden war. Nach der langen Anreise bekamen die Aurachstädter von Beginn an keinen Fuß auf den Boden und schafften es nie, sich zu fangen. Zum Schmerz über die deftige Pleite kam noch der Ärger über den verlorenen direkten Vergleich mit den Thüringern, die nun vor den Longhorns in der Tabelle rangieren.

Beide Mannschaften sind punktgleich, weisen acht Siege auf und belegen damit die Plätze 10 und 11. Allerdings werden beide Mannschaften aller Voraussicht nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben, da es in dieser Saison nur einen Absteiger geben wird. Dieser werden die Dachau Spurs sein. Allerdings wollen die Longhorns nach dieser Katastrophen-Saison noch einen positiven Saisonabschluss hinlegen und mit zwei Siegen (am 11. April zu Hause gegen Dachau und eine Woche später in Ansbach) möglichst noch auf einen einstelligen Tabellenplatz klettern.

BC Erfurt - TS Herzogenaurach 103:58

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die Herzogenauracher, die kurzfristig erneut auf Ryan DeMichael und Markus Person verzichten mussten, kamen nach der knapp dreistündigen Anfahrt nicht in die Gänge. Es schien, als schleppten sie einen Rucksack mit sich herum. Kein Wunder, dass sich die leichtfüßigen Hausherren schnell absetzten (9:2) und die TSH zu einer Auszeit zwangen. Aber auch die brachte nichts, vor allem Brian Wanamaker, der am Ende 32 Punkte für sich verbuchte, konnte schalten und walten. Die Herzogenauracher fanden kein Mittel gegen den physisch extrem starken Aufbauspieler, der sechs Dreier erzielte und immer wieder erfolgreich in die Zone der Aurachstädter zog. Resultat der ersten zehn Minuten war eine 27:9-Führung für den BC.

Im zweiten Viertel fanden die Longhorns offensiv etwas besser ins Spiel, Mike Kaiser und Jan Koranda gelangen einige sehenswerte Aktionen, und die TSH zeigte, dass sie ihr Können nicht ganz zu Hause vergessen hatte. Dies galt jedoch nur für die Offensive, denn in der Verteidigung fehlten einfach die letzten zehn Prozent, die es braucht, um einen Gegenspieler wirklich zu stoppen. Da diese aber konstant nicht kamen, feierten die Erfurter ein ungeahntes Punktefestival und legten 36 Zähler in zehn Minuten auf.

Leon Ort lässt für Zukunft hoffen

Hierbei tat sich erneut Wanamaker hervor, jedoch fand er nun Unterstützung im zweiten Erfurter Neuzugang Aurimas Adomaitis, der in diesem Viertel zehn Punkte beisteuerte und dazu Rebound um Rebound fischte. Dementsprechend war das Spiel zur Halbzeit schon gelaufen, es stand 63:27, und die Longhorns hofften nur noch, das Spiel irgendwie zu überstehen. Dies taten sie jedoch mit Anstand und kämpften mit ihren an diesem Tag recht eingeschränkten Möglichkeiten weiter - auch wenn dies nicht viel einbrachte.

Ein Lichtblick war Eigengewächs Leon Ort, der 14 Punkte erzielte und damit erstmals Topscorer der Longhorns war. Das Talent zog immer wieder mit viel Mut zum Korb und schloss dort hochprozentig ab. Er wird mit Sicherheit eine Stütze des neu zu formierenden Teams der TSH in der kommenden Saison sein. Ansonsten geschah wenig Erwähnenswertes, außer dass die Erfurter auf einem konstant guten Level weiterspielten und sich so weiter absetzten.

"Es gibt Tage, die sind einfach nicht zum Basketball spielen gemacht. Bevor wir uns versehen hatten, lagen wir schon mit 20 Punkten im Rückstand und sich davon auswärts in dieser Besetzung zu erholen, ist fast unmöglich. Dennoch haben wir die zweite Hälfte besser gestalten können. Nach den Ferien steht jetzt das wichtige letzte Heimspiel gegen Dachau an, das wir unbedingt gewinnen müssen, um diese Saison noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen, sagte Longhorns-Coach Angelos Plantzas zum Spiel.

TS Herzogenaurach: Kaiser (12), Koranda (10), Ort (14), Donhauser (6), Schüpferling (5), Buniatian (3), Hüttel (5), Patton (3)