Rund 80 Prozent der Bäume in den Nutzwäldern rund um Herzogenaurach sind Kiefern. Nicht auszudenken, wenn dieser Bestand krank wird oder gar gefällt werden muss. Und deshalb betrachtet Försterin Heike Grumann den Wald mit Sorge, denn viele dieser Nadelbäume "machen schlapp und sterben ab", berichtet die Herzogenauracherin in Diensten des Forstamts Erlangen.
Schuld ist der trocken-heiße Sommer 2015, sagt Grumann. Die Witterung setzte den Bäumen zu und bereitete damit auch den Weg für eine weitere Gefahr: den Kiefernprachtkäfer, einen tödlichen Schädling. Vor allem an den Waldrändern seien die Folgen nicht nur für Experten, sondern auch für Spaziergänger zu erkennen. Rinde fällt herab, selbst wenn der Baum noch eine grüne Krone hat, und in den Rindenstücken erkennt man die Fraßwege der Larven.
Grumann: "Sie fressen, ähnlich wie die Borkenkäfer an der Fichte, zwischen Holz und Rinde und unterbrechen dabei den Saftstrom des Baumes." Genau das könnten die Bäume dann nicht mehr wegstecken. "Wenn sich die Larven einmal rundherum gefressen haben, ist der Baum tot", bekräftigt die Försterin.
Dieser Tage hat sie sich mit dem angehenden Forstwirt Christian Tubach, der in Erlangen seine Ausbildung macht, am Birkenbühl in Herzogenaurach umgeschaut. Auch dort stehen am Waldrand abgestorbene Kiefern, die bald beseitigt werden müssen. Auch diese Bäume sind von dem Schädling befallen oder werden von anderen belastenden Organismen heimgesucht. Wie zum Beispiel von einem Pilz namens Diplodia, der zunächst die Kieferntriebe befällt und dann auch ganze Bäume absterben lässt. Wenn diese in ihrer Widerstandskraft geschwächt sind.
Und genau das sei derzeit der Fall, berichtet Heike Grumann weiter. Durch den heißen Sommer sei ein Teil der Bäume schlichtweg vertrocknet. Denn die heimische Waldkiefer mag die Hitze nicht. "Sie ist kein Südländer und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt eher in den nördlichen Breiten", berichtet Grumann in einer Pressemitteilung. Doch momentan schwächelt die häufigste Baumart unserer Region, die bislang immer als besonders stabil und risikoarm galt.


Bäume samt Rinde entfernen

Die Holzfeuchte frisch gefällter, noch völlig grüner Kiefern, betrug im Herbst etwa 30 Prozent, wird berichtet. Ab 25 Prozent wäre das Holz trocken genug für die Verbrennung im Ofen. Man kann laut Grumann also davon ausgehen, "dass ein Teil der Bäume schlichtweg vertrocknet ist". Und dann hat es der Käfer leicht. Als so genannter Sekundärschädling befällt er besonders die geschwächten Exemplare.
Um die Ausbreitung zu stoppen, müssen kranke Bäume gefällt werden. Verwerten könne man diese aber kaum mehr, da sie bereits entwertet seien. Am besten sie werden gehäckselt, sagt Grumann. Die Förster raten dazu, nicht nur die befallenen Bäume zu fällen, sondern auch deren Rinde zu beseitigen. Damit könne man den Ausflug der fertigen Käfer und eine erneute Eiablage im Sommer verhindern. Grumann: "Bisher blieben die Schäden zwar auch ohne besondere Maßnahmen immer auf kleinere Flächen beschränkt, die künftige Entwicklung ist aber schwer absehbar."
Grundsätzlich wird allen Waldbesitzern geraten, ihre Wälder zu unterpflanzen, bevor der Altbestand zu licht wird und sich die Brombeere zu sehr ausbreitet. Denn dann werde es immer aufwändiger, junge Bäume aus dem Dornendickicht in die nächste Waldgeneration hochwachsen zu lassen.