Die Herzogenauracher verlassen erstmals seit acht Spieltagen die Abstiegsränge. Der Erfolg hing jedoch am seidenen Faden.


TS Herzogenaurach - München-Schwabing 72:70

Nach einer denkwürdigen letzten Minute siegten die Longhorns verdient. Die Landeshauptstädter bleiben trotz der dritten Niederlage in Folge Sechster. Zunächst wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Centerspieler Moritz Wohlers und Salmen Manzur spielten mit ihren Herzogenauracher Kontrahenten Katz und Maus. Unterstützt wurden sie vom athletischen Oscar Da Silva, der mit viel Energie zum Korb zog und spektakulär abschloss. So setzte sich Schwabing Stück für Stück ab und führte nach dem ersten Viertel mit 25:16.

Doch die TSH gab sich nicht geschlagen. Langsam kam das Publikum ins Spiel, was die Herzogenauracher Jungspunde offensichtlich antrieb, die Intensität zu erhöhen.
Monty Rogers wurde vermehrt eingesetzt und zeigte seine Klasse unter dem Korb. Unterstützung fand er in Aufbauspieler Nelson Weidemann, der mit all seiner Geschmeidigkeit vor allem im Fastbreak erfolgreich war. So entschieden die Aurachstädter das zweite Viertel mit 16:10 für sich und lagen zur Halbzeit nur noch mit 32:35 in Rückstand.

Dann schlug die Stunde des 18-jährigen Willy Inkulu. Der knapp zwei Meter große und extrem sprunggewaltige TSHler rackerte unermüdlich unter dem Korb und sammelte im dritten Abschnitt acht Rebounds, darunter fünf offensive, die er verwertete. Insgesamt netzte er neun von neun Würfen, sammelte 18 Punkte und führte die Longhorns innerhalb von sieben Minuten zu einer Zehn-Punkte-Führung (47:37).

Doch Schwabing fing sich und schlug mit Punkten von Ex-Junioren-Nationalspieler Wohlers zurück. Die Partie ging flott hin und her, der Vorsprung blieb vor dem Schlussviertel konstant (53:43). Darin zogen die Gäste das Momentum wieder auf ihre Seite und den Rückstand verkürzten. Camillo Rosenthal setzte wichtige Aktionen, der agile Justin Hedley leistete ihm Dienste als Scorer.

Hedley erzielte im letzten Viertel zehn seiner 18 Punkte und führte die Schwabinger fünf Minuten vor Ende auf 55:59 heran. Nach einer Auszeit trafen Weidemann und Marcel Koulibaly zwei Dreier in Folge und der TSH schien Sieg Nummer 5 sicher. Eine Minute vor Schluss führten die Aurachstädter noch immer mit acht Punkten, doch dann traf der Schwabinger Dimitrije Mrda einen Dreier. Gleichzeitg foulte Inkulu Manzur, wodurch dieser aufgrund der überschrittenen Mannschaftsfoulgrenze zwei Freiwürfe bekam. Manzur traf beide und die Münchener waren wieder voll im Spiel.

Die Turnerschaft hatte nur noch drei Zähler Polster, als Manzur den Ball zwei Sekunden vor Schluss an der Dreierlinie bekam. Er verfehlte, wurde beim Wurfversuch aber gefoult und bekam drei Freiwürfe. Den ersten traf er perfekt - die Spannung stieg. Der zweite war zu kurz - enthusiastischer Jubel in der Halle.

Dritter Freiwurf: Manzur knallt den Ball absichtlich gegen den Ring, in der Hoffnung, dass einer seiner Teamkameraden den Ball für zwei Punkte in den Korb tippen kann. Totenstille in der Halle, als ein Schwabinger tatsächlich an den Ball kommt. Aber der erneut überzeugende Braslav Turic blockt den Wurf, sichert den Ball und den Sieg.

"Eine super Leistung. Darauf müssen wir aufbauen. Drei Siege in Folge wären doch mal was", sagte Longhorns-Trainer Mario Dugandzic.
TSH: Koulibaly (3), Weidemann (19), Ghotra, Turic (8), Kaiser (12), Übbing, Inkulu (18), Buniatian, Kamdem, Rogers (12), Teka