Gesät hat Daniel Kremer in Unterfranken. Die Ernte fährt er in Oberfranken ein. Nachdem er das Fußballspielen im Alter von vier Jahren beim TSV Großheubach gelernt hat, brachte ihn die neue Liebe seiner Mutter 2010 nach Pretzfeld. In den Nachbarorten Kirchehrenbach und Schlaifhausen fuhr der mittlerweile 20-Jährige innerhalb von 24 Monaten die größten Erfolge seiner noch jungen Karriere ein.

Wer hat Sie angespielt?
Daniel Kremer: Philipp Nagengast von der DJK Weingarts. Mit ihm habe ich in der A-Jugend des TSV Kirchehrenbach zusammengespielt. Auch außerhalb des Fußballplatzes sind wir Freunde geworden. In seinem zweiten Jahr bei Weingarts peilt er den Aufstieg in die Bezirksliga an.


Einen Aufstieg haben Sie dagegen gerade erst hinter sich.
Ja, das war schon phänomenal, gleich in meinem ersten regulären Jahr bei den Herren aufzusteigen. In Kirchehrenbach hatte ich bereits ein paar Mal in der Ersten ausgeholfen und mit der A-Jugend den Kreisjugendring-Pokal gewonnen.

Mussten Sie erst nach Oberfranken ziehen, um so erfolgreich zu sein?
Es scheint so (lacht). Aber beim TSV Großheubach in Unterfranken habe ich als C-Jugendlicher immerhin in der Bezirksoberliga und bei den B-Junioren Kreisliga gespielt.

Was hat Sie dann in den wohl schönsten Teil Frankens verschlagen?
Der neue Lebenspartner meiner Mutter wohnt in Pretzfeld. Beim dortigen SV habe ich auch in der B-Jugend gespielt, bevor ich über Kirchehrenbach in Schlaifhausen gelandet bin.

Welches Erfolgsgeheimnis verbirgt sich hinter einer Trefferquote von 27 Toren in 26 Spielen?
Ich denke nicht, dass man vor dem Tor seinen Kopf ausschalten sollte, wie es oft gesagt wird. Dazu bin ich bisher weitgehend verletzungsfrei geblieben. Dafür hilft ausgiebiges Dehnen und in manchen Zweikämpfen auch ein bisschen Glück.

Auch in dieser Saison haben Sie bereits drei Mal zugeschlagen. Dennoch hat der FC noch keinen Punkt.
Beim 1:2 gegen Reuth lag es meiner Meinung nach an der Chancenverwertung. Beim 3:6 gegen den TKV haben wir uns nach 1:4 wieder herangekämpft, durch individuelle Fehler aber das Spiel aus der Hand gegeben.

Am Sonntag heißt der Gegner FC Wichsenstein, letztes Jahr Fünfter, bisher - wie Ihr Klub - aber noch ohne Zähler.
Die Wichsensteiner sind besser als es ihr aktueller Tabellenplatz vermuten lässt. Aber das trifft auf uns auch zu. Wenn wir so spielen, wie in der Vorbereitung, dann ist sicher etwas drin. Vom Gegner kenne ich nur den neuen Co-Trainer Johannes Sebald aus Kirchehrenbacher Zeiten und weiß, welche Qualitäten er hat.

An wen spielen Sie weiter?
Ich passe zu Jonas Haller von der DJK Weingarts und mache den Steilpass somit zum Doppelpass. Durch den Fußball habe ich hier zwar schnell Kontakte geknüpft. All zu viele Leute kenne ich aber doch noch nicht. Daher bitte ich, meinen Rückpass zu entschuldigen. Der Kontakt zu Jonas ist über Duelle mit dem Baiersdorfer SV und durch Freunde entstanden.