Zu gerne hätte sich der Höchstadter EC für die unglückliche 2:3-Zwischenrunden-Niederlage von Freitagabend revanchiert. Doch zwei Unkonzentriertheiten gegen Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Drittels machten es der Mannschaft von Spielertrainer Daniel Jun schwer, einen Punkt beim EHC Waldkraiburg, der Spitzenmannschaft der Eishockey-Bayernliga, zu holen.


EHC Waldkraiburg - Höchstadter EC 5:2

Groß umstellen mussten sich die Alligators nicht. Auch zu Hause setzte Waldkraiburg auf die Auswärtstaktik und konzentrierte sich auf die Verteidigung, um dann über Konter gefährlich zu werden. Die ersten drei Minuten brauchte Höchstadt, um sich auf das Spiel der Gastgeber einzustellen, erspielte sich aber auch dann keine größere Möglichkeit.
Erstmals gefährlich wurde es, als Philipp Spindler HEC-Goalie Ronny Glaser zu einer Parade zwang (5.). Zwei Minuten später hätte Patrik Dzemia die Alligators dafür belohnen können, dass sie das Spiel machen, zielte aber aus der Drehung am Tor vorbei.

Kurz danach musste der Höchstadter Stürmer auf der Strafbank Platz nehmen, durfte aber beobachten, wie seine Mannschaft die Phase gut überstand. Anschließend hätte der HEC sogar in Führung gehen müssen. Simon Knaup schnappte sich den Puck an der Bande, zog nach innen und stand alleine vor Waldkraiburgs Torhüter Patrick Vetter, der insgesamt einen äußerst starken Tag erwischte und auch aus diesem Duell als Sieger hervorging.

Da die Gastgeber weiterhin sicher in der Verteidigung standen, Höchstadt gefährliche Konter aber zumeist zu verhindern wusste, stand es auch zwei Minuten vor dem Drittelende noch 0:0. Den zweiten Abschnitt begannen die Gäste allerdings mit einer Hypothek von zwei Toren. Der Grund: Thomas Rott legte beim dritten Konter der Löwen auf Max Kaltenhauser ab, der Glaser aus der Halbdistanz unglücklich aussehen ließ (18.).


Den Faden verloren

Den zweiten Gegentreffer legten sich die Alligators fast selbst ins Tor. Die Löwen kamen nach einem unkonzentrierten Moment der Gäste an den Puck und hatten Glück, dass sich der herausstürzende Glaser und Verteidiger Richard Stütz gegenseitig behinderten, sodass Jakub Marek nur noch ins leere Tor einschieben musste. "Wir lagen mit 0:2 zurück und wussten im Grunde gar nicht, warum. Denn bis dahin waren wir so gut wie gleichwertig", sagte Höchstadts Pressesprecher Martin Steinau.

Keine 20 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, als die Alligators den Zuschauern scheinbar noch einmal demonstrieren wollten, wie das 0:2 fiel. Denn nachdem sich Glaser und ein Vordermann erneut im Weg standen, war es wieder Marek, der nur noch das leere Tor vor sich hatte. Höchstadt verlor nun den Faden und lag nach der ersten richtigen Kombination des Tabellenführers, die Kaltenhauser abschloss, sogar mit 0:4 hinten (24.).

Irritieren ließ sich der HEC dadurch aber ebenso wenig wie davon, dass ihn das Pfosten-Pech aus dem Freitagsspiel auch in Waldkraiburg verfolgte. Nach Thomas Urbans Schuss an die rote Torstange (28.) machte es Marc Kaczmarek aus kurzer Distanz besser, sodass Vetter erstmals geschlagen war (30.). Auch Jun scheiterte erst am Pfosten, traf dann aber von der blauen Linie zum 2:4 (36.), mit dem es ins letzte Drittel ging.

Die erwartete Schlussoffensive der Gäste blieb allerdings aus, da sich Waldkraiburg nicht locken ließ. Bis zur 53. Minute erspielte sich kein Team eine richtige Chance, ehe der ehemalige Höchstadter Oleg Tokarov nach einem Pfostentreffer Kaltenhausers von der blauen Linie abzog und mit dem 5:2 für die Entscheidung sorgte (54.).