Nur zwei Trainingseinheiten absolvierten die Höchstadt Alligators nach der Corona-Zwangspause. Dennoch setzte sich der HEC gegen die Blue Devils Weiden mit 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) durch. Großen Anteil am zweiten Höchstadter Saisonsieg hatte Torhüter Benjamin Dirksen.

Oberliga Süd

Höchstadter EC - Blue Devils Weiden 3:1 Reichlich Veränderungen bekamen die 520 Fans, die bei "Sprade TV" eingeschaltet hatten, zum Auftakt-Bully zu sehen: Die Blue Devils, denen beide Stammtorhüter verletzt fehlten, begannen ohne die nach Straubing zurückgekehrten Nick Latta und Adrian Klein, dafür mit dem Amberger Förderlizenzspieler Tim Bätge im Tor. Höchstadts Trainer Mikhail Nemirovsky hatte derweil erneut die Reihen durchgetauscht.

Die erste Chance erspielte sich Weiden, Benjamin Dirksen verhinderte per Glanztat gegen Michael Kirchberger den frühen Rückstand (3.). Insgesamt hatte Höchstadt nach der langen Pause aber weniger Anpassungsprobleme als gedacht. Die Alligators störten früh, spielten mutig - und kamen zu Chancen: Dimitri Litesov gab den ersten Warnschuss ab (5.), kurz darauf rettete der Pfosten für Weiden.

Wenig später durfte Höchstadt jubeln: Die neuformierte erste Angriffsreihe um Jari Neugebauer und Anton Seewald setzte sich im Weidener Drittel fest, Seewald bediente den eingelaufenen Martin Vojcak und der Verteidiger verwandelte eiskalt - 1:0 (7.). Die bis dahin verdiente Führung für ein Höchstadter Team, das die Blue Devils gut beschäftigte.

Im Anschluss wurden die Gäste etwas stärker und erspielten sich Gelegenheiten, fanden in Dirksen aber immer wieder ihren Meister. Altbekannte Konzentrationsschwächen zeigten die Alligatorsin ihrer ersten Überzahlsituation: Als Weidens Louis Latta zwei Minuten draußen saß, erspielte sich Höchstadt keine klare Torchance - und leistete sich darüber hinaus einen Wechselfehler, der dem HEC eine eigene Strafe bescherte. Die Unterzahl überstanden die Alligators aber unbeschadet.

Die Schlussphase des ersten Drittels absolvierte Höchstadt wegen eines Crosschecks von Martin Kokes erneut in Unterzahl, dank guter Verteidigung nahm der HEC die knappe Führung aber mit in die erste Pause.

Dirksen läuft zur Höchstform auf

Marius Schmidt hätte die Gäste zu Beginn des zweiten Drittels zurückbringen können. Der Flügelstürmer kam in der verbliebenen Weidener Überzahl nach der Kokes-Strafe aus Nahdistanz zum Schuss, doch Dirksen rettete für Höchstadt. Die Blue Devils wurden nun immer besser und diktierten das Geschehen, scheiterten aber reihenweise am überragenden Dirksen. Doch plötzlich tauchte Niklas Jentsch frei vorm Gästetor auf. Der Youngster profitierte von einem Patzer der Weidener Abwehr, brachte die Scheibe aber nicht an Bätge vorbei (26.).

Als Neugebauer wegen Hakens zwei Minuten auf die Strafbank musste, drückte Weiden noch stärker: Ausgehend von Liga-Topscorer Tomas Rubes an der blauen Linie rauschte die Scheibe im Sekundentakt ins Gewühl vor Dirksen. Doch der Goalie rettete mehrfach überragend und sorgte dafür, dass die Unterzahlstatistik der Alligators weiter aufgehübscht wurde (29.).

Als Kirchberger dann wegen Beinstellens zwei Minuten zuschauen musste, bekam Höchstadt postwendend die Chance, eine Überzahl besser auszuspielen. Doch die beste Chance hatte Weiden: Edgards Homjakovs kam nach einem Befreiungsschlag zum Schuss, zielte aber knapp daneben (32.).

Knapper wurde es drei Minuten später, als wieder ein Gästespieler auf der Strafbank saß: Höchstadt fand seine Powerplay-Formation und bediente Dimitri Litesov, der gleich dreimal draufhielt, aber immer wieder an Bätge scheiterte. Und als Jiri Mikesz auf Ablage von Vitalij Aab direkt abzog, rettete abermals der Pfosten für die Blue Devils (37.).

136 Sekunden vor Ende des zweiten Durchgangs belohnte sich Höchstadt: Seewald setzte diagonal Milan Kostourek in Szene, dessen Querpass vors Tor Neugebauer zum 2:0 einschoss (38.). Ein stark herausgespielter Treffer, durch den die Höchstadter Brust vorm Schlussdrittel immer breiter wurde.

Dirksen, Dirksen, Dirksen

18 Sekunden war das letzte Drittel alt, da bekam Kostourek wegen eines Stockschlags zwei Strafminuten aufgebrummt. Abermals zogen die Blue Devils enge Kreise um das Höchstadter Tor - und diesmal trafen sie auch: Einen Flachschuss von Dominik Müller fälschte Elias Maschke entscheidend zum 1:2 aus Sicht der Blue Devils ab (41.).

Doch die Antwort des HEC folgte prompt: Mikhail Guft-Sokolov und Litesov setzten Jentsch ein, der sein erstes Saisontor erzielte (42.). Wenig später musste der Torschütze auf die Strafbank und spätestens jetzt wurde Dirksen zum Matchwinner. Mit einer unglaublichen Parade rettete der Goalie gegen Latta, (45.) und verhinderte den erneuten Anschlusstreffer.

Der Frust der Gäste wurde immer größer, Trainer-Sohn Louis Latta musste nach einer Auseinandersetzung mit Domantas Cypas auf die Strafbank, sein Vater Ken Latta schimpfe an der Bande lautstark. Den Alligators konnte das nur Recht sein, erneut spielte Höchstadt in Überzahl, die beste Chance vergab Kostourek (47.). Auf der Gegenseite hatte Schmidt nach einem völlig verpatzten Höchstadter Reihenwechsel freie Bahn, doch Dirksen war einfach nicht zu bezwingen (49..)

Ein Halter verabschiedet sich

Anschließend war kurzzeitig Ruhe auf dem Eis: Eine beschädigte Plexiglasscheibe auf Höhe der Strafbank erforderte den Einsatz des Eismeisters (49.). Die Alligators konnten kurz durchatmen und versuchten, sich für die Schlussoffensive der Oberpfälzer zu wappnen. Mit aller Macht drängte Weiden nach der zehnminütigen Unterbrechung auf das HEC-Tor, Höchstadt wurde tief ins eigene Drittel gedrängt und verteidigte mit allem, was zur Verfügung stand.

Und tatsächlich reichte es: Mit einem unglaublichen Benni Dirksen, einer leidenschaftlichen Mannschaftsleistung und dem nötigen Quäntchen Glück blieb es beim 3:1 für den HEC, der damit zuhause ungeschlagen bleibt.