Als Deggendorfs Routinier René Röthke 15 Sekunden vor Schluss auf 4:5 verkürzte, musste sich der Höchstadter EC noch mal zusammenreißen. Doch einen Torschuss brachte der DSC nicht mehr zustande, es blieb beim Sieg für die Alligators - der fünfte in Folge und sogar der siebte Heimerfolg nacheinander. Damit festigten die Alligators ihren fünften Tabellenplatz und bleiben das formstärkste Team der Eishockey-Oberliga Süd, in der sich der HEC mehr und mehr im oberen Tabellendrittel etabliert.

Oberliga Süd, Männer

Höchstadter EC - Deggendorfer SC 5:4

"Gegen Deggendorf geht es immer etwas ruppiger zu. Sie kommen immer mit Vollgas aufs Eis, aber wir haben uns direkt darauf eingelassen", sagt Michail Guft-Sokolov. Der 22-jährige Stürmer steht sinnbildlich für den Aufschwung des HEC - und die Entwicklung, die das neuformierte Team gemacht hat.

Wie in den Spielen gegen Regensburg und Memmingen gerieten die Alligators früh in Rückstand. Ein Aussetzer in der Abwehr, Röthke wurde im Slot vergessen - Formsache für den Routinier, der 690 DEL-Spiele absolviert hat (5.). "Wir sind dreimal in Folge nach Rückstand zurückgekommen. Das beweist unseren Glauben an unsere Stärke", erklärt Guft-Sokolov, weshalb Höchstadt so eindrucksvoll zurückschlug. 15 Sekunden nach dem 0:1 nutzte Anton Seewald ein starkes Zuspiel von Martin Kokes zum Ausgleich. Wenig später bewies der Augsburger Förderlizenzspieler Maxim Kryvorutskyy mit dem 2:1 per Sololauf seine Veranlagung (8.).

Flexibel, nervenstark und ausgeglichen

"Wir haben gerade die ersten beiden Drittel stark gespielt und einfach so gearbeitet wie in den vergangenen Spielen", sagt Guft-Sokolov, der am 3:1 beteiligt war: Über die linke Seite tankte sich der Flügelstürmer durch, seinen Schuss parierte Gästekeeper Raphael Fössinger, doch den Abpraller versenkte Dimitri Litesov (13.). Damit trafen schon im ersten Drittel drei Höchstadter Angriffsreihen - ein Zeugnis des ausgeglichenen Kaders.

Im zweiten Drittel wurde Deggendorf stärker und kam zu Chancen, scheiterte aber immer wieder an HEC-Goalie Benjamin Dirksen. Und weil die Alligators in dieser Phase eiskalt zuschnappten, schien die Partie früh entschieden: Seewald spielte Doppelpass mit Jari Neugebauer und vollstreckte zum 4:1 (28.), ehe Niklas Jentsch (39.) das zwischenzeitliche zweite Tor von Röthke (31.) mit dem 5:2 beantwortete.

"Am Ende haben wir uns etwas zu sicher gefühlt. Daran müssen wir arbeiten", sagt Guft-Sokolov mit Blick auf die Schlussphase, in die Andrew Schembri (59.) nach Traumpass von Thomas Greilinger und Röthkes dritter Treffer (60.) neue Würze brachten. Doch nach der Schlusssirene durfte der HEC zum fünften Mal nacheinander jubeln und stellte damit seine längste Siegesserie seit fünf Jahren auf.

Durch den neunten Heimsieg bleiben die Alligators mittendrin im Rennen um die Play-offs und rücken auf zwei Punkte an den Tabellenvierten Riessersee heran. Der Vorsprung auf die siebtplatzierten Blue-Devils Weiden beträgt fünf Punkte - bei zwei weniger absolvierten Spielen.

Und so stolz die Spieler auf das Erreichte sein können - für Guft-Sokolov ist es nur ein Zwischenstand: "Wir haben gezeigt, dass wir in der Oberliga eine gute Rolle spielen können. Diese 34 Punkte haben wir uns verdient. Genau so wollen wir weitermachen." Am besten schon am Freitag (20 Uhr), wenn der HEC nach Deggendorf fährt.