Die Bagger haben schon fleißige Vorarbeit geleistet. Am Rande des neuen Stadtteils, zur Nordumgehung hin ausgerichtet, ist ein Erdhügel aufgeschoben worden. Dort droben hat man einen guten Blick über die künftigen Wohngebiete und noch viel weiter. Hinten im Osten das Adidas-Outlet, im Norden das Novina-Hotel, im Westen Puma, ganz tief im Süden Schaeffler. Der Hügel wird Bestandteil eines umfassenden Grünplans, der eine hohe Lebensqualität in dem neuen Stadtteil schaffen soll. Das angrenzende Gelände ist planiert, wartet auf die Modellierung. Viel Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sollen dort entstehen.

Eine Entwurfsplanung wurde am Dienstagabend dem Planungsausschuss des Stadtrates vorgelegt. Landschaftsarchitekt Franz Hirschmann vom Büro WGF stellte das Vorhaben vor, das nach Aussage von Bürgermeister German Hacker (SPD) mehr als zwei Millionen Euro kosten wird und im Herbst dann im Stadtrat beschlossen werden soll. Der Entwurf fand schon mal einstimmiges Gehör.

Es sind drei Grünzüge, die die beiden neuen Wohnflächen auflockern. Nahe des Kindergartens schließt sich der Grünzug Mitte an und teilt die Baugebiete. Südlich an das dritte Wohnareal grenzt die größte Grünfläche an. Planerisch aufgeteilt in die Grünzüge Südost und Südwest dient dieser Bereich der Erholung, dem Spielen und der Kommunikation. Eine Freizeitfläche, wie man sie selten vorfindet. Und wie sie den ursprünglichen Charakter der Herzo Base auffangen soll. Schließlich war dort ein Golfplatz, mit viel Grün garniert, das in Jahrzehnten gewachsen ist.

Ein Teil des alten Baumbestands wird erhalten, vor allem im Grünzug Mitte. Die neuen Erholungsflächen entlang der Nordumgehung, hinter dem Lärmschutzwall gelegen, werden hingegen neu entstehen. Dort sieht man jetzt eine von Baggerschaufeln geschaffene Mondlandschaft.

Bäume sollen erhalten werden

Franz Hirschmann erklärte die Vorstellungen der Planer. Im Grünzug Mitte wird großer Wert auf die Erhaltung der Bäume gelegt. Der vorhandene Bestand wurde eingezäunt, um die Pflanzen vor den Baumaschinen zu schützen. Denn sonst würden sie wohl die Bauzeit von anderthalb Jahren nicht überleben. Wie ernst man die Erhaltung des Baumbestandes nimmt, zeigt auch eine Detailaussage. In der Nähe des jetzigen Wohngebiets haben Kinder auf einer alten Kiefer eine Strickleiter angebracht und eine Art Baumhaus gebaut. Auch dieser Baum werde erhalten. Mehrere weitere Großbäume sind des Weiteren inzwischen versetzt worden und auch das so genannte Kinderwäldchen wird erhalten und bekommt einen neuen Standort.

An Spielmöglichkeiten sollen auf dem 400 Meter langen Grünstreifen Mitte laut Hirschmann ein Kletterwald mit Stelzenparcours und Wackelklötzen entstehen. "Wir provozieren die Kinder damit zur Bewegung", sagte der Landschaftsarchitekt.

Im Südost-Bereich wird ein Bolzplatz errichtet. Und genau dorthin wird auch das Kinderwäldchen umgepflanzt, und zwar "auf einen Hügel in erhabener Lage." Bei dem Wäldchen handelt es sich um Bäumchen, die seit dem Stadtjubiläum 2002 alle Jahre von den Ferienkindern angepflanzt worden sind.

Und dann ist da noch der Grünzug Südwest. Der steht ganz im Zeichen eines Generationen-Spielplatzes. In getrennten Bereichen sollen Spielflächen für Kleinkinder und für Kinder und Jugendliche entstehen sowie ein Fitnessbereich und ein Streetsoccerplatz. Mit Stützmauern und Stufen will man den Anziehungspunkt für jung und alt spannend gestalten. Möglich wäre dort auch eine Boulderwand zum Freiklettern oder auch eine Rutsche vom Hang des Hügels aus. Auch könnte im Winter dort ein Schlittenhügel in der Nähe entstehen.

Und dann ist da noch der alte Torbogen der US-Kaserne Herzo Base. Auch der soll in die Gestaltung mit eingebunden werden. Mögliche Standorte habe man mehrere, sagte Bürgermeister German Hacker. Er könne sich vorstellen, den Bogen ohne Tor neben einem Spazierweg anzubringen, ergänzt mit Erinnerungstafeln zur Herzo Base in Zeiten der Amerikaner.

Radler statt Militärfahrzeuge

Als sich die Räte in der Sitzung anschickten, eine Debatte hierzu zu entfachen, schritt das Stadtoberhaupt ein. Damit werden sich die Ausschüsse später befassen, am besten ein "Schilderausschuss", fügte er augenzwinkernd hinzu. Franz Hirschmann warnte noch davor, wieder einen richtigen Torbogen aufstellen. Das wäre parodistisch, wenn jetzt die Radfahrer darunter hindurch fahren, wo es einst doch Militärfahrzeuge waren.

Doris Wüstner (CSU) mahnte noch an, bei der Auswahl der neu zu pflanzenden Bäume auf Allergiker zu achten. Ihres Wissens nach seien Baumhasel kritisch zu betrachten. Ihr Fraktionskollege Franz-Josef Lang wünschte eine Allee, wie sie der Planer zuvor mit Akazien angedeutet hatte. Das könne später mal im dritten Baugebiet so entstehen.

Elke Krause (SPD) wollten die in einer Längsreihe angeordneten Sitzlandschaften nicht gefallen. Die solle man doch lieber kommunikativer aufstellen. Hirschmann sagte zu, über eine Lösung über Eck nachzudenken.