Große Sorgen müssen sich die Basketballer der TS Herzogenaurach im Grunde nicht mehr machen. Seit vergangener Woche steht fest, dass wahrscheinlich keine Mannschaft aus der 2. Bundesliga (ProA) absteigen wird und daher nur ein Team die 1. Regionalliga verlassen muss. Da der Vorsprung der Longhorns auf den abgeschlagenen Tabellenletzten Dachau Spurs vor den noch ausstehenden sechs Spielen zehn Punkte beträgt, könnte der Klassenerhalt bereits am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle des Gymnasiums) gegen den BBC Bayreuth II erreicht werden. Das Problem: Sollte in der ProA noch eine weitere Mannschaft zurückziehen, gäbe es doch noch einen zweiten Absteiger und die TSH, die derzeit auf dem elften Platz liegt, müsste noch zittern. Um sich nicht zu lange mit dem Konjunktiv aufzuhalten, soll daher unbedingt ein Sieg her.

TS Herzogenaurach - BBC Bayreuth II

Die Chancen darauf stehen nicht schlecht. Schließlich hat der direkte Tabellennachbar der Longhorns lediglich zwei Zähler mehr auf dem Konto. Mit einem deutlichen Sieg würde sich Herzogenaurach nicht nur für die 73:77-Niederlage im Hinspiel revanchieren, sondern zudem den direkten Vergleich für sich entscheiden und den BBC in der Tabelle somit überholen. Damit dies gelingt, müssen die Longhorns unbedingt mit hundertprozentiger Intensität in das Spiel gehen, denn die größte Stärke der Bayreuther ist ihr unbrechbarer Kampfgeist.

"Wir müssen die gesamten vierzig Minuten über konzentriert zu Werke gehen", sagt Longhorns Trainer Angelos Plantzas, "die Bayreuther spielen einen schnellen und intensiven Basketball. Erlaubt man sich nur ein paar Minuten einen Aussetzer, ziehen sie mit zehn Punkten davon und es wird ganz schwer, das Spiel noch zu gewinnen. Bringen wir aber unsere Stärken ein und nutzen unsere Vorteile unter dem Korb, sehe ich durchaus gute Chancen auf den Sieg."

Wieder Wechselmöglichkeiten

Aus dem ausgeglichenen Team der Bayreuther stechen die Aufbauspieler Jonas Riesner, Zeon Gray und Kevin Eichelsdörfer heraus, die direkt am Spielaufbau mitwirken, allerdings auch auf den Flügel ausweichen können. Gray ist mit durchschnittlich 14,5 Punkten pro Partie der Topscorer des BBC, während Riesner die Richtung vorgibt. Eichelsdörfer ist ein exzellenter Aufbauspieler, dessen größte Stärke das Einsetzen seiner Mitspieler ist. So ergänzen sich die Drei bestens, keiner hat zu viel Verantwortung auf den Schultern, aber jeder übernimmt einen wichtigen Part im Teamkonzept. "Entscheidend wird das Reboundduell sein, da beide Teams sehr intensiv verteidigen und viele schlechte Würfe des Gegners provozieren. Wer die Bälle dann sichern kann, wird das Spiel gewinnen", erklärt Plantzas.

Herzogenaurach hat zuletzt ordentliche Spiele gegen die Topteams der Liga abgeliefert, jedoch reichte es nie ganz zu einem Sieg. Dies lag meist am Kräfteverschleiß, da die Aurachstädter aufgrund der unfassbaren Verletzungsmisere stets mit kurzen Rotationen spielen mussten und die Spiele so ein ums andere Mal im Schlussviertel verloren gingen. Die positive Nachricht ist, dass die Longhorns diesmal wieder auf zehn Spieler zurückgreifen können und so durchaus Wechselmöglichkeiten haben. Markus Person wirkte schon vergangene Woche wieder mit, und Ryan DeMichael kann auch wieder eingreifen. Zudem hat sich Toni Donhauser von seiner Grippe erholt.