Eine Woche nach dem Unentschieden in Winkelhaid mussten sich die Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Herzogenaurach erneut mit nur einem Punkt begnügen. Allerdings war dieser schwer erkämpft, denn im engen und gut besuchten Derby gegen die HSG Erlangen/Niederlindach holte die TSH erst kurz vor Schluss einen Drei-Tore-Rückstand auf. Für die Gäste war es trotz der gefühlten Niederlage eine Bestätigung des Aufwärtstrends. Allerdings punkteten im Kampf um den Klassenerhalt Schlusslicht HC Erlangen III und die HG Amberg doppelt.


TS Herzogenaurach - Erlangen/Niederlindach 26:26

Während die Hausherren den Anschluss an die Tabellenspitze wahren wollten, gingen die Niederlindacher vom Vorwochen-Coup gegen Forchheim gestärkt und mit der Motivation, das Abstiegsgespenst zu vertreiben, in die Begegnung. Den besseren Start erwischten die Herzogenauracher, die in Führung gingen, da die Abwehr sehr kompakt stand und durch ein schnelles Angriffsspiel einfache Tore gelangen. Die Mannen um Trainer Ingo Kundmüller verpassten es allerdings, sich deutlicher abzusetzen, da sie drei Tempogegenstöße in Folge leichtfertig vergaben.

Durch die verpassten Chancen fanden die Gäste zusehends in die Partie, erhöhten das Tempo und erspielten sich einen Vorsprung (8:11). Auch HSG-Keeper Lukas Hückel hielt seine Vorderleute mit starken Paraden in der Partie. Dies zwang Kundmüller zu einer Auszeit, um seine Spieler neu einzustellen. Die Maßnahme fruchtete und die TS-Handballer eroberten die Führung zurück (13:12). Kurz vor der Pause ließ die Konzentration wieder etwas nach, so dass das Heimteam mit einem kleinen Rückstand in die Kabine ging (13:15).

Auf Seiten der Gäste war vor allem Lukas Stübinger gut aufgelegt und mit Robin Schmieding sowie Max Willert erneut ein Torgarant. Jedoch fehlte bei Niederlindach das Feuer auf dem Platz, das gegenseitige Anfeuern und Motivieren, das am vorvergangenen Sonntag ausschlaggebend für die beste Leistung der Saison und den Sieg gegen den Tabellenführer war. Zudem forderte Coach Anheuer in der Pause, dass seine Jungs weniger Hektik an den Tag legen.

Im Verlauf der zweiten Hälfte war die TSH permanent knapp im Hintertreffen. Ballgewinne nutzte sie zu selten. Die Chancenverwertung war über die gesamte Partie gesehen eher schwach, die Kundmüller-Sieben belohnte sich für gut herausgespielte Angriffe nicht. Zudem kam es zu einigen einfachen Ballverlusten, die in der entscheidenden Phase nicht passieren dürfen. Zusätzlich kassierte Herzogenaurach einige, teils überzogene, Zeitstrafen, die dem Gegner mehr Räume verschafften.

In der letzten Viertelstunde verließen die Gäste ein wenig die Kräfte, auch sie wurden ineffizienter. Dazu parierten die Torhüter der TSH, Ferdinand Mayer und Sebastian Kammerer, einige Versuche der Erlanger. Mit der Anfeuerung im Rücken kämpften sich die Schuhstädter, angeführt vom mit sieben Treffern besten Herzogenauracher Jürgen Wonner, von einem 22:25 noch zum Endstand heran.

"Es war eine faire Partie, in der beide Mannschaften den Sieg verdient gehabt hätten", erklärte Kundmüller. "Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert, waren aber einfach zu ineffektiv im Abschluss", sagte der TSH-Coach. Deswegen sei Niederlindach in der zweiten Hälfte meist im Vorteil gewesen. "Nichtsdestotrotz können wir mit dem Punkt leben", sagte Kundmüller. Walter Anheuer wusste nicht so recht, ob er sich über einen gewonnenen Punk freuen, oder über einen verlorenen Punkt ärgern sollte. "Aber wir sind gut unterwegs im Abstiegskampf", sagte der HSG-Trainer. mth/me

TSH: Kammerer, Mayer - Theiss, Hirning (5/3), Wayand, Kares (3), Janson (4), Wonner (7), Auer (1), Hettchen (4), Lampert (2) - Kundmüller
HSG: Hückel, Rödel - Jonas (1), Hauer (3), Erhardt (1), Boolzen (1), Gumbert (1), Loncar , Rühl, Sackmann, Schmieding (8/3), Josef Stübinger, Lukas Stübinger (5), Willert (6)