Gegen den TSV Nördlingen setzten sich die Shorthorns souverän durch - auch dank zweier Spielerinnen, die zuletzt schmerzlich vermisst worden waren und nun für frischen Wind sorgten.

TS Herzogenaurach - TSV Nördlingen II 77:50

Das junge Gästeteam trat mit nur zwei Verstärkungen aus dem Erstliga-Kader an - ein Vorteil für die Shorthorns, die ihre Erfahrung ausspielen konnten. Allerdings musste die TSH auf die zuletzt starke Laluca Chioran verzichten, die an einer Knöchelverletzung laboriert. Konelija Klisanic war beruflich verhindert. Dafür waren Kathrin Sperber (13) und Kapitänin Theresa Heinz (12) wieder mit von der Partie. Das machte sich schnell bemerkbar. Heinz und die ebenfalls spielfreudige Jana Ulbig (19) wurden immer wieder gut von Sperber in Szene gesetzt.
Die druckvolle Verteidigung generierte viele Ballgewinne, und so legte die TSH einen 9:0-Blitzstart hin (3.). Das Tempo blieb hoch, die Verteidingung bissig - und und konnten mal keine Fastbreak-Punkte erzielt werden, halfen Regine Brox (9) und Laura Angerstein (6), der Vorsprung auf 29:9 auszubauen.
Die erste Viertelpause kostete die Shorthorns etwas an Rhythmus und Schwung. Das nutzten die Gäste, um ihre körperlichen Vorteile auszuspielen. Vor allem Luisa Geiselsöder (21 Punkte), die jüngere und größere Schwester der Ex-Herzogenauracherin Laura, sorgte mit acht Punkten in Folge für Zählbares. Die TSH fand dagegen kein Rezept, erst nach endlos wirkenden vier Minuten ohne Korberfolg sorgten Heinz und Sperber mit einem ihrer drei Dreier wieder für Beruhigung. Dennoch entschieden die Gäste das Viertel mit 14:13 für sich, womit es zur Halbzeit 42:23 stand.
Ob es wohl laut in der Kabine war? Vermutlich, denn nach dem Pausentee starteten die Shorthorns wie von der Tarantel gestochen. Der Vorsprung schoss zur Mitte des dritten Spielabschnitts auf die Höchstmarke von 35 Punkten (63:28). Abermals war die aggressive Defensive der Ausgangspunkt, Ballgewinne wurden sicher und zielstrebig verwertet. Auch im strukturierten Halbfeldspiel zeigten sich die Gastgeberinnen jetzt konzentriert, und einige schöne Vorlagen von Laura Angerstein fanden dankbare Abnehmerinnen in Ulbig und Sperber. "In dieser Phase haben wir uns sehr gute Würfe erspielt und diese auch gut verwandelt", analysierte Co-Trainer Felix Hofmann. Doch die TSH nahm den Fuß dann wieder vom Gas und weckte damit die Kampfeslust des TSV, der nun gut mithielt.
Die Geschichte des letzten Viertels ist dann rasch erzählt. Die TSH-Damen schalteten einige Gänge zurück und verließen sich auf das Verwalten des Ergebnisses. Dies gelang aber wohl nicht so gut, wie das Trainergespann Braun/Hofmann es gerne gesehen hätte, und so gab es zwei offenbar wirkungsvolle Auszeiten binnen einer Minute. Danach wurde wieder Basketball gespielt und die Trainer waren wohl zufriedener, wenngleich sich die Gäste die Ergebniskorrektur zum Endstand von 77:50 erkämpften.
"Wir haben Moral bewiesen und eine deutliche Reaktion auf die Katastrophe von Dresden gezeigt. Dass wir ein Spiel noch nicht 40 Minuten dominieren können, liegt sicher an der mittelprächtigen Vorbereitung und unseren personellen Schwankungen. Wir werden die Spielpause nun nutzen, um an unserer Konstanz zu arbeiten und entsprechend gehen wir sicher gestärkt ins nächste Spiel in drei Wochen", erklärte TSH-Trainer Christian Braun.