Öffnung, das klingt, wie Lockerung, erst mal gut. Seit Montag, 22. Juni, ist wieder mehr auf den Trainingsplätzen erlaubt. Möglich war das schon vorher, nur waren da die Regelungen noch etwas strenger. Wie starten die Vereine im Landkreis wieder ins Training nach dem harschen Abbruch im März?

Rudi Rippel, stellvertretender Basketball-Abteilungsleiter beim Höchstadter EC, hat den Jugendbereich des Vereins mitaufgebaut und ist selbst Trainer der U12-Mannschaft. Seit Pfingsten dürften die Jugendmannschaften wieder trainieren. "Die Kinder waren heiß drauf, dass es endlich losgeht", sagt Rippel. Die Beschränkung auf maximal 20 Personen auf dem Spielfeld, die seit vorvergangenem Montag nicht mehr gilt, haben die jungen Basketballer ohnehin nicht erreicht.

Dafür müssen die Kinder aber einige weitere Regeln beachten. Das fängt schon vor dem Training an. Obwohl es erlaubt ist, gilt beim HEC noch, dass die Kinder sich nicht in den Kabinen aufhalten und umziehen dürfen.Ihm ist wichtig, dass es eine Kontinuität bei den Regeln gibt, damit nicht alle paar Wochen wieder was geändert werden muss. "Man kommt ja auch durcheinander, wenn ständig was Neues kommt."

Kein Abschlussspiel

Die Schuhe werden mit ausreichend Abstand auf den Tribünen gewechselt. Zuschauer sind nicht erlaubt. Die Eltern könnten ihren Kindern also nicht beim etwaigen Abschlussspiel im Training zuschauen. Das gibt es momentan ohnehin nicht. Gewöhnlich hatte Trainer Rippel das immer für die letzte halbe Stunde des 90-minütigen Trainings vorgesehen.

"Wir trainieren mit Einschränkungen", sagt Rippel. Das bedeutet für ihn, nicht nur alle Pylonen - die nur die Trainer anfassen - und Bälle regelmäßig zu desinfizieren, sondern die Bälle auch zu markieren, damit jedes Kind einen eigenen Ball hat. Damit dribbeln sie dann und werfen und haben sich, zumindest bis zu den weiteren Lockerungen, den Ball gegen die Wand selbst zugepasst.

Körperkontakt ist weiterhin tabu. Daher fällt das Spiel am Ende jeder Trainingseinheit auch aus. Der Trainer sagt aber: "Ich habe unendlich viele kleine Spiele auf Lager, aber es ist kein richtiges Basketballspiel." Er hofft, dass ab Herbst wieder richtig gespielt werden kann.

Rückrundenstart noch offen

Wenig anders verhält es sich bei den Fußballern. Daher hat man sich beim TSV Lonnerstadt bisher gegen eine Rückkehr zum Trainingsbetrieb unter Auflagen entschieden. Vorsitzender Frank Iftner kritisiert den Bayerischen Landessportverband (BLSV): "Es ist eigentlich eine Frechheit für die Vereine, weil es so nicht umsetzbar ist." Durch die auferlegten Regelungen hätte man den Vereinen den Schwarzen Peter zugeschoben, denn diese müssten sich, wollten sie ein sicheres Training gewährleisten, darum kümmern.

In den Handlungsempfehlungen vom BLSV vom gestrigen Dienstag heißt es zum Sportbetrieb im Freien etwas vage: "Gegen die Unterschreitung des Mindestabstandes bei der Sportausübung bestehen deshalb grundsätzlich keine Einwände. Dessen ungeachtet sollte weiterhin versucht werden, wo immer möglich einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten."

So hat man sich in Lonnerstadt für eine Rückkehr zum Training am 1. August entschieden. "Jeder kann jetzt planen, dann kann man geregelt wieder einsteigen", sagt Iftner. Denn die Wiederaufnahme des Trainings ist auch eine logistische Frage. Trainer, Eltern und Spieler müssen miteinbezogen werden. Sollte es noch weitere Lockerungen geben, könne man den Einstiegstermin immer noch diskutieren.

Offen ist momentan ohnehin noch der Start in die Rückrunde für die Herren. Die Saison der Jugendklassen wurde bereits abgesagt. Ob die Herren aber, wie bisher angedacht, im September den Spielbetrieb wieder aufnehmen, steht noch nicht endgültig fest.

Herren trainieren wieder

Bernd Herberger, Vorsitzender der SpVgg Etzelskirchen, erklärt die Schwierigkeit, alle Auflagen einzuhalten. 20 Personen durften bis zum 22. Juni nur auf dem Platz sein, zehn in jeder Platzhälfte und dort unterteilt in Fünfergruppen. Die größeren Kleingruppen von zehn Personen mussten von einem eigenen Trainer beaufsichtigt werden, sodass immer mindestens zwei Trainer vor Ort sein mussten. So haben die erste und zweite Mannschaft mit einem Training pro Woche wieder gestartet. "Es war für uns auch schwierig am Anfang", sagt Herberger und fügt an: "Es sind ja schon enorme Einschränkungen."

Außerdem würden zu jedem Training Anwesenheitslisten geführt. Alle Maßnahmen wurden im Vorfeld besprochen und entsprechende Konzepte ausgearbeitet und die Verantwortlichen geschult. Das wird auch bald die Jugendtrainer betreffen. Die entscheiden, wann auch die Kinder wieder trainieren dürfen.

Denn, und das betont Herberger trotz der Einschränkungen, die soziale Komponente sei eben auch wichtig. "Die Stimmung war gut", fasst er die ersten kontaktlosen Einheiten zusammen. Schließlich müsse man sich auch für die anstehenden Punktspiele vorbereiten, die - vielleicht und unter Umständen, wenn es die Situation erlaubt - im September wieder aufgenommen werden. Ein weites Feld, der Sport auf dem Feld nach Corona.