"Alle Vöglein sind schon da, alle Vögel alle", heißt es in einem bekannten Kinderlied. Alle Vögel sind es noch nicht, aber auch zum Jahreswechsel ist Meise, Spatz und Co aus dem heimischen Garten nicht wegzudenken. Aber für manche kann es schwierig werden, bei schlechter Witterung Nahrung zu finden. Viele Menschen hängen deshalb für unsere Wintergäste Nistkästen und Futter in die Bäume. Doch dass man dabei auch einiges falsch machen kann, das weiß nicht jeder.

Herbert Peterle, Vorsitzender des Vogelvereins Herzogenaurach, weiß genau, was gut und was schlecht für die Vögel ist. "Mit Maß und Ziel", erklärt er. Soll heißen: Winterfütterung im Allgemeinen ist gut, doch manche Dinge sind dabei zu beachten. "Wenn Vogelhäuschen nicht besetzt sind, hängt der Kasten falsch", erklärt Peterle. Richtig ist, dass er unerreichbar für Feinde wie die Katze sein muss.
Falls das nicht hilft, gilt es einen Katzenschutz zu kaufen. Wenn man Bäume im Garten hat, sollte man die Vogelhäuschen so platzieren, dass die Kästen nicht der prallen Sonne ausgeliefert sind.

Besser keine Essensreste

Auch Qualität ist wichtig, weiß Peterle. Lieber mehr in Futter investieren und keine Essensreste wie Brot verfüttern, da es den Magen der Tiere aufquellen lassen kann. Hygienemängel entstünden schnell, da Vögel auch in ihre Häuschen koten. Deshalb ist es wichtig, diese sauber zu halten, sonst verbreiten sich Keime, die zu überflüssigen Todesfällen führen können. Oder aber man steigt auf Futtersilos um, bei denen ist die Gefahr des Kotens geringer.

Wie interessant es sein kann, Vögel im eigenen Garten zu beobachten, weiß Peterle aus eigener Erfahrung. "Aha, der turnt da also rum." Zu diesem Thema startet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern wieder eine Mitmachaktion für die ganze Familie. Sich eine Stunde in den Garten zu setzen, die Vögel zu zählen und zu beobachten, das ist Ziel der Aktion, die vom 4. bis 6. Januar läuft.

Achte "Stunde der Wintervögel"

"Die Stunde der Wintervögel" findet dieses Jahr zum achten Mal statt und hat einen tieferen Sinn. Durch die Beobachtungen der Bürger kann man in Erfahrung bringen, welche Vögel in welchem Gebiet ansässig sind und welche Veränderungen in der Natur vor sich gehen. Naturschützer bekommen so wertvolle Informationen, die sie eine Langzeitstudie fassen. Dadurch können Maßnahmen ergriffen werden, falls eine Art rapide zurückgeht oder überhand nimmt. Die erzielten Ergebnisse der Beobachtung kann man per Telefon, Post oder via Internet übermitteln. Informationen dazu gibt es im Internet.

Aber auch in Herzogenaurach werden Statistiken geführt, welche Vögel es gibt und zu welchem Zeitpunkt sie nisten. Diese Informationen bezieht der Vogelverein aus eigenen Brutkästen, die regelmäßig untersucht werden. Das es von Jahr zu Jahr variiert, wer die Brutkästen bezieht, sei kein Grund zu Sorge, weiß Peterle. Das hänge von der Temperatur der Jahreszeit und der Schnelligkeit der Vögel zusammen. "In Herzogenaurach und Umgebung sind die Kohl- und Blaumeisen und die Spatzen, die am weit verbreitetsten Vögel." Rückläufige Vogelarten gab es in den letzten Jahren hier nicht, berichtet Peterle. "Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar, wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen", so verkündet es das Kinderlied.