Eine der ältesten Gemüsesorten und nicht nur unter Feinschmeckern beliebt wie nie zuvor hat derzeit Hochsaison. Im vergangenen Jahr startete die Spargelsaison bereits Ende März, in diesem Jahr verspätete sich der Beginn der kulinarischen Saison allerdings bis Mitte April unter anderem aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Osterwoche. Zudem stand Sturm "Niklas" dem Spargelstart im Wege und bremste das Wachstum durch die fehlende Wärme.

In der Spargelsaison 2015 werden die Pflanzen bis zum 24. Juni, dem Johannistag geerntet. Für das Saisonende gilt immer noch die Bauernregel:

"Stich den Spargel nie nach Johanni". -- "Kirschen rot, Spargel tot".

Der Johannistag wird traditionell als letzter Ernte Tag eingehalten, um der Pflanze ausreichend Zeit zur Regeneration für die Ernte im nächsten Jahr zur geben.

Deutschland gilt als größter Spargelproduzent Europas und dazu gehört auch eine Reihe von Betrieben im Landkreis Erlangen-Höchstadt. "Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen", erklärte Rudolf Groß, auch Obmann des Bauernverbands in Kairlindach. So spielte der Anbau von Sonderkulturen im Landkreis schon immer eine große Rolle. Und dazu gehört auch der Spargel, den auch die Familie Groß auf einem Hektar rund um Kairlindach anbaut. Gerade für viele landwirtschaftliche Betriebe ist der Spargelanbau auch deshalb so bedeutend, weil der Spargelverkauf nach der Wintersaison die ersten größeren Einnahmen der neuen Saison darstellt. Neben dem schön eingerichteten Hofladen der Familie Groß, wird der Spargel für den Verkauf vorbereitet, gewaschen und nach Größe sowie Qualität sortiert.

Besonderer Geschmack

Gerade der mit Mineralien durchsetzte sandige Boden in Franken und insbesondere in Kairlindach verleihe dem Spargel einen besonderen Geschmack, erläuterte Rudolf Groß. So habe der Spargel aus Franken, aufgrund der Böden, dem Spargel aus Schrobenhausen geschmacklich etwas voraus. Der Spargelanbau in Kairlindach wird rein von der Familie betrieben, "für einen Hektar brauchen wir keine Erntehelfer", erläuterte Rudolf Groß. Deswegen ist bei ihm auch der Mindestlohn kein Thema, aber für andere landwirtschaftliche Betriebe schon, berichtete Groß von Gesprächen mit Kollegen. Dabei gehe es im Grunde nicht um die 8,50 Euro, "ein gut geführter Betrieb zahlt seine Leute auch dementsprechend, aber die Arbeitszeitregelung mach schon Probleme, denn der Spargel und andere Gemüsesorten müssen eben auch am Wochenende geerntet werden.

Ähnlich argumentiert auch Konrad Kreß vom Morgentau-Spargelhof in Münchaurach, der 26 Erntehelfer aus Polen und Rumänien beschäftigt. Und mit 16 Hektar Anbaufläche um ein vielfaches größer ist als der Kairlindacher Familienbetrieb.

Stammkunden und eigener Hofladen

Beide Betriebe, aber auch die übrigen Morgentau-Kollegen verkaufen den Großteil der Ernte an Stammkunden und im eigenen Hofladen, aber auch ausgewählte gastronomische Betriebe werden beliefert. Vom Spargelfeld direkt auf die Verkaufstheke, damit werben die vier Morgentau-Landwirte Kreß, Münchaurach, Rudolph, Oberndorf, Ebersberger, Hüttendorf und Rudolf Groß aus Kairlindach. Wenn der Kunde in Münchaurach den neuen und blitzblanken Hofladen am östlichen Ortseingang von Münchaurach betritt, lachen ihn zuerst die roten Erdbeeren an. "Seit gestern haben wir eigene Erdbeeren und die schmecken auch nach Erdbeeren", schwärmte Kreß, als er die Schalen hochhielt. Die Leute schauen auf Frische und Qualität und beim Spargel ist der schneeweiße makellose Spargel der Favorit, gefolgt von den grünen Stangen. Die appetitlichen Erdbeeren aus Münchaurach und den Morgentau-Spargel der Familie Kreß gibt es nicht nur im Hofladen, sondern auch an acht Verkaufsbuden an viel befahrenen Straßen.

Die meisten der Fremdarbeiter kommen schon seit Jahren nach Münchaurach, "Gesetz ist Gesetz und wir halten uns auch dran, aber die Dokumentationspflicht ist schon etwas lästig und erfordert halt einen Mehraufwand", äußerte Kreß seine Meinung dazu.

Wie bei allen Direktvermarktern und Hofläden wird nicht nur Spargel angeboten, schließlich bieten die landwirtschaftlichen Betriebe noch weitere hochwertige Produkte an. So sind in den Hofläden Nudeln ebenso zu finden wie hochprozentiges, Kartoffeln, Eier, Beeren, Obst Marmelade, Käse sowie Fleische und Wurst. Der Landkreis wirbt zu Recht mit dem Logo "Original Regional aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt", mit dem die Direktvermarkter ihre Produkte kennzeichnen dürfen.

Kurze Transportwege

"Regional einkaufen bedeutet auch ökologisch einkaufen, denn die Transportwege sind kurz, damit leistet der Verbraucher auch einen Beitrag zum Klimaschutz", erklärt dazu Landrat Alexander Tritthart. So ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt bekannt für seine regionalen Spezialitäten.

Wer also regionale, saisonale und nachhaltig erzeugte Produkte einkauft, leistet einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Aber nicht nur das: Die Berücksichtigung regionaler Produkte leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der heimischen Wirtschaft und damit zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region. Und schließlich ein weiterer wichtiger Aspekt, der für jede Konsumentin und jeden Konsumenten regionaler Produkte sofort spürbar ist: Regionale Lebensmittel überzeugen durch ihre Frische und ihre hohe Qualität.