Der Herzogenauracher Stadtrat beschloss im Mai 2011, dass die Stadt eine regenerative Vollversorgung bis 2030 anstrebt, und dass zu diesem Zweck die Potenzialstudie Erneuerbare Energien fortgeschrieben werden soll.

Ebenfalls beschlossen wurde, einen Energienutzungsplan zu erstellen. Seither arbeitet ein Kernteam, bestehend aus Bürgermeister German Hacker (SPD), Johannes Kollinger als Vertreter des Agenda-21-Arbeitskreises Energie, Thomas Hiller, technischer Leiter der Herzo-Werke, und der Umweltbeauftragten der Stadt, Monika Preinl, am Konzept.


Vier Module

Dem Planungsausschuss wurde das Konzept, das aus vier Bausteinen besteht, in Kurzform vorgestellt. So wurde die Potenzialstudie von 2004 als Energiepotenzialstudie 2012 fortgeschrieben.
Ebenso erfolgte die Fortschreibung des Modal Split 2002 zur Mobilitätsstudie "Modal Split" 2012, ein Energienutzungsplan 2014 erstellt und eine Tabelle zu den Maßnahmen der Energiewende für Herzogenaurach erstellt.

"Eigentlich hätte ich mir einen früheren Zeitpunkt für die Vorstellung des Konzepts gewünscht, aber da steckt schon eine Menge Arbeit drin", erklärte Johannes Kollinger. Dass es bis 2030 keine Vollversorgung der kompletten Stadt und auch dezentral mit erneuerbarer Energie geben werde, hat Bürgermeister Hacker schon mehrfach betont, da die benötigten Strommengen für die Industriebetriebe in Herzogenaurach sicher nicht erzeugt werden können. Die Versorgung der Haushalte mit erneuerbarer Energie sei dagegen keine Utopie.


Besser dämmen

Johannes Kollinger und Thomas Hiller sehen noch weitere Potenziale bei Photovoltaik, bei der Solarthermie und vor allem bei der Wärmedämmung. Auch der weitere Ausbau des Nahwärmenetzes und das Umrüsten von Öl- auf Hackschnitzel- und Pelletheizungen - besonders in den Ortsteilen - tragen zum Erreichen des Ziels bei.

Auf Vorschlag der Agenda 21 sollte deshalb die Stadt erfolgversprechende Maßnahmen unterstützen. Alle Potenziale seien ausgewertet und gewichtet worden.

Aber auch im privaten Bereich könne noch sehr viel - besonders bei der Wärmedämmung - getan werden. So könnte man bei Häusern aus den 60er- bis 80er-Jahren mit besserer Wärmedämmung sehr viel Energie sparen. Der Arbeitskreis Energie empfiehlt ein Anreizprogramm zur Wärmedämmung.

Neben den Programmen der BAFA und KfW gibt es für Herzogenaurach bereits das CO2- Minderungsprogramm, durch das Wärmedämmmaßnahmen gefördert werden; mit einer Erhöhung könnte der Anreiz verstärkt werden.


Mehr Beratung

Die Stadt wird gemeinsam mit den Herzo-Werken Energiesparberatungen stärker fördern, um die Vollversorgung von privaten Haushalten, Kleingewerbe und Landwirtschaft mit regenerativer Energie bis 2030 zu erreichen.

Auskünfte und Informationen erteilen das Umweltamt der Stadt, die Herzo-Werke und der Arbeitskreis Energie der Agenda 21.