Und weiter geht die Siegesserie der Regionalliga-Basketballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach. Vor heimischen Publikumwurde die Bundesliga-Reserve des TSV Nördlingen mit 72:61 weggeputzt und die Shorthorns bleiben weiter die einzig ungeschlagene Mannschaft der Liga. Um die Dominanz in dieser Saison einmal in Zahlen zu belegen, sind folgende Werte von Relevanz: 17:0 Siege, drei Niederlagen Vorsprung auf den Tabellenzweiten Bayern München, eine Punkt-Differenz von 212. All das sind fast einmalige Zahlen in der Geschichte des Herzogenaurachers Basketballs. Die Nördlingerinnen sind nach der Niederlage auf den sechsten Tabellenplatz zurückgefallen.

TS Herzogenaurach -
TSV Nördlingen 72:61
Im ersten Viertel sah es allerdings alles andere als nach einen Herzogenauracher Sieg aus.
Denn die Rieserinnen legten los wie Feuerwehr, fanden in ihrer Centerspielerin Carina Högg(16 Punkte) ihre Vollstreckerin unter dem Korb und setzten sich schnell ab. 4:12 leuchtete es nach sechs Spielminuten von der Anzeige und das Herzogenauracher Publikum rieb sich verwundert die Augen.
Zu viele Ballverluste erlaubten sich die Aurachstädterinnen, denen man anmerkte, dass sie das Spiel zu locker angegangen waren. Die nötige Körperspannung war schlichtweg nicht vorhanden, die Nördlingerinnen glaubten an ihre Chance und spielten couragierten Tempo-Basketball. Nach einem weiteren Korb der Gäste durch die schnelle Teresa Kucera(10) gingen die Gäste mit einer 7:19 - Führung in das zweite Viertel.
Dort entwickelten die Shorthorns endlich etwas Konstanz in der Offensive. Die alles überragende Kerstin Wägner erzielte fortan das Gros ihrer 22 Punkte und bewies ihre Führungsqualitäten. Unterstützung erhielt sie dabei von der mit viel Energie agierenden Laura Geiselsöder, die vor allem durch Fast-Breaks zu Punkten kam. Doch in der Defensive fehlte den Shorthorns weiterhin der Biss und Carina Högg machte im Verbund mit ihrer Centerkollegin Daniela Recht (11) weiter, was sie wollten. Zur Halbzeit führten so die Gäste mit 34:24.

Shorthorns halten Tempo hoch

Im dritten Viertel explodierten die Herzogenauracherinnen dann aber förmlich. Wo war dieser spannungslose Haufen aus der ersten Halbzeit geblieben? Plötzlich stand da eine bis unter die Haarspitzen motivierte Ansammlung aus Topathletinnen, die nach jedem Ball hechteten und mit Hochgeschwindigkeit agierten. Kerstin Wägner sammelte Ballgewinn um Ballgewinn, Punkt um Punkt. Dazu kam nun Laura Angerstein immer besser ins Spiel und traf vermehrt von außen. Hatten die Shorthorns in der ersten Halbzeit nur 24 Punkte erzielt, waren es im dritten Viertel allein 28. Die Gäste gaben sich aber nicht auf, konnten die hohe Pace der Shorthorns jedoch nicht ganz mitgehen und so führten die Gastgeberinnen vor dem Schlussabschnitt mit 52:50.
Im letzten Viertel sollte sich die tiefere Bank der Herzogenauracherinnen bemerkbar machen. Sie hielten das Tempo weiter hoch, während die Nördlinger ihrem aufwendigen Spiel Tribut zollen mussten. Die routinierte Tina Riegner war jetzt die Punktegarantin im Spiel der TSH und zeigte, was sie in all ihren Zweitligajahren gelernt hat.
Eine überzeugende Täuschung reichte meist schon aus, um ihre deutlich jüngeren Gegenspielerin ins Nichts springen zu lassen, um dann locker erfolgreich abzuschließen. So setzten sich die Shorthorns Punkt um Punkt ab, um schließlich verdient und deutlich mit 72:61 zu gewinnen.
" Zu Beginn hat uns die richtige Einstellung gefehlt. Das ist das Risiko, dem man bei einer derart erfolgreichen Saison ausgesetzt ist. Man nimmt den Erfolg für gegeben an und vergisst, dass ein ums andere Mal vierzig Minuten Einsatz und Spielfreude abzurufen sind", sagte TSH-Trainer Christian Braun, der das Spiel als Warnung sieht und mit dem Team an der Einstellung arbeiten will. "Dennoch will ich meine Mannschaft loben, die es in der zweiten Halbzeit geschafft hat, umzuschalten und eine richtig starke Leistung auf das Parkett gelegt hat."