Mit viel Respekt empfingen die Höchstadt Alligators den SC Riessersee . Das beste Auswärtsteam der Oberliga Süd , zehn Meistertitel auf dem Briefkopf und eine einzigartige Angriffsreihe. Doch am Dienstagabend ging es den Gästen aus Garmisch so wie den meisten Teams, die in dieser Saison nach Höchstadt kommen. In der "grüne Hölle" am Kieferndorfer Weg gibt es nichts zu holen.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC - SC Riessersee 7:3

Für Felix Ribarik war das Heimspiel gegen Riessersee ein besonderes Duell. Denn beim SCR spielt mit Ulrich Maurer ein alter Bekannter aus Nürnberger Zeiten. "Uli Maurer hat bei den Ice Tigers gespielt, als ich in Nürnberg noch Jugendspieler war. Ich habe ihm oft zugeschaut, er ist ein toller Stürmer", sagt der Höchstadter Verteidiger.

Bereits in den vergangenen Spielzeiten verteidigte Ribarik gegen die SCR-Paradereihe um Maurer, der in dieser Saison die Kontingentspieler Robin Soudek (Tschechien) und Eetu-Ville Arkiomaa (Finnland) angehören. "Es ist schön und herausfordernd zugleich, wir hatten durchaus Respekt", sagt der 22-Jährige.

Wilder Ritt mit Vorteilen für Höchstadt

Auf dem Eis war von Ehrfurcht aber nichts zu sehen - im Gegenteil: Es ging flott hin und her, beide Teams hielten sich kaum im Positionsspiel auf, sondern suchten die Tempogegenstöße. "Es war ein hartes, schnelles Spiel von beiden Seiten. Beide Teams haben das gut gemacht, das Niveau war wirklich gut", sagt Ribarik.

Die Folge waren Chancen auf beiden Seiten - doch im ersten Drittel traf nur der Höchstadter EC: Anton Seewald und Kapitän Martin Vojcak bedienten Milan Kostourek, der im Slot das 1:0 markierte (16.). Danach verhinderte HEC-Goalie Benjamin Dirksen, den schnellen Ausgleich.

"Wir wussten, dass Riessersee hart aus der Kabine kommt. Das haben sie dann auch getan. Aber unsere Reaktion war klasse", beschreibt Ribarik das zweite Drittel. Vom Start weg setzte sich der SCR im Höchstadter Drittel fest und belohnte sich mit dem 1:1 in Überzahl. Als Ribarik auf der Strafbank saß, traf Soudek auf Zuspiel von Maurer per Schlagschuss - ein typisches Tor des SC Riessersee (23.).

In dieser Phase hätte das Spiel kippen können, die Gäste hielten den Druck hoch. Aber die Alligators antworten, und das gleich doppelt: Niklas Jentsch hatte das Auge für Dimitri Litesov, der direkt einschoss (24.). Und als Kostourek kurz darauf den Bauerntrick versuchte, staubte Seewald ab (25.).

Höchstadter Wirkungstreffer setzen Riessersee zu

Der Doppelschlag raubte den Gästen in der Folge das gerade gewonnene Momentum. Zwar blieb Riessersee dran und spielte keineswegs schlecht. Doch der Anschlusstreffer gelang den Gästen nicht. "Wir haben es in dieser Phase geschafft, die Paradereihe des SCR gut zu verteidigen. Das war wichtig, zumal wir vorne gefährlich blieben", sagt Ribarik.

Statt das 2:3 zu kassieren und neue Spannung aufkommen zu lassen, baute Höchstadt den Vorsprung sogar aus: Eine schöne Kombination über Jake Fardoe und Jentsch schoss Litesov flach rechts zum 4:1 ins Gästetor (34.).

Noch vor Ende des mittleren Abschnitts hatte Kostourek sogar die Vorentscheidung auf dem Schläger: Bei einem Tempogegenstoß wurde der 38-Jährige kurz vor dem Tor gefoult, die Unparteiischen entschieden auf Penalty. Kostourek versuchte es mit mit einer Körpertäuschung, Böhm ließ sich aber nicht überlisten (37.).

Furioses Schlussdrittel mit Erinnerungseffekt

Vier Minuten nach Beginn des Schlussdrittels machte es Maxim Kryvorutskyy besser: Der Youngster wurde beim Fastbreak gefoult, wieder bekam Höchstadt einen Penalty. Langsam lief Kryvorutskyy an, legte sich die Scheibe auf die Rückhand und chippte den Puck über Böhms Fanghand ins Tor (44.). "Das hat er echt klasse gemacht", urteilt Ribarik.

Spätestens jetzt war klar, dass der Höchstadter EC im zwölften Heimspiel den elften Sieg einfahren würde. Doch die Alligators hatten noch nicht genug. Während Riessersee munter weiter Dirksen die Fanghand warmschoss, blieben die Alligators eiskalt. Auf Vorarbeit von Neuzugang Artjoms Alexandrov, der bei seinem Debüt einen kampfstarken, mutigen Eindruck machte, schnürte Kryvorutskyy den Doppelpack (51.).

Und analog zum Spiel in Deggendorf am vergangenen Freitag, als der DSC die Alligators in Unterzahl ausspielte, schenkte diesmal Höchstadt dem Gegner einen Shorthander ein. Per doppeltem Doppelpass hebelten Seewald und Neugebauer den SCR aus, Seewald schob zum 7:1 ein (53.).

Zu diesem Zeitpunkt fielen die Gäste vor allem durch Kopfschütteln auf. Riessersee war genervt, der Frust war Maurer, Soudek und Co. anzusehen. Soudek im Powerplay (55.) und Benjamin Kronawitter (59.) machten das Resultat zumindest erträglicher.

Höchstadt schwebt auf Wolke sieben

Die Gefühlslage der Alligators war ähnlich klar. "Wir sind stolz auf diese Leistung, auf unsere Punkte und auf diesen Sieg . Es läuft einfach bei uns und wir wollen diesen Lauf so lange wie möglich fortsetzen", sagt Ribarik. Die nächste Gelegenheit für Glücksmomente bietet sich am Freitag (20 Uhr) gegen den EC Peiting.