Zu seinem zehnten Jubiläum wird dem Landkreislauf Erlangen-Höchstadt eine Frischzellenkur verpasst. "Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass das Interesse etwas nachlässt und uns überlegt, wie wir die Veranstaltung attraktiver gestalten können", erklärt Helmut Schmidt vom Lauftreff Röttenbach und Mitglied des Organisationsteams.

Bisher dauerte der Landkreislauf von morgens um sechs bis abends um acht und führte als eine Art Staffel auf bis zu insgesamt 150 Kilometern im Wortsinn kreuz und quer durch den ganzen Kreis, wobei jeder Teilnehmer eine Teilstrecke auswählen und in Angriff nehmen konnte, die er sich selbst zumutete. "Das hatte Nachteile: Zum einen waren auf manchen Etappen mehr Betreuer als Läufer unterwegs. Und zweitens war die große Zeitspanne ein Problem, denn viele Läufer, die ganz früh am Start waren, fuhren am Abend dann nicht mehr zur Abschlussveranstaltung", erläutert Schmidt weiter.


Ein zusätzlicher Anreiz



Deshalb soll der Landkreislauf künftig zentral an einem Ort stattfinden. Dadurch verkleinert sich das Zeitfenster, alle Läufer können Start, Zieleinlauf sowie Siegerehrung gemeinsam feiern und die ganze Veranstaltung wird zuschauerfreundlicher, weil auf der komprimierten Strecke einfach mehr los ist. Der Vorschlag stieß auf offene Ohren, und weil der Lauftreff Röttenbach so engagiert am neuen Konzept mitarbeitete, fiel die Wahl für die Austragungsstätte auch auf die Gemeinde. Erleichtert wurde dies noch dadurch, dass Bürgermeister Ludwig Wahl, selbst ein begeisterter Läufer, gleich Feuer und Flamme für die Idee gewesen sei, sagt Schmidt. Er hofft, wie alle anderen Mitglieder des Organisationsteams, dass die Veränderungen auf ein positives Echo stoßen. "Als zusätzlichen Anreiz haben wir den Bambini-Lauf neu eingeführt und es wird erstmals eine Zeitmessung geben, denn die Läufer haben großes Interesse daran, wie sie - auch im Vergleich zu anderen - abgeschnitten haben", berichtet Hans-Peter Schneider von der Turnerschaft Herzogenaurach, der ebenfalls verantwortlich zeichnet.

Leistungsdruck soll damit jedoch nicht ausgeübt werden: Der Landkreislauf soll eine Veranstaltung für Jedermann bleiben, "mit der wir hoffen, das Thema Breitensport noch mehr in die Kommunen tragen zu können", betont Schneider. Die Gemeinden sollen sich künftig für die Ausrichtung des Laufs bewerben, die Ortsvereine sich - unterstützt vom Landkreis und Sponsoren - um die Umsetzung kümmern.

In Röttenbach sind neben dem Lauftreff fünf weitere Vereine involviert und gewappnet für die Premiere des neuen Landkreislaufes, der künftig von Jahr zu Jahr durch Erlangen-Höchstadt wandern soll. "Auch um das Wir-Gefühl im Kreis weiter zu stärken", erläutert Landrat Eberhard Irlinger. Das war auch einer der Gründe, warum die Veranstaltung 2003 überhaupt ins Leben gerufen wurde. Ein anders Anliegen der Initiatoren seien die Themen Bewegung und Gesundheit gewesen, führte Irlinger weiter aus. Laufen sei ein Sport der eigentlich von jedem, allein oder in der Gruppe, unabhängig vom Alter ausgeübt werden könne.


Anmeldung ist noch möglich



Und offenbar motiviert eine Veranstaltung wie der Landkreislauf viele Menschen, sich zu überwinden und mit Sport anzufangen. "Allein bei der TSH haben sich 38 Neulinge für die kostenlose Laufvorbereitung gemeldet, die vor acht Wochen begann. Zählt man noch diejenigen dazu, die die Angebote in Buckenhof, Hemhofen, Neuhaus Röttenbach und Uttenreuth wahrnehmen, könnten am 16. Juni rund 100 Einsteiger am Start sein", rechnet Hans-Peter Schneider vor. Insgesamt sind momentan 300 Voranmeldungen eingegangen.

Der Anmeldeschluss, der aus organisatorischen Gründen für den heutigen Mittwoch vorgesehen war, wurde auf kommenden Montag verschoben, denn die Veranstalter hoffen, dass sich die Teilnehmerzahl noch verdoppelt. "Kurzentschlossene können sich aber auch noch am Veranstaltungstag bis 30 Minuten vor dem Start vor Ort anmelden", sagt Schneider.