Spielplätze sind in unseren Städten und Gemeinden eine Selbstverständlichkeit, die Kinder im Nagaland in Nord-Ost-Indien kannten derartige Einrichtungen bisher überhaupt nicht. Dank der Weisendorfer Zubzas, einer Gruppe von Schülern, die sich seit vielen Jahren für ihre Altersgenossen in Indien einsetzen, hat sich das jetzt geändert.
Der Entwicklungshelfer Hans Rupprecht hatte Ernst Klimek von den Weisendorfer Zubzas berichtet, dass die Kinder im indischen Zubza keinerlei Spielzeug oder Spielgeräte haben. So entstand eine Projektbeschreibung, und Hans Rupprecht übernahm vor Ort die Planung und Konstruktion sowie den Aufbau der Geräte. Sofort war auch die Don-Bosco-Werkstatt (Don Bosco Vocational Training Institute) in Dimapur bereit, die Metall- und Schweißarbeiten zu übernehmen.
Bei der Hilfe zur Selbsthilfe entstand in Sechü-Zubza auf rund 500 m ² ein liebevoll gestalteter Spielplatz mit
Spielgeräten von der Schaukel über Rutsche bis hin zur Wippe. Die Einweihung wurde dann auch ein Fest für 16 Naga-Stämme, für die der neue Spielplatz Begegnungs- und Bewegungsanlage werden soll. Der Einweihung hatten die Beteiligten und insbesondere die Kinder lange entgegengefiebert.
Die Freude über die neue Spielkombination war groß. Die Geräte bieten den kleinen Energiebündeln jetzt jede Menge Möglichkeiten, sich ausgiebig auszutoben. Das "Kinderparadies" neben der Don-Bosco-Schule wurde nach der Eröffnung sofort in Beschlag genommen. Der auch in Weisendorf bekannte Pater Samuel erklärte bei der Einweihung: "Es soll ein Platz für alle Familien in Sechü-Zubza sowie der gesamten Region sein. Der einzige Ort der Begegnung für unsere vielen Kinder und Familien, die hier ein paar unbeschwerte Stunden verbringen können." Sponsoren und Spenden aus der Oberpfalz und Weisendorf sowie die gefüllten Sammeldosen in den Weisendorfer Geschäften ermöglichten die Herstellung des Platzes und die Fertigung der Geräte. "Für ein Kinderkarussell ist zwar noch Platz, aber kein Geld mehr vorhanden. Vielleicht finden sich noch Sponsoren", hofft Ernst Klimek. Nach dem Segen durch den 87-jährigen Father Joseph und durch Pater Samuel Elow stürmten über 600 Kinder die Spielgeräte und trotz des Andrangs gab es keinen Streit, alle stellten sich brav an. Nur glänzende Kinderaugen, die das erste Mal in ihrem Leben rutschen, schaukeln oder wippen durften.


Premiere mit 85 Jahren

Dafür konnte sich auch die 85-jährige Schwester Theresa begeistern. "Ich habe mit 85 Jahren des erste Mal auf einer Schaukel Platz genommen", berichtete sie mit strahlenden Augen. Hauptattraktion ist eindeutig die Schaukel, aber auch die anderen Spielgeräte werden von den Drei- bis Zwölfjährigen ständig bis tief in die Nacht hinein in Besitz genommen.
Rupprecht berichtet, dass schon in der Früh zwischen fünf und sechs Uhr die ersten Kinder zum Spielplatz kommen. "Das macht Spaß und ist für uns ein wunderbares und tolles Geschenk. Ich komme mit meinen Freundinnen jeden Tag hierher", berichtet die elfjährige Maria Keneilhoubeinou. In Weisendorf hofft derweil das Zubza-Team mit Bürgermeister Heinrich Süß (UWG), Schulleiterin Petra Pausch, Silke Kraus sowie Regina Lehninger und Ernst Klimek auf weitere Unterstützung für das Nagaland.