Zwei Mal schnupperte Constantin Büle am ganz großen Fußballgeschäft. Ein Diktator und die Unkenntnis des deutschen Systems hielten den gebürtigen Rumänen vom letzten Schritt auf dem Weg zum Profi ab. Doch auch von schweren Knieverletzungen hat sich Büle nicht unterkriegen lassen. Im Fußballer-Rentenalter von 46 Jahren stellt er sich noch immer in den Dienst der Mannschaft - wie morgen im Spiel des TSV Hemhofen gegen den A-Klassen-Spitzenreiter aus Etzelskirchen.

Wer hat Sie angespielt?
Michael Thomann, der mit meinem Sohn Angelo in der Jugend des FC Herzogenaurach spielte. Ich war damals ihr Trainer. Seitdem habe ich immer ein Auge auf ihn gehabt und ihn öfter angesprochen. Sein Herz hing jedoch am FCH. Auf dem Platz ist er ein Denker und Lenker.
Wenn er etwas schneller wäre - was nicht heißt, dass er langsam ist -, hätte er Profi werden können.

Woran lag es bei Ihnen, dass es nicht mit einer Profikarriere geklappt hat?
Um das zu erklären, muss ich weit ausholen.Mit 18 Jahren habe ich in der zweiten rumänischen Liga gespielt, war in Topform. Als Torschützenkönig hat mich ein Verein aus der ersten Liga verpflichtet. Damals herrschte jedoch Nicolae Ceausescu und alle wollten ins Ausland. So bin ich mit meiner Frau bei ihrer Schwiegermutter in Nordhausen in Thüringen gelandet. In der Oberliga habe ich gegen Aue, Dresden oder Leipzig gespielt. Trotz eines Kreuzbandrisses habe ich ein Probetraining bei Hannover 96 gemacht. Die wollten mich mit Einschränkungen nehmen, doch ich habe abgelehnt.

Warum?
Sie sagten, sie würden mich für ihre zweite Mannschaft nehmen. Als Rumäne kannte ich das deutsche System nicht. Ich wusste nicht, dass ich eine Chance hätte, in den Profikader aufzurücken. Deshalb habe ich Nein gesagt. Die schlechteste Entscheidung meines Lebens, die ich heute noch immer wieder bereue. In Hannover hätten sie mich nach meiner Verletzung wahrscheinlich wieder auf die Beine gebracht. Eine Anstellung bei einem Verein bei Frankfurt scheiterte an der hohen Forderung von Nordhausen.
Wie sind Sie schließlich in Franken gelandet?
Ich stand mit leeren Händen da, hatte einen kleinen Sohn, konnte kein Deutsch. Daher bin ich zurück nach Rumänien. Dort hatte ich meinen zweiten Kreuzbandriss und war Sportinvalide. Da der Bruder meiner Frau in Herzogenaurach wohnte , durften wir nachziehen. So kam ich über die Stationen Herzogenaurach, Neustadt, Zeckern, Röttenbach und Niederndorf nach Hemhofen.

Mit 46 Jahren spielen sie immer noch. Auch morgen gegen Tabellenführer Etzelskirchen?
Nach fünf Operationen bin ich froh, wieder laufen zu können, bin gerade bei 50 Prozent meiner Leistungsfähigkeit. Aber wenn ich gebraucht werde, stehe ich zur Verfügung.

An wen spielen Sie weiter?
An Andreas Göttmann vom ASV Niederndorf. Dort war ich sechs Jahre lang sein Trainer. Er ist ein Spieler wie ich. Nur, dass ich beidfüßig und kopfballstark war (lacht).