Anfang des Monats ist die Fusion der Kreissparkasse Höchstadt und der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen auf rechtlicher Ebene zur Tatsache geworden. Nun werden Veränderungen auch für Privatkunden spürbar: Die bisher unterschiedlichen Girokontomodelle der beiden Sparkassen werden zu einer neuen Produktpalette vereinheitlicht.

Wer vorher Kunde der Höchstadter Sparkasse war und Online-Banking nutzt, der darf sich über entfallende Kosten freuen.


Stichwort kostenfrei

"Der Vorteil für die Kunden der ehemaligen Kreissparkasse Höchstadt ist, dass sie jetzt in den Genuss eines kostenfreien Online-Kontos kommen", erklärt Reinhard Lugschi, zuvor Vorstandsvorsitzender in Höchstadt, jetzt stellvertretender Vorstandsvorsitzender der neu entstandenen Sparkasse. In Erlangen gab es dieses Modell mit dem Namen "direkt Giro" schon seit 2007. Wer das elektronische Postfach und den elektronischen Kontoauszug nutzt, zahlt keine monatliche Gebühr. In Höchstadt wurden hier bisher 3,50 Euro Grundgebühr fällig.
Auch das auf die klassische Kontoführung ausgelegte Modell "classic Giro" wird aus Erlangen übernommen. "Hier wird sich nicht allzu viel ändern", sagt Vorstandsmitglied Walter Paulus-Rohmer. Die Erlanger Variante sei nahezu identisch mit dem vergleichbaren bisherigen Höchstadter Kontomodell. "Da geht es nur um Nuancen", so Paulus-Rohmer. Firmenkunden können in Zukunft zwischen fünf Varianten wählen, die in der Erlanger Produktpalette auch bereits enthalten waren. Eines klassisch, vier auf Online-Banking ausgelegt, mit unterschiedlicher Grundgebühr.

Die neuen Kontomodelle treten ab dem 1. Oktober in Kraft. Die Kunden aus dem Altlandkreis Höchstadt werden im Laufe der Woche noch Post erhalten, da sie laut Gesetz mindestens zwei Monate zuvor informiert werden müssen. "Die Entscheidung ist erst vorletzte Woche gefallen", so Reinhard Lugschi. Grund dafür sei, dass im November Testläufe für die Zusammenlegung der Datensysteme der beiden Banken geplant sind. Diese seien mit einer vereinheitlichten Produktpalette leichter durchzuführen.


Personal zieht um

Ein weiterer Nebeneffekt der Fusion ist der Umzug einiger Mitarbeiter von Höchstadt nach Erlangen - oder umgekehrt. Den Vorwurf, der Standort Höchstadt würde durch die Vereinigung der Sparkassen geschwächt, will Lugschi nicht gelten lassen. Von rund 480 Mitarbeitern im internen Bereich hätten 18 Prozent ihren Arbeitsplatz in Höchstadt. "Das entspricht in etwa der Relation von zuvor", sagt Lugschi. Auch in der Führungsetage seien von 22 Positionen sechs mit "Höchstadtern" besetzt. Zudem werden drei Abteilungen gänzlich in Höchstadt untergebracht: die interne Revision, die betriebswirtschaftliche Abteilung und das Kreditmanagement. Der Privatkunde würde davon aber in der Regel nichts mitbekommen, da sich die Änderungen nicht auf die Ebene der Kundenberater vor Ort beziehen.

Vor dem Umzug einiger Mitarbeiter stehen im Höchstadter Sparkassengebäude aber wohl Sanierungsmaßnahmen an. "Eigentlich sollten bis Weihnachten alle Umzüge erledigt sein. Wegen Maßnahmen im Bereich Brandschutz und der Dämmung im Dachgeschoss müssen wir einige neue Mitarbeiter aber wohl erst in einem Ausweichquartier unterbringen", so Lugschi.