Nun können sich die Fans doch auf zwei neue Gesichter bei den Bayernliga-Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach freuen. Das heißt, ganz neu sind sowohl Sarah Stephan als auch Luisa Frank nicht, eher zwei neue Alte: Die 20-jährige Stephan stammt aus der Handballjugend der TSH, wo sie bis 2009 Leistungsträgerin war. Als sich ihre Mannschaft dann auflöste, wechselte sie zum HC Erlangen, wo sie sich in der Folgezeit nicht nur in allen sportlichen Belangen erfreulich weiterentwickeln konnte, sondern zuerst mit der B-Jugend auf Landesebene recht erfolgreich war und zwei Jahre später mit der A-Jugend im Frühjahr 2012 gar bayerischer Meister wurde.


Technisch sehr gut ausgebildet

Die nachfolgenden Spiele im Rahmen der deutschen Meisterschaftsendrunde gehörten für sie ebenso wie für ihre damalige und jetzt wieder aktuelle Mannschaftskameradin Tanja Küffner zu
den bislang eindrucksvollsten sportlichen Highlights. Wo sich Linkshänderin Küffner aber nach dem Wechsel in den Seniorenbereich im Sommer 2012 sofort der TSH anschloss, folgte ihr Pendant auf dem linken Flügel zunächst einigen anderen Mitspielerinnen, welche zu HaSpo Bayreuth wechselten. Dieser Weg wurde ihr jetzt aber doch zu aufwendig und so sucht die Linksaußen heuer bei ihrem Ursprungsverein eine neue Herausforderung.

"Möglichst viele Einsätze bekommen, mich sportlich weiterentwickeln, vor allem aber der Mannschaft bestmöglich helfen", gibt die sympathische Sarah Stephan als Zielsetzung an. Dass sie gerade Letzteres schaffen kann, glaubt auch ihr Trainer: "Sie ist technisch sehr gut ausgebildet, kann auf beiden Außenpositionen eingesetzt werden und kann mit ihrer Statur vermutlich auch einige Zeit im Rückraum Akzente setzen", hofft Trainer Udo Hermannstädter.

Als Luisa Frank im Sommer 2011 aus Erlangen zur TSH wechselte, sprach vieles dafür, dass die groß gewachsene Spielerin schon mittelfristig die Rolle der unvergessenen Torjägerin Tina Müller übernehmen kann. Als zentrale Deckungsspielerin war sie bereits nach wenigen Wochen aus der TS-Mannschaft nicht mehr wegzudenken, während es ihr im Angriff primär nur an dem nötigen Selbstvertrauen bei Distanzwürfen fehlte. Kaum aber hatte sie so richtig Fuß gefasst, da wurde ihr Mitwirken von einem Kreuzbandriss unterbrochen.

Diese generell ernste Verletzung löste bei Frank eine außergewöhnlich lange Leidenszeit aus, denn als sie neun Monate später ins Training zurückgekehrt war, kam es im vorgeschädigten Knie auch noch zu Meniskusproblemen. Ein neuerlicher Eingriff brachte keinen Erfolg und so entschloss sie sich im letzten Winter, vom Leistungshandball Abstand zu nehmen, um der Berufsausbildung gerecht zu werden. Mit konservativen Maßnahmen versuchte Luisa parallel, der Knieproblematik zu begegnen, immerhin so erfolgreich, dass sie nun - genau nach zwei Jahren - einen sportlichen Neuanfang versucht. Als Mitglied ihrer Mannschaft war sie nie verloren gegangen, sondern fieberte rund 20 Monate immer auf der Bank mit und war wichtiger Integrations-Bestandteil des Teams. So hoffen alle bei der TSH, dass sie sich zunächst wieder heranarbeiten kann und diesmal von ernsten Verletzungen verschont bleibt.